Pinguin-Klasse
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Melanie:
Hallo. sieht wirklich toll aus. Eine Frage h
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Amanda:
Ach, schade. Weder die durchleuchtenden Bilde
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Lucy kurajo:
Garnicht gut auf denn Blättern sind nur 3wö
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Mandy :
Hallo, ich würde gerne wissen wie der Ziffer
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Anna:
Tolle Idee, hab ich gleich nachgemacht. Dank
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María Diaz:
;)
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Schule:
Hallo, tolle Arbeit. Gibt es auch die Plakate
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William Lee Reed:
Ich wünschte meine damalige Klasse wäre mit
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Julia:
Hallöchen! Zufällig bin ich auf diese Seite
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Annette:
Hallo! Vielen Dank für die so schön ausfüh
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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: vor der Einschulung

Umzugschaos

Heute wurde der neue Klassenraum mit Sack und Pack bezogen. Obwohl ich die vierte Klasse erst im Dezember übernommen habe, fand sich eine Menge, das eine Etage tiefer transportiert werden musste.
Dank der fleißigen Viertklässler war der Umzug aber in weniger als einer halben Stunde geschafft.
Allerdings herrschte im neuen Raum zunächst das totale Chaos.



Drei Schränke weniger hat dieser Raum und so wussten wir auch erstmal gar nicht, wohin mit all den Materialien und Sachen.





Das schlimmste Chaos habe ich erst gar nicht fotografiert, hier hat sich die Unordnung schon ein wenig gelichtet. Glücklicherweise gibt es einen sehr großen Wandschrank, in den ich nun erst einmal alles gepackt habe, was ich nicht unmittelbar benötige.
Beim Wechsel von der Vier zu einer Eins ist das eine ganze Menge.

Der neue Raum hat lange und vor allem tiefe Regale an der Rückwand. Ideal zum Aufbauen von Stationen und Werkstätten - oberes Regal - und Bücher und Materialien im unteren Regal.



Um die Bänke stellen zu können habe ich schon ein wenig mit der Sitzordnung jongliert und werde die Tische so oder sehr ähnlich stellen.
In der Mitte bleibt somit sehr viel Platz für den Bankkreis und an Rück- und Vorderwand - die Tafel wird in der ersten Ferienwoche entfernt - bleibt ausreichend Platz für Freiarbeitsregale, Eigentumsfächer und Bücher.



Das Pult habe ich, wie immer, seitlich gestellt, diesmal abgeteilt mit einem Raumteiler, so dass eine kleine Lehrernische entstanden ist mit Platz für meine Unterlagen und Bücher.



Die Tische der Kinder stehen in Vierergruppen an den Außenwänden. Mit ein wenig Abstand zur Wand, so dass die Tornister noch gut ihren Platz neben den Tischen finden können.

Die derzeitige Frontseite steht noch nicht so, wie sie später aussehen soll.
Im Grunde ist das erst ein Provisorium, denn in den Ferien müssen die Möbel ausgetauscht werden.
Dies ist das Vierermobiliar und wir benötigen ja das kleine Mobiliar in der Eins.



Meine Werkstätten habe ich in Archivkisten verpackt und auf den PC Schränken deponiert. Das gefällt mir zwar gar nicht, aber ehrlich gesagt weiß ich noch nicht so recht, wohin mit den Kisten....



Das Chaos in den hinteren Regalen muss beizeiten natürlich beseitigt werden.
Erst benötige ich einen Überblick, wo ich was verstauen kann.



Die Farbgestaltung ist wenig einladend. Ich frage mich immer, wer solche Farben aussucht? In den Ferien muss da einiges noch verschönt und attraktiver gestaltet werden.
Es ist noch ein langer Weg bis zu dem Klassenraum, den ich mir für die künftige Eins vorstelle.

Es fehlen Regale, es fehlt Farbe, es fehlt das Material, das sich noch in meinem Büro stapelt.
Ich habe mir vorgenommen, in den Ferien eine Woche lang Zeit in den Raum zu investieren.

Der Raum ist für mich für ganz viele Dinge mit entscheidend und ich habe mir gedanklich bereits eine Prioritätenliste erstellt.

Und wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, dann ist der Raum bis zur Einschulung einladend und lernattraktiv gestaltet.
Also nicht erschrecken. So bleibt es natürlich nicht.....

Nickname 18.07.2011, 15.15 | (18/1) Kommentare (RSS) | PL

Bis zum Schulanfang...

...dauert es nicht mehr so lange.



