Pinguin-Klasse
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Melanie:
Hallo. sieht wirklich toll aus. Eine Frage hä
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Amanda:
Ach, schade. Weder die durchleuchtenden Bilde
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Lucy kurajo:
Garnicht gut auf denn Blättern sind nur 3wört
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Mandy :
Hallo, ich würde gerne wissen wie der Ziffern
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Anna:
Tolle Idee, hab ich gleich nachgemacht. Dank
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María Diaz:
;)
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Schule:
Hallo, tolle Arbeit. Gibt es auch die Plakate
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William Lee Reed:
Ich wünschte meine damalige Klasse wäre mit d
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Hallöchen! Zufällig bin ich auf diese Seite g
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Hallo! Vielen Dank für die so schön ausführli
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Du bist ein echtes Wundertier

Täglich treffen neue Bücher ein, die ich hier und dort im Internet zusammenbestelle. Gestern war ein ganz besonderer Schatz dabei:



Das Bilderbuch von Jeanette Randerath und Günther Jakobs - "Du bist ein echtes Wundertier" - ist nicht nur ein Buch für Kinder, sondern vielmehr noch ein Buch für all jene, die versuchen, Kindern etwas beizubringen.
Also ganz besonders ein Buch für Eltern und Lehrer.

Erzählt wird die zauberhafte Geschichte der kleinen Trottellumme, die eines Tages ans Meer gespült und von den dort heimischen Tieren aufgepäppelt und gepflegt wird.
Und weil die Tiere die kleine Trottellumme so wahnsinnig lieb haben, möchte ihr jedes Tier gerne genau das beibringen, was es selber am besten kann.
Der Seehund zum Beispiel, der so wunderschön heulen kann, versucht das Heulen auch der Trottellumme beizubringen und scheitert trotz aller Mühe.
Dabei übersieht er völlig, dass die kleine Trottellumme in seinem Beisam das Tauchen erlernt...

Und so zieht es sich durch das ganze Buch.
Die kleine Trottellumme lernt einfach kein Rechnen und auch kein Schreiben. Die anderen Tiere sind überzeugt davon, dass die kleine Trottellumme ein wenig begriffsstutzig ist.

Natürlich beweist sie am Ende das Gegenteil und bringt die Tiere zum Staunen.

Auf der Rückseite liest man:

Für alle, die wissen:
Jedes Kind ist etwas ganz Besonderes.


Ein Buch, das noch einmal sehr einfühlsam, aber durchaus deutlich den Blickwinkel ändert.
Lernen geschieht immer und manchmal an ganz anderen Orten und Stellen als wir erhoffen, meinen oder wünschen.

Schwierig für uns Erwachsene ist es, den Blick dafür zu wahren, das und was gelernt wurde. Vielleicht ist es nicht die Lösung der Rechnung 2 + 2 in der Mathestunde, so wie man es geplant hatte, sondern die Tatsache, dass ein Stift auf einer schrägen Ebene nach unten rollt.

In unserem Schulsystem, eingezwängt in Kompetenzvorgaben, Lehrplänen und Richtlinien fällt es nicht immer leicht, den Blick darauf zu richten, was da außerhalb dieser Lehrpläne alles gelernt wurde.

ABER wenn ich einen Wunsch frei hätte, so würde ich mir wünschen, den Blick für die Einzigartigkeit jedes Kindes nicht zu verlieren.
Auch nicht im Alltag!




Nickname 07.08.2011, 08.31| (5/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Klassenbibliothek

Das Schätzglas

Das Gute an Möbelhäusern ist, man findet immer so interessante Kleinigkeiten, die man, wenn man sie schon nicht zu Hause unterbringen kann, direkt für die Schule und den Unterricht brauchen kann.
Beim Regalkauf stieß ich auf nette, große Bonbongläser.
Eines davon wird unser Schätzglas werden.



Einmal in der Woche, oder alle 14 Tage, wird es darum gehen, eine Menge von gleichen Gegenständen abzuschätzen. Beginnend mit recht großen Gegenständen (z. Bsp. Tischtennisbällen) werden die Gegenstände mit jeder neuen Schätzwoche kleiner.
Einfüllen kann man: Knöpfe, Eicheln, Murmeln, Bälle, Radiergummis,Kastanien, Stifte, Anspitzer, Kreide, Erbsen, Linsen... bis hin zu Reiskörnern.

