Pinguin-Klasse
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Melanie:
Hallo. sieht wirklich toll aus. Eine Frage hä
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Amanda:
Ach, schade. Weder die durchleuchtenden Bilde
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Lucy kurajo:
Garnicht gut auf denn Blättern sind nur 3wört
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Mandy :
Hallo, ich würde gerne wissen wie der Ziffern
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Anna:
Tolle Idee, hab ich gleich nachgemacht. Dank
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María Diaz:
;)
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Schule:
Hallo, tolle Arbeit. Gibt es auch die Plakate
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William Lee Reed:
Ich wünschte meine damalige Klasse wäre mit d
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Julia:
Hallöchen! Zufällig bin ich auf diese Seite g
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Annette:
Hallo! Vielen Dank für die so schön ausführli
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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: im 1. Schuljahr

Arbeit in der Herbstwerkstatt

Entspannter kann man nicht arbeiten. Unabhängig von der Klassenstufe merke ich immer wieder, dass die Werkstattarbeit in den meisten Klassen die Arbeitsform ist, die wirklich immer funktioniert und mir als Lehrkraft ganz viel Zeit für die Kinder gibt.







Sobald die Abläufe und Regeln einmal klar sind, kann man sich im Hintergrund halten und zu den Kindern gehen, die um Hilfe bitten.
Oder die Zeit zum Beobachten nutzen und Eindrücke von den Kindern und der Klasse sammeln, um diese später in die weitere Unterrichtsarbeit einfließen zu lassen.





Die Kinder arbeiten sehr motiviert und mittlerweile gibt es auch keine: "Frau Schäfer, ich bin fertig!" Rufe mehr.





Heute habe ich allerdings - nach einem kleinen Pipimalheur - vergessen, das Helfersystem einzuführen.
Sehr ärgerlich, denn es wäre ein guter Zeitpunkt gewesen.

Aber auch morgen ist noch ein Tag..




Im Stuhlkreis haben wir uns heute Eicheln, Kastanien und Mais angeschaut:








Übrigens haben wir nun feste Sitzplätze im Kreis. Ich habe kleine laminierte Namensschilder aufgeklebt, da sich bei einigen Kinder die unschöne Art entwickelt hat, mit Ellbogen im Plätze zu kämpfen und zu rangeln.

So weiß jeder wo sein Platz ist und die Rangeleien haben sofort aufgehört.
Neben der Werkstattarbeit haben wir auch heute wieder Lautieren und Rechnen geübt.
Außerdem habe ich die Einladungen für Montag verteilt, für ein kleines "Oktoberfest" am Nachmittag.

Ich kann kaum glauben, dass die Woche morgen schon wieder herum ist. Die Zeit mit einem ersten Schuljahr scheint zu verfliegen....

Nickname 06.10.2011, 18.16 | (6/0) Kommentare (RSS) | PL

Zwei Stunden

Zwei Stunden sind zu kurz. Zu kurz, um all das zu schaffen, was ich schaffen wollte und was die Kinder sich gewünscht hatten.
Noichmal rasch auf die Pferderennbahn oder den Schubidua Tanz - das haben wir heute  nicht geschafft.

Der Morgen begann - natürlich nach unserer Begrüßung versteht sich - mit neuem Freiarbeitsmaterial und Zauberstiften.



Nach Anlauten zu schreiben gelang so gut wie allen Kindern. Einige nutzen die Anlauttabelle, andere benötigen sie für diese Übung nicht mehr unbedingt.



Jeden Tag üben wir die Buchstaben und Laute, das Lesen und Schreiben und das Allerallerschwierigste ist einfach das Lesen...



Die Buchstaben zum Klingen bringen und zusammenzuschleifen. Heute haben wir das sehr intensiv geübt.

Viele Kinder lautieren nicht, was das Lesenlernen deutlich erschwert. Sie benennen die Buchstaben nach wie vor mit EM für M oder Be für B.
So haben sie es offensichtlich gelernt und es fällt sehr schwer, nun wieder umzulernen. Obwohl wir das regelmäßig jeden Tag trainieren, ist das lautierende Sprechen eine große Hürde.

Aber natürlich geben wir nicht auf und werden gemeinsam diese Hürde bezwingen.

Da heute Mittwoch ist, ist Vorlesetag.



Heute haben wir uns mit Tillie und einer geheimnisvollen Mauer beschäftigt.
Was mag nur auf der anderen Seite der Mauer sein?