Wie ich heute hier las füllt Staples auch in diesem Jahr kostenlos die Schultüten von Schulanfängern.
In NRW vom 29.08.2011 bis 02.09.2011.
In Bochum, Gladbeck, Gelsenkirchen und Essen gibt es Filialen in unserer Nähe.
Vielleicht also ein Tipp für die zukünftigen "Pinguine".

Nickname 12.07.2011, 05.39 | (7/0) Kommentare (RSS) | PL

Faszinierendes Hintergrundwissen und neue Ideen

In der letzten Woche erhielt ich die neue "Grundschulzeitschrift" und fand wirklich alle Artikel - was ja ansonsten eher selten ist - interessant und aufschlussreich.



Angefangen von "Kindheiten heute - zur Soziologie einer modernen Kindheit" von Christian Alt bis hin zu einem sehr inspirierenden Bericht von Maike Gotta, "Das Kind im Mittelpunkt".

Maike Gotta beschreibt hier sehr anschaulich ihren eigenen Unterricht und besonders beeindruckt hat mich ihre Sitzordnung in der Klasse, denn sie hat für alle Kinder eigene kleine "Büros" abgeteilt.
Mittels Regalen wurde persönliche Arbeitsbereiche für alle Kinder geschaffen. Diesen Arbeitsplatz konnten sich die Kinder selber einrichten, wobei auf den Fotos zu sehen ist, dass einige Elemente bei allen Kindern vorhanden zu sein scheinen (Ablagefächer etc.).
Sehr schön herausgestellt hat Frau Gotta auch noch einmal die Diskrepanz zwischen individualisiertem Unterricht und standardisierten Überprüfungen.

Diesen Artikel, sowie die anderen Artikel sind wirklich außerordentlich empfehlenswert.

Während des Lesens wurde ich auf eine Werbeanzeige aufmerksam, die die Bücher der Reihe
"Was Erwachsene wissen sollten" anpries.

Die Inhaltsangaben lasen sich so gut, dass ich mir vier der sechs Exemplare bestellte.




Sofort gelesen habe ich das Buch von Mechthild Dehn "Kinder & Lesen und Schreiben".
Insbesondere, wenn man eine erste Klasse übernimmt findet man in diesem Buch sehr wertvolle Hinweise und Hintergrundwissen gebündelt.
Sehr schön auch noch einmal zusammengefasst, wie die Kinder lernen und welche Vorerfahrungen sie bereits mit in die Schule bringen.
Die Autorin verweist darauf, dass sich unser Blickwinkel ändern muss.
Nicht "Was können wir von Schulanfängern erwarten?" sollten wir fragen, sondern:

"Wie können wir bemerken, was die Schulanfänger schon können, was im Horizont ihres Interesses liegt und worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten?"
(S. 14)

Insgesamt eine Buch, das ich allen Erstklasslehrern wärmstens empfehlen kann.
Man findet auch sehr viele gelungene Anregungen in Bezug auf die Elternsicht und Elternarbeit darin bzw. Ideen und Anregungen, wie man Eltern über die Thematik sinnvoll informieren kann.

Als nächstes habe ich Rita Rohrbachs "Kinder & Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft" gelesen.
Dieses Buch gehört in die Hand aller Sachunterrichtslehrer. Es beschreibt sehr anschaulich, wie und wo Kinder im Alltag mit Geschichte konfrontiert werden, welche unbeantworteten Fragen sich ergeben und wie daraus auch häufig ein "stilles Wissen" entsteht.
Über den Umgang und die Gefahren dieses "stillen Wissens" findet man ebenso Abhandlungen wie darüber, wie man mit Kindern in Gespräche über Geschichte kommen kann und wie Verstehensprozesse angeleitet werden können.

Für Geschichtsunterricht in Grundschulen eine wahre Fundgrube und sehr gut recherchiertes Hintergrundwissen.

Noch nicht gelesen habe ich hingegen "Kinder & Religion". Da ich selber kein Religion unterrichte, wird diese Lektüre eher aus mütterlicher Sicht interessant für mich sein.

In den Ferien werde ich mich dann dem Buch "Kinder & Mathematik" zuwenden und erhoffe mir ganz ähnlich gut Anregungen wie in dem Buch von Mechthild Dehn.


Ebenfalls durch die Grundschulzeitschrift wurde ich aufmerksam auf den Sammelband Grundschule "Schulanfang in allen Fächern".



Hier hat mir insbesondere der Artikel von Edeltraut Röse "Von Anfang an das Chaos bannen" gefallen.  Sie beschreibt die ersten Schultage in einem ersten Schuljahr und viele Ideen und Anregungen fand ich sehr brauchbar und sinnvoll.
Auch die anderen Artikel in diesem Sammelband sind interessant und hilfreich und sehr praxisorientiert geschrieben.

Alles in allem konnte ich meinen Fundus mit diesen Werken stark bereichern und werde sicherlich immer wieder einen Blick in die einzelnen Hefte und Bücher werfen, um mir Ideen zu holen bzw. das theoretische Wissen aufzufrischen.



Nickname 09.07.2011, 08.03 | (5/1) Kommentare (RSS) | PL

Einige Entscheidungen

Nachdem ich nun wirklich ausreichend lange und intensiv über den möglichen Nutzen der Wandtafel nachgedacht habe, wurden die Überlegungen konkreter.
Ich fand kein überzeugendes Argument für den Erhalt der Tafel und so steht meine Entscheidung im Grunde fest.

Bleibt zu überlegen:
Wie einfach ist es, die Tafel abzubauen und mit welchen Kosten wäre das verbunden?

Derart ungewöhnliche Einzelwünsche können nicht zu Lasten des Schulkontos gehen und somit sind der Kosten-Nutzen-Aufwand mit das wesentlichste Element der Planungen und Überlegungen.
Die Idee, unser Hausmeister könne "mal eben" ganz einfach die Tafel abmontieren, schied nach mehreren Gesprächen und Telefonaten mit der Tafelfirma aus.

Der Abbau und Abtransport liegt bei ca. 170 Euro. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Raum höchstwahrscheinlich für sehr lange Zeit "mein" Klassenraum sein und bleiben wird, habe ich mich entschlossen, den Abbau für die erste Ferienwoche zu organisieren.

Es ist davon auszugehen, dass die Wand hinter dem Tafelaufbau katastrophal aussehen wird und einen neuen Anstrich benötigen wird.
Inwieweit das im Zuge von dringend nötigen Renovierungsarbeiten in unserer Schule geleistet werden kann, bleibt abzuwarten.

Anstelle der Tafel werde ich drei große magnetische Whiteboards hängen und zwar in kindgerechter Höhe.
Diese Whiteboards gibt es bereits recht kostengünstig und sie haben im Vergleich zur Tafel einfach den Vorteil, dass sie immens flach an der Wand hängen und weder viel Raum einnehmen, noch zum automatischen Blickfang werden.

Da ich häufig mit magnetischen Material arbeite, können die Boards vielfältig genutzt werden und natürlich sind sie auch beschriftbar.

Mir ist bewusst, dass die Fachlehrer der Klasse diese Raumänderung nicht unbedingt und zwangläufig positiv finden werden, aber ich gehe davon aus, dass flexibel genug reagiert werden kann.

Die seitliche Wandtafel bleibt in jedem Fall bestehen. In erster Linie geht es mir darum, Wandraum zu schaffen, so dass die Wand für das Stellen von Regalen und/oder Tischen nicht so verloren ist, wie das zur Zeit in unseren Räumen der Fall ist.

Letztlich kann ich mich erst in den Ferien näher mit der Raumplanung befassen, wenn ich in aller Ruhe schieben, stellen und ausprobieren kann.

Neben der Entscheidung gegen die Wandtafel, einer sehr individuellen Entscheidung, haben wir als zukünftige Parallelkolleginnen zusammengesessen und uns für ein neues Mathelehrwerk entschieden.
Nach der Durchsicht mehrerer Werke fiel unsere Wahl auf "Flex und Floh".

Interessanterweise führte ich nach unserer Entscheidung ein Gespräch mit einer Fachleiterin für das Fach Mathematik, die dem Konzept von "Flex und Floh" skeptisch gegenüberstand und das zu große und ausschließliche Individualisieren zu Lasten der mathematischen Sprachentwicklung sah.
Das war ein wichtiger Hinweis, den ich in die weiteren Planungen und Überlegungen aufnehmen werde.

Am kommenden Mittwoch nun findet der erste Elternabend für die zukünftigen Erstkläßler in den Klassen statt.
An diesem Abend wird mir meine Doppelfunktion noch einmal sehr genau bewusst.

Nachdem Allgemeines im großen Plenum besprochen wird, gehen die Eltern mit den einzelnen Klassenlehrerinnen in die Klassen und klären dort klassenspezifische Inhalte.

Ich bin gespannt, wie viele Eltern die Gelegenheit wahrnehmen und an diesem Abend kommen werden!