Die Kinder hatten wunderbare Ideen, die sie später im Sitzkreis präsentierten:






Es blieb nun noch Zeit, um die neuen Hausaufgaben zu erklären und natürlich zu notieren. Heute ging das bereits sehr viel müheloser als gestern.
Leider blieb nicht einmal die Zeit, um die gestrigen Hausaufgaben abzustempeln. Das geht eigentlich gar nicht, denn die Würdigung der Hausaufgaben ist mit das wichtigste an diesen Übungen.

Morgen müssen also zwei Hausaufgaben nachgeschaut werden.

Zwischen all dem Lernen verbringen wir auch Zeit mit alltäglichen Organisationen. Das Fotogeld wird eingesammelt und mit einem Male liegt Kakaogeld auf dem Pult, das niemand dort hingelegt haben mag.
Zu spät kommende Schüler und ratlose Eltern brauchen auch die ein oder andere Minute und manchmal wird auch versehentlich der Kakao in der ganzen Klasse verschüttet.

Alles Dinge, die geschehen, die dazugehören und die Zeit kosten.

Und manchmal, ja manchmal ist es einfach auch zu reizvoll noch schnell vom gestrigen Spielenachmittag mit der Freundin zu berichten oder schnell noch Freundebücher auszutauschen....




Nickname 05.10.2011, 15.06 | (18/4) Kommentare (RSS) | PL

Einführung der ersten Werkstatt

Unsere Ampelphase ist nun zuende und alle Kinder kommen seit heute nach dem selben Stundenplan in die Schule.
Das bedeutet für die Kinder mehr Unterricht, weitere Unterrichtsfächer und längere Schulzeiten.
Der schonende Übergang in den ersten drei Wochen hat uns allen sehr gut getan, so dass wir heute direkt mit etwas Neuem beginnen konnten.

Vor Unterrichtsbeginn hatte ich eine kleine Werkstatt mit 12 Stationen aufgebaut:









Passend zu unserem immer gerne umlagerten Jahreszeitentisch:





Vor der Einführung trafen wir uns jedoch im Stuhlkreis, um vom langen Wochenende zu erzählen. Auch hier hatte sich seit Freitag doch noch einmal etwas verändert.
Mit fünf Kindern pro Bank waren die Bänke einfach zu voll.
Ich habe heute morgen spontan eine weitere Bank in den Kreis integriert, damit die Kinder nun größtenteils nur noch zu viert auf den Bänken sitzen.
Das ist wesentlich angenehmer und es lässt sich besser zuhören und mitarbeiten, wenn man nicht rechts und links die Ellbogen der Sitznachbarn in den Rippen spürt.







Die Werkstattarbeit habe ich nur sehr kurz erläutert. Jedes Kind erhielt ein Epochenheft in Übergröße, so dass man wunderbar viel Platz zum Zeichnen, Schreiben, Malen und einkleben hat.

Der Stationspass wurde vorgestellt und seine Funktion erklärt. Da 12 Aufgaben sehr übersichtlich sind, haben wir in einem Rundgang die einzelnen Aufgaben kurz vorgestellt.
Begonnen haben heute alle mit dem Deckblatt.




Anschließend wählte sich jedes Kind andere Aufgaben aus der Werkstatt aus, um diese zu bearbeiten.
Wichtigste Regel hierbei: Erst eine Aufgabe beenden, ehe eine neue begonnen wird!




Während einige Kinder das Wahrnehmungspuzzle bearbeiteten, malten andere ein Mandala aus:




Sehr beliebt waren die Fehlerbilder:




Aber auch die Vogelscheuche wurde von einigen Kindern bereits bearbeitet und diese Kinder befanden: "Das ist super voll schwer!"







Rubbelbilder wurden erstellt:





Und auch die ganz schwierigen Aufgaben wurden schon bearbeitet:






Alles in allem funktionierte die Werkstattarbeit ganz prima. Das Helfersystem führe ich morgen ein, wenn einige Kinder sich mit bestimmten Aufgaben schon sehr gut auskennen.

Heute haben wir uns dafür aber noch näher mit dem Apfel beschäftigt:






Wir schnitten Äpfel auf unterschiedliche Weise auf und durch und betrachteten die entstandenen Hälften und Stücke sehr genau.

Gleichzeitig waren die Äpfel auch unser "Experiment der Woche", denn wir beobachteten, wie sich die Oberfläche mit ohne Zitronentränkung verfärbte oder eben nicht.

Natürlich fand das alles auch Eingang in unser Herbstheft:




Aber es blieb auch Zeit für viele andere Fächer und Arbeiten. So ein Schulvormittag ist eben doch ganz schön lang...



Einige Kinder hatten das Schneckenheft schon in der vergangenen Woche beendet und arbeiten nun schon an/in einer Fortsetzung.