Nickname 03.07.2011, 10.20 | (13/2) Kommentare (RSS) | PL

noch einmal der Klassenraum

Ich werde nicht in meinem jetzigen Raum bleiben, sondern zum Sommer hin eine Etage tiefer ziehen.
Das hat nur den einen Grund, dass mein Büro und der Klassenraum so sehr nah beieinander liegen, Wege kürzer werden und ich mir so ein wenig Zeitersparnis und weniger Organisationsaufwand erhoffe.

Seit Tagen versuche, interessante Seiten und Fotos im Netz zu finden, die mir weitere Ideen geben und mein Sachwissen auffrischen.
Dabei bin ich auch auf Axel Menikheim und seine Arbeit über "Aspekte lernfördernder Klassenraumgestaltung" aufmerksam geworden.
Obwohl diese Arbeit bereits elf Jahre alt ist, fand ich einige Aspekte darin sehr interessant, schlüssig und nützlich.

Aus Interesse habe ich weitergesucht und bin auf der Seite "Bauen für Geborgenheit" gelandet.
Dort kann man einen nach dem Würzburger Modell eingerichtetes und gestaltetes Klassenzimmer anschauen.

Irgendwie habe ich dann weiter gesucht und mit einem Male entdeckte ich die Landauer Möbel.
Genial. Ich bin begeistert.
Ein Blick auf den Preis hat meine Begeisterung dann zunächst einmal wieder gedämpft.

Einen ganzen Raum werden wir kaum mit diesen Möbeln bestücken können. Rein finanziell, aber auch platzmäßig. Allerdings kann ich mir diese Möbel sehr gut als Ergänzung im Klassenraum vorstellen.

Mich überzeugt die Flexibilität und Vielseitigkeit dieser Möbel. Verglichen mit den schweren Standardtischen in unserer Schule lassen sich Räume so sicherlich viel schneller den aktuellen Lernsituationen anpassen.

Hier gibt es einen Zwischenbericht aus der Praxis zu lesen.

Ich halte die Klassenraumgestaltung für ein ganz wesentliches Element von Unterricht und Lernen und finde es spannend, zu sehen, was es an Möglichkeiten gibt!



Nickname 13.06.2011, 15.09 | (8/1) Kommentare (RSS) | PL

Gedankenstau

Ich merke, dass nun die Phase beginnt, in der es schwierig für mich wird, das aktuelle emsige und teilweise hektische Geschehen auf ein ruhiges Level zu bringen und gleichzeitig der vierten Klasse einen schönen Abschluss zu bereiten und in den Startlöchern für Klasse 1 zu stehen.

Meinem Arbeitsplan hinke ich teilweise hinterher. Die Anlauttabelle ist noch nicht fertig, aber in Arbeit. Damit kann ich gut leben, denn ich werde mich erst in den Sommerferien ausführlich mit der Materialerstellung befassen.

Der erste Elternabend für die Eltern der zukünftigen Erstklässler naht und da drängt es aktuell, sich doch im Klaren darüber zu werden, welches Material die Eltern anschaffen sollen und auf welches wir bewusst verzichten möchten.

Fest steht, wir benötigen:

* die Postmappe (um die ich mich selber kümmere)
* einen Schnellhefter für Liedblätter, so dass eine Sammlung entstehen kann
* ein Hausaufgabenheft

* einen Wasserfarbkasten und Pinsel
* ein Etui mit dem üblichen Schreibzeug
* einen Zeichenblock DIN A4
* einen Zeichenblock DIN A5
* Wachsmalstifte

* Karteikarten (für unser Rechtschreibkonzept)
* Karteikasten (den ich per Sammelbestellung ordern werde, sofern die Eltern einverstanden sind)

* Sportzeug

Fest steht nach wie vor noch nicht, wie ich mit dem Mappenproblem umgehen werde.
Nutze ich gar keine Mappen mehr? Gelingt es mir, auf sämtliche Kopien zu vezichten?
Beginne ich von Anfang an mit Epochenheften? Oder setze ich zwei Schnellhefter auf die Liste?
Einen für angefangene und einen für beendete Arbeitsblätter?

Was benötigt die Religionfachlehrerin, was die Englischlehrerin im zweiten Halbjahr?

Das sind ganz praxisnahe Überlegungen, die ich immer wieder diskutiere. Ebenso stecke ich nach wie vor in dem Überlegungsprozess zum Mathelehrwerk, wobei man hier ganz klar sehen muss, dass man eben nicht alleine im System steckt, sondern es verbindliche Absprachen im Kollegium und an der Schule gibt.
Nichts, was man nicht ändern könnte, aber um Teamarbeit zu etablieren, muss man selber Teamspieler sein.

Parallel zu diesen ganz konkreten Überlegungen habe ich mich in letzter Zeit noch einmal vermehrt mit unterschiedlichen Unterrichtsformen, Ideen und Möglichkeiten auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass ich zwischen allen Theorien und Welten hänge und - das halte ich für entscheidend - dort sehr wohl fühle.

Ich bin doch recht weit entfernt von dem Weg einer Grundschule Harmonie und entferne mich immer weiter, je mehr Artikel ich von Herrn Hövel lese. Wobei wir da auch unmittelbar wieder in dem Bereich der Absolutismen wären. Da möchte ich mich nicht wiederholen.
Meine Grundüberzeugung ist in Bezug auf unsere Schule auch eine eindeutig andere.

Wertvolle und anregende Ideen erhalte ich zunehmend  aus der Montessoripädagogik, obwohl mich vor Jahren eben auch dort das Einseitige störte.

Mittlerweile nehme ich keine Rücksicht mehr auf jene Menschen, die meinen, ihr Weg sei der alleingültige für alle.

Die Elemente der Montessoripädogik, die ich für meine Lerngruppe als passend und bereichernd empfinde nutze ich gerne und mit Begeisterung, ohne der Montessoripädagogik in seiner Gänze zu verfallen.

Und so wird mein Unterricht auch weiterhin geprägt sein von vielen sehr unterschiedlichen Elementen, Methoden und Materialien, ohne dass ich mich in eine dieser furchtbaren Skalen drängen und pressen lassen möchte, die einige selbsternannte Reformpädagogen nutzen, um den Unterricht anderer Kollegen zu klassifizieren.

Was für ein Widerspruch!
Während im Unterricht jedes Kind möglichst individuell wahrgenommen werden soll und muss, werden Lehrer plakativ in Schubladen gesteckt und oder gar in schwarz-weiß gezeichnet, überzeichnet, angeprangert.

Was wir den Schülern zugestehen, gar als unumwundenes MUSS empfinden, wird den Lehrern andererseits keinesfalls zugestanden.

Dem möchte ich ganz bewusst entgegentreten. Ich glaube nicht daran, dass es nur einen Weg, nur eine Möglichkeit gibt, Kindern in der Schule gerecht zu werden.
Vielfalt als Chance darf als Schlachtruf keine Einbahnstraße sein.

Und so bin ich mir zumindest über eines ganz deutlich im Klaren:
Ich werde die Vielfalt in beiden Richtungen nutzen. Und das bewusst und gerne und auf eine Art und Weise, die sich nicht klassifizieren lässt!

Nickname 11.06.2011, 09.28 | (32/2) Kommentare (RSS) | PL

Führerscheine


Mittlerweile kommt man - bei der Durchsicht aktueller Literatur und Kopiervorlagen rund um den Primarbereich - gar nicht mehr um sie herum, um all die Führerscheine und Diplome. Die inflationäre Verwendung des Begriffs "Führerschein" im Bereich von praxisnahen Unterrichtsmaterial, lässt selbigen im Primarbereich zu Gewöhnlichem degradieren.

Fand ich den Scherenführerschein noch richtig witzig und nützlich, so wunderte ich mich bereits im vergangenen Jahr auf der Didacta, wie viele weitere "Führerscheine" der Verlag direkt anschließend auf den Markt warf.
Da gibt es nun also den Bleistiftführerschein und natürlich den  Füllerführerschein (ich denke, dies ist der Ursprungsführerschein im Primarbereich), den Ranzenführerschein, sowie aus einem anderen Verlag den Flüsterführerschein.

Auch einen Zeichengeräteführerschein gibt es.

Ach ja, nicht zu vergessen den Leseführerschein. Angesichts all dieser Führerscheine schäme ich mich ja schon fast, seinerzeit selber ein Füller-Diplom entworfen zu haben.
Das Besondere ist längst verloren gegangen und man muss in dem Wust von Kopiervorlagen ganz genau schauen, um wertvolle Einzelmaterialien zu entdecken.

Es erstaunt mich, wie schnell sich so ein zunächst ja durchaus motivierend gemeinter Begriff abnutzen kann.

Als absolutes Negativbeispiel möchte ich jedoch den Erstklässlerführerschein anführen.