Andere arbeiteten im Diagnostik Heft von Flex und Flo. Viele Seiten in diesem Heft müssen beobachtet von dem Lehrer bearbeitet werden, so dass ich ganz froh darüber bin, dass alle Kinder unterschiedliche Seiten bearbeiten, denn bei jedem gleichzeitig zu helfen und zu beobachten würde mich vor ein logistisches Problem stellen.




Ja und dann kam die Sache mit den Hausaufgaben. Für die ersten drei Wochen gab es eine bequeme Mappe und jeder wusste, darin muss ich zwei Seiten am Tag bearbeiten.
Und nun?

Heute haben wir gelernt, Hausaufgaben in einem Hausaufgabenheft zu notieren und das war .................... a n s t r e n g e n d.

Aber ich berichte lieber von Anfang an.
Der blaue Schnellhefter sollte geholt werden und das war keine klare und eindeutige Arbeitsanweisung, so dass Tumulte ausbrachen.

Die einen schauten in ihre Eigentumsfächer, andere schütteten direkt mal den ganzen Tornister aus, wieder andere begannen unter ihren Tischen zu wühlen.

Das hat man davon, wenn man nicht auf die genau Wortwahl achtet im ersten Schuljahr.
Ich war nahezu erschlagen und schaute mir das ganze Spektakel eine kleine Weile an, ehe ich auf meinen Stuhl sank und ermattet darüber nachdachte, wie die Situation noch zu retten war.

Es war laut, es war wuselig und es herrschte Chaos.
Unseren Dreiklang hätte in diesem Tumult niemand gehört, schreien wollte ich nicht, um das Getöse zu übertönen, also saß ich einfach nur da und dachte:

Irgendwann wird das schon wieder!
Und siehe da: Es wurde.
Es wurde leiser, ruhiger und das Chaos löste sich auf - irgendwann.

Die ersten Kinder wiesen andere darauf hin, dass sie doch bitter leiser werden mögen und das funktionierte.

"Frau Schäfer, bist du krank? ", fragte mich ein Kind und  antwortetet verwundert: "Nein, warum?"

"Du hast zum ersten Mal auf deinem Stuhl gesessen!"

Ich saß also zum ersten Mal auf meinem Stuhl und veranschaulichte das Abheften eines Arbeitsblattes in die blaue Mappe.
Das funktionierte gut, sofern die Mappe vorhanden war.
Mappenlose Kinder verstauten die Blätter in der Postmappe.

Natürlich besprachen wir das Blatt vorher und was es darauf zu tun gab.

Nun begann jedoch der eigentliche schwierige Teil.
Das Eintragen der Hausaufgaben in das Hausaufgabenheft.

Aber Ende sah es bei (fast) allen dann so aus:






Ein blauer Punkt für die blaue Mappe und das Datum von heute.
Nun wäre es spannend zu wissen, wie die Kinder damit zu Hause umgehen....

Ich für mich habe beschlossen, dass es ab Montag Wochenhausaufgaben gibt. Das erscheint mir die entspannteste Methode mit Hausaufgaben umzugehen.
Doch dazu dann zu gegebener Zeit mehr.

Jetzt stürze ich mich in die Planungen für unser "Oktoberfest" am kommenden Montag. Die erste Überraschung für die Kinder kam heute bereits in einem großen Paket bei mir an.
Aber: "Psssst!" Hier wird noch nichts verraten!








Nickname 04.10.2011, 15.57 | (18/4) Kommentare (RSS) | PL

Der zweite Klassenrat

Gestern war ich sehr überrascht.
Ich wusste von genau zwei Kindern, dass sie sich im Laufe der Woche in das Klassenratsbuch eingetragen hatten.
Darüber freute ich mich, denn ehrlicherweise muss ich zugestehen, dass ich vermutete, die Kinder würden das Buch eher vergessen und mit ihren Problemen sofort zu mir kommen.
Dem war nicht so.
Nachdem der gestrige Klassenrat eröffnet worden war, entdeckten wir acht Einträge in unserem Klassenratsbuch.
Die Kinder, die sich eingetragen hatten bekamen nacheinander Redezeit und der Name im Buch wurde erst dann durchgestrichen, wenn eine akzeptable Lösung für das Problem gefunden worden war.

Das klappte hervorragend und obwohl es recht lange dauerte, waren alle Kinder sehr aufmerksam und viele brachten sich schon sehr produktiv ein.

Die Kinder erinnerten sich alle noch sehr gut daran, was sie zu ihrem Eintrag gebracht hatte und schilderten die entsprechenen Situationen sehr anschaulich.

Nun fiel jedoch auch anderen Kindern ein, dass sie auch noch etwas im Klassenrat zu besprechen hatten. Ähnliche Situationen und Probleme.