Als zukünftige wieder Erstklasslehrerin bin ich natürlich sofort auf den Zug aufgesprungen, in der Hoffnung für den stolzen Preis (26,80 Euro) brauchbares und praxisnahes Unterrichtsmaterial zu finden. Obwohl zum Beispiel Amazon meldet, das Buch sei noch nicht verfügbar, liegt es seit einigen Tagen hier bei mir herum und ich bin mehr als enttäuscht.
Leider kann man bei Amazon noch keine Rezension schreiben, darum muss ich meinem Ärger an dieser Stelle Luft machen.

(Apropos Amazon  Rezensionen. Schaut man sich einmal den Autor vieler dieser Führerscheine an und die entsprechenden Rezensionen und klickt man anschließend mal das Rezensionsprofil von "Brainstorm" an, so entdeckt man dass es durchaus auch Menschen mit mir gegensätzlicher Meinung gibt.)

Was da für 26.80 Euro verkauft wird ist meiner subjektiven und sehr persönlichen Meinung nach eine Frechheit.

Die Ideen an sich sind gar nicht einmal schlecht. In vielen kleinen Heften können/sollen die Kinder an Basiskompetenzen in den unterschiedlichen Bereichen arbeiten.
Jedem Heft voran steht ein immer gleicher Hinweis für Lehrer und Eltern, wie man das Heft einsetzen kann.

Leider ist das Material absolut wenig ansprechend, da es mit einer gängigen Schulschrift gestaltet wurde, die viele Kolleginnen und Kollegen sicher auf dem heimischen Rechner selber zur Verfügung haben.
Veenpikto nennt sich die Schrift, manchmal auch ein klein wenig anders.

Die Schrift an sich halte ich für sehr hilfreich, wenn man sich rasch selber mal ein Arbeitsblatt erstellen möchte. Von einem professionellen und teuren Verlagswerk ewarte ich hingegen ansprechenderes und individuelleres Bildmaterial.

Es mag aber durchaus sein, dass ich diebszüglich weitaus kritischer bin als andere Kolleginnen und Kollegen. Jedenfalls ärgere ich mich maßlos über diesen gänzlich überteuerten Kauf.
Keine einzige Seite dieses Buches werde ich nutzen oder einsetzen.

Ein Gutes hat der Kauf jedoch, ich muss mein Kaufverhalten wirklich kritisch überdenken. Immer wieder neige ich dazu, viel zu schnell etwas zu bestellen, immer in der Hoffnung, dass es meinen Unterricht bereichern wird.
Die wahren Perlen der Literatur findet man meistens jedoch ganz unerwartet und erhofft.

Sollte irgendwer nun dennoch Interesse an dem Erstklässlerführerschein haben - ich verkaufe mein Exemplar herzlich gerne.
;-)

Ist auch nur zweimal durchgeblättert, also absolut neuwertig.



Nickname 05.06.2011, 08.01 | (11/0) Kommentare (RSS) | PL

Die Tafel

Das Raum- bzw. Platzproblem habe ich ja bereits mehrfach erwähnt und meine diesbezüglichen Überlegungen beschäftigen mich tagtäglich.
Dominierend ist die aufklappbare Schultafel, die an der Frontwand des Raumes befestigt ist.



Eltern verbinden mit dieser Tafel nach wie vor ein "Vorne", so als würde sich der Unterricht tatsächlich nur auf diese Tafel konzentrieren.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die zahlreichen Situationen, in denen mir Eltern zu verstehen gaben, ihr Kind müssen weiter vorne sitzen, weil es ADHS hat oder ADS, schlecht sieht, schlecht hört, eine Wahrnehmungsschwäche hat, sich nicht umdrehen soll, schräg sitzen darf und überhaupt vorne mehr mitbekommt.

Faktisch ist es so, dass die Tafel in meinem Unterricht schon jetzt keine große Rolle mehr spielt.
Ich nutze lediglich die magnetische Fläche, um den Tagesablauf mit Schildern zu symbolisieren.
Ansonsten ist die Tafel eher bedeutungslos.
Ein "Vorne" im ursprünglichen Sinne gibt es in meinem Unterricht nicht.

Von daher stellt sich mir seit wenigen Wochen die Frage, ob der Platz , den diese Tafel einnimmt, nicht sinnvoller genutzt werden kann.
An der Tafelwand kann kaum ein Regal gestellt werden, von Tischen ganz zu schweigen.
Sprich, die Tafel nimmt eine ganze Wandseite "weg" und macht diese Wand für andere Möbel nutzlos.
Das stört mich.

Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sehr viele Schüler in die neue Klasse gehen werden und ich um jeden Zentimeter Raum ringen muss.

Nun ist es aber so, dass ich ja nicht auf einer einsamen Insel unterrichte, sondern in einem System, in dem von einem Tafelabbau ja nun auch jene Kolleginnen und Kollegen betroffen wären, die in meiner Klasse Fachunterricht geben werden.
Und wenn man innerhalb eines Systems arbeitet, kann man nicht auf Biegen und Brechen eigene Ideen umsetzen und das womöglich moch auf Kosten anderer.
Es gilt also abzuwägen.

Ich habe versucht, mir klarzumachen, für was die Tafel genutzt werden könnte.
Schwungübungen fallen einem da in Klasse 1 sofort ein. Das Anschreiben der Buchstaben mit Schreibrichtung.
Die Zeiten, in denen ich Buchstaben groß an die Tafel schreibe - in der Hoffnung 30 Kinder schauen mir konzentriert zu - sind vorbei.
Da gibt es individuellere Mittel und Wege. Schwungübungen im Großformat kann man auf Tapete, Papierbögen etc. malen und schreiben lassen.
Die Organisationsform ist eine andere, der Effekt meines Erachtens derselbe.

Die magnetischen Schilder kann ich an eine kleine, platzsparende Magnettafel hängen, das wäre nicht das Problem.
Hausaufgaben kann ich an der ebenfalls vorhandenen Seitentafel notieren.

Mir fällt partout gar nichts ein, wofür ich diese Tafel bräuchte.
In Klasse 3 und 4 gab es schon einmal Texte, die von den Kindern abgeschrieben werden sollten, aber diese Situationen kann ich an einer Hand abzählen. Dafür ein Monstrum von Tafel hängen zu lassen erscheint mir übertrieben.

Zentrale Unterrichtsform ist der Kreis, dabei ist weder der Blick auf die Tafel noch die Tafel an sich zwingend notwendig.

Beispielaufgaben in Mathematik?
Hm, fällt mir keine ein, für die ich eine Tafel bräuchte, wenn ich einen Sitzkreis habe.

Bleibt im Grunde zu überlegen, inwiefern das Kollegium vom Abbau der Tafel betroffen wäre.
Fachunterricht wird stattfinden in Englisch, Sport und Religion.
Man könnte natürlich organisieren, dass die Fachlehrer, sofern sie zwingend eine Tafel benötigen, in einen anderen Raum gehen.

Ich muss das weiter überdenken. Tendiere aber sehr zum Abbau.

Die Dominanz der Tafel in diesem Klassenraum spiegelt nicht das wieder, was Unterrichten ausmacht.

Das "Vorne" ist längst kein "Vorne" mehr, warum also länger daran festhalten?

Nickname 02.06.2011, 07.37 | (14/1) Kommentare (RSS) | PL

Die Schnupperstunde

Heute war es so weit. Ganz ganz viele zukünftige Schulkinder standen aufgeregt vor unserer Turnhalle. Manche hielten Mama oder Papa fest an der Hand, andere fühlten sich schon ohne diesen Rückhalt sichtlich wohl.
In der Turnhalle hatten wir zwanzig Stationen aufgebaut, betreut von den ruhigen und selbstbewussten Viertkläßlern, die sich rührend um die "Kleinen" kümmerten und denen die Verantwortung sichtlich gut tat.

Nicht alle zukünftigen Schüler waren gekommen, wohl aber die meisten, so dass ich einen wunderbaren ersten Eindruck vom zukünftigen Klassengefüge erhalten habe.

Zwanzig Stationen, um die fünfzig Kinder in der Halle, ich hatte ehrlicherweise mit einer immensen Lautstärke und viel Trubel gerechnet und war angenehm überrascht, wie leise, konzentriert und unproblematisch die Stunde herum ging.

Nach dem Austeilen der Namenskärtchen rannten wir bei einer Kleiderstaffel um die Wette, ehe die Kinder sich an die einzelnen Stationen begaben und dort sehr motiviert spielten, tobten, fuhren, stiegen, liefen, sprangen, erzählten, hörten, kegelten......

An jeder Station gab es einen netten Stempel in den Schulkindpass, den einige Kinder wie einen kleinen Schatz hüteten, andere ihn eher unwesentlich fanden.

Am Ende gab es noch ein Getränk für jedes Kind und schon hieß es wieder Abschied nehmen. Die Namen auf dem Papier haben nun bereits Gesichter für mich und selbst in der Kürze der Zeit habe ich zahlreiche Beobachtungen machen können und viele winzig kleine, aber wunderbare Gespräche geführt.