Wi befanden aber gemeinsam, dass die abgesprochene Regel: Redezeit nur für eingetragene Kinder nun auch gelten soll.

In der gestrigen Sitzung stellten wir noch einmal heraus, wo und wie man sich Hilfe holen kann, wenn man in der Pause von anderen Kindern bedrängt oder geärgert wird und wie Kinder, die jemanden geärgert haben, sich im Anschluss daran denn wohl am besten verhalten sollen.

Diese Klassenratstunde wirkt sich sehr positiv auf die Gemeinschaft aus und ich bin recht froh, dass ich den Klassenrat schon so früh im Schuljahr eingeführt habe.

Ich denke bis zu den Weihnachtsferien lassen wir ihn in dieser Form so weiterlaufen und anschließend bleibt zu überlegen, wann man Erweiterungen und in welcher Art man Erweiterungen einführen kann.


Nickname 01.10.2011, 07.20 | (3/1) Kommentare (RSS) | PL

Numerische Stangen


Gestern galt letztmalig unser "Ampelplan" und ich nutzte die Zeit in beiden kleinen Gruppen, die Kinder mit den großen numerischen Stangen vertraut werden zu lassen.



Das Wunderbare an dem Material ist ja der hohe Aufforderungscharakter für die Kinder und das Ermöglichen von selbstständig zu entdeckenden Strukturen und Zusammenhängen.

In der ersten Gruppe lagen die Stangen und Ziffernplättchen einfach noch so auf dem Boden. In der zweiten Gruppe hatten wir bereits die Sitzordnung geändert und nun aus zwei Bänken einen "Tisch" in unseren Kreis gestellt:



Ich musste im Grunde nichts zu dem Material sagen, die Kinder entdeckten sofort selber:

"Man kann das wie eine Treppe legen und dann jede Stange hat einen weniger!"

Die Kinder ordneten und sortierten selber, legten die Ziffernkärtchen zwar anders als ursprünglich vorgesehen vor die Stangen, aber das erschien mir in keinster Weise "verbesserungswürdig", da offensichtlich alle Kinder wussten, was gemeint war und wie die Strukturen zusammenhängen.








"Man kann auch sehen, dass die 4 ja auch größer ist als die 3."

"Und die 4 passt zweimal in die 8."




Plusaufgaben wurden gebildet und verbalisiert und es war spannend zu hören, wie die Kinder mathematische Zusammenhänge in ihren eigenen Worten zum Ausdruck brachten.



Im Anschluss an die gemeinsame Arbeit im Sitzkreis wurden die Stangen in das Zahlenheft gezeichnet.






Zur Weiterarbeit mit den numerischen Stangen habe ich mehrere Sätze kleiner Stangen bestellt, die die Kinder dann vor sich auf dem Tisch nutzen können.

Das Schöne an dem Material ist ja auch, dass viele unterschiedliche mathematische Aspekte angesprochen werden.

Der Ordinalzahlaspekt, in dem die Kinder die Stellung einer numerischen Stange innerhalb der gesamten Reihe benennen.
Ebenso der Kardinalzahlaspekt, da die Mächtigkeit der Menge aufgegriffen und in einen sinnvollen und nachvollziehbaren Zusammenhang gestellt wird.
Indem man sieht, dass sich die vier zweimal unter die acht legen lässt, kommt der Operatoraspekt zum Tragen.
Eine Stange bildet aber auch das Ergebnis von zwei nebeneinandergelegten Stangen, da bemerkt man den Rechenzahlaspekt und letztlich lassen sich mit den numerischen Stangen auch erste Messungen durchführen, so dass der Maßzahlaspekt die Kinder erkennen können, dass eine Zahl als Maßzahl für eine Größe dienen kann.

Und das alles lässt sich auf motivierende Weise für die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes begreifen.

Nickname 30.09.2011, 06.59 | (3/2) Kommentare (RSS) | PL

Das 29. Kind

Vor zwei Tagen wuchs die Anzahl der Kinder in unserer Klasse um ein Kind. Es fehlte nun ein Tisch. Da zwei Kinder erkrankt waren, gab es vorläufig noch kein Platzproblem, aber das war natürlich kein Dauerzustand.
Gestern also schoben wir einen weiteren Tisch in unsere Klasse und es stand sofort fest: Wir müssen Möbel verrücken.

Also stellten alle Kinder zunächst ihre Tornister in den vorderen Bereich der Klasse.



Egal wie wir schoben und rückten: Es blieb sehr eng.
Letztlich haben wir die Gruppentische allesamt in den vorderen Bereich der Klasse geschoben und eine andere Sitkreisvariante gewählt:







Ich finde es wichtig für die Kinder mitzuerleben, dass Sitzordnungen flexibel sind und kein starres Gerüst. Räume lassen sich verändern und dies wird sicher nicht die letzte Veränderung sein.
Der Bänkekreis ist um eine Bank zu eng, die Kinder sitzen recht dicht beieinander, das gefällt mir noch nicht.
Unsere Möglichkeiten sind jedoch sehr begrenzt und wir müssen einfach sehen, wie wir das Ganze noch optimieren können.
Zumindest haben wir durch den neuen Tisch nun einen freien Platz.
Sollte das 30. Kind zu uns kommen, müssten wir nicht wieder rücken......


Nickname 30.09.2011, 06.35 | (7/2) Kommentare (RSS) | PL

Individuelle Lernwege

Ich habe sehr lange überlegt, wie ich frühzeitig eine Art minimalistische Lerndokumentation mit den Kindern führen kann.
Irgendwann kam mir dann die Idee mit den Lernwegen. Zum einen haben wir nun den Buchstabenweg, einen allgemeingültigen Lernweg, zum anderen möchte ich mit jedem Kind eine erstklassgerechte Lerndokumentation über das eigene Lernen erstellen.
Als Weg hin zu späteren Lerntagebüchern.

Ich habe mich irgendwann entschieden, das in Form eines Leporellos für jedes Kind zu gestalten, bzw. besser ausgedrückt: Jedes Kind seinen eigenen Leporello gestalten zu lassen.

Dazu habe ich, um mir Arbeit zu ersparen, fertige Blanko Leporellos für die Kinder gekauft.
Sie sind aus sehr stabilem Papier und lassen sich wunderbar individuell gestalten.

Ich erklärte den Kindern den Sinn des Leporellos und sie malten heute ersteinmal ihre ganz eigenen Lernwege, die wir nun nur noch mit dem Gelernten füllen müssen:









Im ersten Schuljahr werde ich die Inhalte schreiben und die mit den Kindern besprechen und einkleben. Es wird sich zeigen, wann dieser Schritt auch mehr und mehr selbstständig von den Kindern übernommen werden kann.








Hilfreich für das heutige Malen des eigenen Lernweges war der Buchstabenweg, so dass die Kinder schon eine Vorstellung von dem hatten, was im Leporello entstehen soll.

Natürlich haben wir heute auch noch gerechnet, geschrieben und mit dem Anlautschrank gearbeitet.

Neu waren Blätter, auf denen der Anfangslaut eines Wortes farbig gekennzeichnet werden sollte.

Einige Kinder nahmen die Anlauttabellen zur Hilfe, andere lösten die Aufgaben bereits so.










Und da heute Donnerstag ist, wurde das Schätzglas entleert, 21 Autos befanden sich darin und neu befüllt, heute mit mitgebrachten Eicheln:






Ui, das ist schwierig.

Wir haben Namenskärtchen geschrieben und an die Seitentafel gehängt. Daran schreiben wir die Schätzungen und können so den Schätzkönig/die Schätzkönigin der Woche mittels eines Krönchens kennzeichnen.

Das haben wir uns heute spontan gemeinsam überlegt und die Idee, die von den Kindern kam, fand ich richtig toll.

Einige Kinder fieberten heute schon dem Klassenrat entgegen, da sie sich in das Klassenratsbuch eingetragen haben.
Morgen findet dann auch unser zweiter Klassenrat statt und ich bin sehr gespannt darauf!





Nickname 29.09.2011, 17.54 | (7/1) Kommentare (RSS) | PL

Noch in der dritten Woche

Die Unruhe und Geschäftigkeit der ersten Schultage ist einem eingependeltem Schulvormittag gewichen. Das erleichtert das gemeinsame Arbeiten, verführt aber auch dazu, manchmal zu hohe Erwartungen an die Kinder, sich selber und den eigenen Unterricht zu stellen.

Ich empfinde es dann immer als sehr hilfreich mit den Parallelkolleginnen zu sprechen, sich kurz auszutauschen und festzustellen, das, was wir erleben ist "normal".

Die Schulvormittage sind randvoll mit zahlreichen Erlebnissen und vielen unterschiedlichen Lernaugenblicken und für die Kinder bleibt nach wie vor eine Menge zu verarbeiten.

Gestern Abend habe ich darüber nachgedacht, was geschieht, wenn das Klassenratsbuch in Vergessenheit gerät oder in dieser Form nicht angenommen wird?
Heute dann trugen sich zwei Kinder nach der Pause ganz selbstständig in das Buch ein und das sind solche Momente, in denen ich ganz glücklich bin und denke, ja, wir sind auf dem richtigen Weg.