Die Idee, die Kinder bereits in den vorläufig zusammengestellten Klassen einzuladen hat sich bewährt. Auch der Parcours in der Halle kam bestens an.
Optimiert werden muss in jedem Fall noch die Einweisung der "Großen", die sich im Schulkindpass aufgrund fehlender Nummerierung nicht immer gut zurecht fanden.

Während die Kinder sich in der Halle austobten, hatten die Eltern die Gelegenheit sich im Konferenzzimmer bei Kaffee, Wasser und Keksen näher kennenzulernen.
In der Zeit, in der nicht meine zukünftige Klasse, sondern jeweils eine der anderen beiden Klassen in der Halle waren, konnte ich Fragen der Eltern beantworten und nette Gespräche führen.

Ohne die Viertkläßler hätte das Ganze jedoch sicherlich nicht funktioniert. Ihre liebevolle und geduldige Hilfestellung lockte auch die schüchternsten Kinder und Ängste konnten so auf sehr natürlichem Wege abgebaut werden.

Ich freue mich nun noch mehr auf das neue Schuljahr. Auch wenn es vorher heißt, Abschied zu nehmen....

Nickname 23.05.2011, 16.46 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Absolutismen

Gestern habe ich mit Freude und Genuss das Buch von Ulrike Kegler ausgelesen und mir viele neue Denkanstöße und Anregungen holen können.
Mit Freude und Genuss aus dem Grunde, dass endlich mal jemand, der andere, neue Wege geht, dies nicht mit dem Anspruch des Absolutismus beschreibt, sondern sachlich argumentiert, Fehler eingesteht und dem Leser niemals das Gefühl gibt, wenn Du es nicht so machst wie wir, machst Du es falsch.

Bereits vor vielen Jahren, als ich das Montessori-Diplom machte, fand ich die Einstellung meiner Mitstreiter: "Du sollst keine andere Göttin neben Maria Montessori haben!" grauenhaft.
Grauenhaft falsch, grauenhaft einengend, grauenhaft intolerant.

Immer wieder findet man Bücher, Artikel, Videos und Filme - das Netz selber ist ja voll davon - von namenhaften Pädagogen, Lehrern, Didaktikern, die interessante Wege gehen, auf neue Fährten verlocken wollen, dies aber mit dem Anspruch der Allgemeingültigkeit verbinden und verächtlich auf all jene schauen, die nicht sofort das propagierte Denken und Handeln übernehmen.

Und immer wieder bin ich erstaunt, ob der maßlosen Geringschätzigkeit mit der solche Menschen Andersdenkenden begegnen.
Und was zum Werbefeldzug für die eigene Pädagogik, den eigenen Weg werden soll, bewirkt das Gegenteil.
Einem Menschen, der mich gering achtet, weil ich andere pädagogische Prämissen habe als er selber, dem möchte ich ganz sicher nicht unreflektiert folgen und wenn ich ehrlich bin, stelle ich auch infrage, wie jene Menschen unseren Kindern Tolerenz vorleben.

Dieses: "Mein Weg ist der richtige, denn seht Ihr nicht, wie Ihr mit Euren Wegen den Kindern schadet?" ist geprägt von einer Anmaßung und Selbstüberschätzung, der ich persönlich nichts abgewinnen kann.

Erfrischend anders ist Frau Keglers Buch. Man legt es nach dem Lesen aus der Hand, hat viel zu Reflektieren und Nachzudenken, aber dennoch nicht das Gefühl, all die Jahre lang furchtbar schlechten Unterricht gemacht zu haben.

Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Menschen und mehr solcher Bücher.
Ohne missionarischen Eifer gelingt es viel eher, Leute zum Mitreißen und Umdenken zu bewegen.

So vielfältig wie Schulen, Schüler und Lehrer sind, so vielfältig wird Unterricht immer sein.
Das Laufen in den Fußstapfen anderen mag eine Weile angehen, wird aber schnell langweilig und vor allem mühsam.
Da gehe ich lieber eigene Wege, manchmal verschlungene Pfade, aus denen ich mich mühsam wieder herauswinden muss, um den Hauptweg wiederzufinden.
Aber immer im Bewusstsein, selber gegangen zu sein, nicht bloß gezogen zu werden.......

Nickname 22.05.2011, 07.51 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

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Termine:
  
 
Montag, 03.09.2012
Klassenpflegschaft
19.30 Uhr
im Klassenraum