Das zeigte sich auch beim Experiment der Woche.
Heute mal jeweils in der kleinen Gruppe und im Kreis durchgeführt.









Die Vermutungen vor dem Versuch beliefen sich auf zwei Möglichkeiten:

"Der Bierdeckel fällt ab!" sowie
"Das Wasser klebt den Deckel fest!"

Wir erlebten übrigens beides und die Kinder fanden viele sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten zu beschreiben, was warum und wie passiert.



Ein Kind fasste es dann so zusammen:

"Die Luft hier im Raum drückt gegen den Deckel und drückt den Deckel an das Wasser!"
und ein anderes Kind ergänzte:

"Und das ist wie so eine Saugglocke!"

Wir üben die Abläufe, wir üben das Vermuten, das Ausprobieren und das genaue Beobachten. Und anschließend gibt es dann eben auch eine Art "Versuchsprotokoll", heute wieder in Form von Fotos, die in die richtige Reihenfolge geklebt werden mussten.










Hin und wieder wurden nicht die Fotos, sondern die Texte ausgeschnitten, aber letztlich fand sich später doch alles im eigenen Tagebuch wieder und wie heißt es doch so schön:

Viele Wege führen nach Rom!

Die erste (und vierte) Schulstunde verging so wie im  Fluge und als die ganze Gruppe da war, wir uns begrüßt und gemeinsam ein wenig gesungen hatten, stand noch einmal kurz der "Herbst" im Raum.

Unser Jahreszeitentisch durfte weiter dekoriert werden. Ich hielt mich komplett heraus und beobachtete folgendes:

Während einige Mädchen es nicht müde wurden, die Gegenstände hierhin und dorthin zu rücken, immer wieder überprüfend, wo welches Wesen und welche Kastanie am besten zur Geltung käme, verfolgten die Jungen eher eine pragmatischere Methode, nahmen die mitgebrachten und mit Naturmaterialen gefüllten Tüten und schütteten sie schlicht über den Jahreszeitentisch aus.

Die Empörung der  Mädchen war dementsprechend groß und die Jungen wurden von den Mädchen des Tisches verwiesen.
Was den Jungen aber nicht viel ausmachte, denn sie hatten ja ihren Auftrag erfüllt, Kastanien gesammelt und den Jahreszeitentisch damit ergänzend dekoriert.



Es waren aber letztlich alle Kinder mit dem Ergebnis zufrieden und wir begannen, an einem der Whiteboards erste Kalenderschritte zu wagen.
Heute nur in Form von Jahreszeitenbildern und passenden Schriftzügen, die von zwei Kindern schon laut vorgelesen werden konnten.



Nach und nach wird hier ein Kalender entstehen, der uns täglich begleiten wird.

Das Thema Herbst bot auch Anlass darüber zu sprechen, wie dunkel es noch morgens sein kann, wenn man früh zur Schule muss.
Da kamen die ADAC Western für die Erstklässler gerade recht. Wie jedes Jahr, so konnten wir auch in diesem Jahr unser Erstklässler mit den kostenlosen Westen ausstatten.
Natürlich wurde eine schon einmal anprobiert:





So wird sicher niemand im Dunkeln übersehen!

Nach einer kurzen Mathezeit, in der die Kinder an unterschiedlichen Aufgabenstellungen arbeiteten, kam erstmalig der Druckschriftlehrgang zum Einsatz.



Wir hatten das A und a ja schon verschiedentlich geschrieben, so dass es nun schon (fast) in die Linien passte:






Da die Kinder demnächst ja in ihrem eigenen Tempo in dem Heft und auf unserer Buchstabenstraße arbeiten werden, mussten neue Übungsformen, die in dem Heft vorkommen eingeführt werden.
Für die Kinder kein Problem.

Wir nutzten die Gelegenheit und erstmalig kam nun auch unser Zeitwächter und unser Timer zum Einsatz.




Nach 15 minütiger, konzentrierter und vor allem sehr sehr leiser Arbeit wurde der Tisch ohne weiteren Hinweis aufgeräumt und der Zeitwächter musste  nur sehr wenige Kinder an die abgelaufene Zeit erinnern.
Wieder ein Schritt in Richtung mehr Selbstständigkeit.

In dieser Woche findet letztmalig der Unterricht nach unserem Ampelmodell statt. Ab der kommenden Woche kommen also die anderen Unterrichtsfächer wie Religion und Sport hinzu und es ist nicht immer nach der dritten oder vierten Stunde Schluss. Das wird sicher  noch einmal eine Umgewöhnung.

Aber am langen Wochenende können wir uns ja gezielt ausruhen und auf die nächste Woche vorbereiten.




Nickname 27.09.2011, 15.29 | (6/3) Kommentare (RSS) | PL

Buchstabenschrank und Jahreszeitentisch

Langsam entwickeln sich Wochentagsstrukturen. Montags erzählen wir vom Wochenende, dienstags gibt es das Experiment der Woche. Donnerstag ist Schätzglastag und Freitag halten wir den Klassenrat.
Rhythmisierung schafft Strukturen und Strukturen schaffen Sicherheit.
Was jedoch nicht bedeutet, dass Strukturen unveränderlich bestehen müssen. So haben wir ja am letzten Dienstag erlebt, dass aktuelle Geschehnisse keinen Raum mehr für das Experiment der Woche ließen.
In der Regel jedoch, werden wir versuchen, unsere Strukturen beizubehalten und zu ergänzen.

Nach der Erzählrunde vom Wochenende, in der natürlich auch noch einmal der Sponsorenlauf vom Samstag zur Sprache kam, begannen wir heute mit der Einführung des Buchstaben des Tages.



Wir sprachen das "A" und hörten die unterschiedlichen Klänge im Wort "Ameise" und "Affe" heraus.
Darüber kamen wir zu der Frage, wie sich das große und das kleine A am besten schreiben lassen.
Große Plakate veranschaulichten die Schreibrichtung und wir schrieben den Buchstaben erst in die Luft, auf die Tische und später auf die Kunststofftafeln.



Nach diesen Schreibübungen holten wir den großen Buchstabenschrank zu uns in den Kreis.



Viele kleine Schubladen laden dazu ein, gefüllt zu werden. Die Kinder fanden sehr schnell heraus, dass nur bestimmte Dinge in bestimmte Laden dürfen.



Nachdem wir geklärt hatten, was dies für eine Knolle ist, wanderten die Radieschen in die "R" Schublade.

Bei den Zitronen wurde es schwieriger. Gehören sie in die "C" Lade oder doch eher zum "Z"?



Wir hörten noch einmal genau hin und verglichen mit anderen Wörtern, aber herauszuhören war es fast wirklich nicht.

Dennoch landeten die Zitronen beim "Z".

Auch für die "A" Schublade fand sich etwas: ein Ast.
Wobei der sollte eigentlich zum "Sch", denn es war irgendwie ein kleiner "SCHtock". Ach, das ist aber auch wirklich nicht so einfach mit den ganzen Lauten....

Ein Anspitzer wurde noch in die "A" Lade gelegt, leihweise, denn eigentlich gehört er ja in das Etui eines Kindes.

Tag um Tag sollen sich nun die einzelnen Schubladen füllen, so dass der Buchstabenschrank fest in den Unterricht etabliert wird.
Das Heraushören der Laute, das phonologische Bewusstsein, nimmt einen großen Raum ein in unserer Klasse und der Schrank eignet sich hervorragend, um auf nette und ansprechende Weise Laute zu entdecken, zu sprechen, zu hören und zuzuorden.

Nun war aber wieder aber Stillarbeitsphase an der Reihe. Da ich noch in dieser Woche die Buchstabenstraße einführen möchte, müssen die Kinder vorab mit den einzelnen Elementen vertraut gemacht werden.

Heute waren dies u.a. auch die Lautsuchbilder, die in die Buchstabenhefte der Kinder geklebt werden sollen.





Ja, ein Buchstabenheft führen wir jetzt auch noch.
Ganz schön viele Hefte, aber noch haben alle den Überblick und wissen genau. welches Heft wann gemeint ist.



Auf dem "A" Blatt fanden sich viele unterschiedliche "A" Wörter, auch neue und unbekannte, so zum Beispiel "Anorak" und natürlich das schwierige Wort "Amulett".

Morgen werden dann weitere Elemente der Buchstabenstraße eingeführt, so dass der selbstständigen Arbeit bald nichts mehr im Wege steht.

Aber natürlich haben wir uns heute auch um die Mathematik gekümmert. Jedes Kind zeigte mir seinen rechten Arm und ich konnte ein rotes Armband darum binden.  Und nachdem nun allen klar war, wo rechts ist, konnte auch die entsprechende Seite in der Eingangsdiagnostik von Felx und Flo wunderbar bearbeitet werden.
Die weiteren Seiten erschlossen sich die Kinder weitgehendst selbstständig.





Und zum Schluss blieb uns auch noch Zeit, um langsam aber sicher in das Thema "Herbst" einzusteigen.

Hier kam erstmalig der Jahreszeitentisch zum Einsatz. Wir sprachen über Herbstfarben und fanden in einer ollen Pappschachtel ganz zauberhafte Wesen. Einige passten zum Herbst, andere eher nicht....



So dekorierten die Kinder den Jahreszeitentisch, der aber längst noch nicht fertig ist....

Ich bin gespannt, wie viele Kinder morgen daran denken, Kastanien, Blätter, Eicheln und andere Herbstboten mitzubringen, um den Tisch weiter zu verschönern.

Nickname 26.09.2011, 15.46 | (23/0) Kommentare (RSS) | PL

Der erste Klassenrat

Mit der Einrichtung eines Klassenrates verbinde ich u.a. die folgenden Intentionen:


* Erziehung zur Demokratiefähigkeit

* Förderung des Klassenklimas

* Identifikation mit der eigenen Klasse und der Schule

* Stärkung des Einzelnen

* Vermittlung von Kernkompetenzen


Sehr schön beschrieben ist dies in dem Buch "Praxisbuch Klassenrat", das, obwohl es eher für ältere Schüler angelegt ist, sehr gute Ideen und Impulse bietet.

Mir war wichtig, den Klassenrat als festes Element sehr früh in unseren Klassenalltag zu integrieren. In Klasse 1 natürlich heruntergebrochen auf die derzeitigen Fähigkeiten und Kenntnisse der Kinder.

Gelesen hatte ich davon auch im eher theorielastigem Buch "Unterrichten im ersten Schuljahr".
Bislang hatte ich den Klassenrat immer erst in Jahrgang drei eingeführt, aber eine Einführung in Klasse 1 halte ich für sehr sinnvoll. So wachsen die Kinder in die Aufgaben hinein und Jahr für Jahr kann der Klassenrat erweitert und umstrukturiert werden.

Gestern haben wir zunächst darüber gesprochen, was der Klassenrat ist und wie wir ihn praktizieren werden.
Zeitlich ist der Klassenrat auf eine Stunde am Freitag begrenzt. In dieser Stunde treffen wir uns im Sitzkreis und der Stuhlkreispräsident leitet in Klasse 1 die Klassenratsitzung.
Gestern allerdings, zur Einführung, übernahm ich die Leitung.

Vorgestellt habe ich das Klassenratsbuch:



Es liegt an einem festgelegten und leicht zugänglichen Ort in unserem Klassenraum. Kinder, die ein Problem haben, die Streit mit anderen hatten, sich geärgert fühlten oder ein anderes Problem besprechen möchten, tragen im Laufe der Woche voerst ihren Namn in das Buch an.
Vorerst deshalb, weil mit fortschreitendem Schriftspracherwerb auch mehr in das Buch geschrieben werden kann als lediglich der Name.

In der Klassenratstunde am Freitag erhalten die Kinder, die sich in das Buch eingetragen haben Redezeit.
Sie tragen ihr Problem vor und gemeinsam suchen wir nach einer Lösung.


Unsere derzeitigen Regeln für den Klassenrat lauten:



1. Wir treffen uns im Sitzkreis.

2. Es redet immer nur ein Kind.

3. Der Stuhlkreispräsident leitet die Sitzung.

4. Kinder, die sich in das Buch eingetragen haben erhalten Redezeit.

5. Wir suchen gemeinsam nach einer Lösung.


Zudem tauschen wir am Ende der Klassenratsitzung auch noch die Dienste.

Mit zunehmenden Schuljahren werden die Sitzungen entsprechend komplexer und die Abläufe ändern sich entsprechend.

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass nicht jedes Problem bis Freitag warten kann und die Kinder lernen müssen da zu differenzieren:

Ist es ein Problem, das sofort und auf der Stelle gelöst werden muss oder kann ich bis Freitag, bis zu einer generellen Lösung warten?

Das muss sich erst einspielen und je eher man damit beginnt, desto eher wird der Klassenrat zu einem routiniertem Instrument der Problemlösung.
In der gestrigen Sitzung wurden bereits mehrere Probleme angesprochen und gemeinsame Lösungswege entwickelt.

Ich weiß aus Erfahrung, dass man sich als Lehrer häufig selber unter Zeitdruck setzt und meint, man habe keine Zeit "für so etwas".
"So etwas" ist jedoch meiner Meinung nach enorm wichtig und es zahlt sich für jedes Kind und für die Klassengemeinschaft aus, wenn man sich die Zeit nimmt und vor allem in aller Ruhe, nach einer festgelegten, aber modifizierbaren Struktur Probleme gemeinsam zu klären und zu lösen versucht.

Mal schauen, wie es mit dem Klassenratsbuch funktioniert in der nächsten Woche!





Nickname 24.09.2011, 17.56 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

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Termine:
  
 
Montag, 03.09.2012
Klassenpflegschaft
19.30 Uhr
im Klassenraum