Die Idee fand ich dann gestern Abend prompt in dem wunderbaren Ideenbuch "Mathe kann man anfassen" wieder.

Die Autorin nennt hier die Lernziele:

* Schätzen und Rechnen in Sachsituationen
* Schätzen als Problemlösungsmöglichkeit kennenlernen
* erkennen, ob eine Schätzung realistisch und richtig ist

Die Kinder werden ihre Schätzungen notieren und am Ende der Woche (oder nach 14 Tagen) lösen wir durch gemeinsames Zählen im Kreis auf.
Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass einzelne Kinder oder Gruppen die Aufgabe das Glas zu füllen übertragen bekommen.

Nickname 07.08.2011, 08.09| (6/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Ohne Regeln geht es nicht

Oder, um es spezifischer zu formulieren: Ohne Regeln geht es meiner Meinung nach nicht.
Diese sechs Grundregeln sollen uns das Zusammensein erleichtern:





Natürlich gelten nicht alle diese Regeln in jeder Unterrichtssituation. In einigen Phasen gibt es nicht unbedingt etwas, dem man lauschen muss und nicht immer ist die Flüsterlautstärke angebracht.
"Sich vertragen" ist im Sinne von "gut miteinander auskommen" gemeint und "Ordnung halten" bezieht sich nicht nur auf den Tornister und die eigenen Materialien, sondern insbesondere auch auf den Klassenraum und die für alle zugänglichen Materialien.

Immer wieder erreichen mich Emails mit Hinweisen wie:

"Bei uns sagt man aber nicht aufzeigen, sondern melden. Kannst Du das Schild bitte ändern?"

Regionale sprachliche Besonderheiten gibt es derart viele, dass ich nicht für jeden Kollegen eigene Schilder erstellen kann und möchte.
Aber es dürfte ja auch kein Problem sein, sich selber passende Schriftzüge zu erstellen und unter die Bilder zu hängen, sofern man die Bilder nutzen möchte.


Nickname 06.08.2011, 07.29| (4/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die Anlauttabelle

Nachdem ich mich dazu entschlossen hatte, selber eine Anlauttabelle zu erstellen, habe ich mich diesbezüglich eingelesen und informiert und zunächst voller Ernüchterung festgestellt, dass man vor allem viel falsch machen kann bei solchen Tabellen.
Letztlich habe ich dann die für mich nachvollziehbaren Kriterien zusammengestellt und nun wird eine Lauttabelle entstehen, die folgenden Kriterien entsprechen soll:

1. Schlicht und einfach im Layout, um eine rasche Orientierung zu ermöglichen.

2. Kennzeichnung der Vokale mit einer Krone, um diese später mit einer entsprechenden Begrifflichkeit versehen zu können.

3. Vermeiden von Konsonatenhäufungen - (das war nicht immer so einfach zu berücksichtigen, wenn man bei Wörtern bleiben wollte, die eindeutig und den Kindern bekannt sein sollen...)

4. Die Bilder sollen möglichst so eindeutig sein, dass es nicht zu Begriffsverwechslungen kommen kann. (Dennoch halte ich es sowieso für sehr wichtig, das Bildmaterial mit den Kindern zu klären.)

5. Die Bilder sollten für die Kinder leicht erkennbar sein.

6. Da die Buchstaben von Erwachsenen nicht immer lautierend gesprochen werden, werden Wörter vermieden wie Gesicht (Ge) oder Kamel (Ka).

7. Die Tabelle muss auf eine Seite passen.


In der gängigen aktuellen und auch älteren Literatur findet man zahlreiche weitere Krterien. Es wird darüber diskutiert, ob man das "ß" aufnehmen soll oder lieber nicht, ob das "ng" dringend in eine solche Tabelle gehört oder die Kinder nur verwirrt.

Letztlich kann man da, wenn man eine eigene Tabelle erstellt, nur von seinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen ausgehen und diese in die Tabelle einfließen lassen.
Genau das habe ich auch gemacht.

Wie erfolgreich die Arbeit mit einer solchen Tabelle ist, hängt maßgeblich nicht nur von der Tabelle und den berücksichtigten Kriterien ab, sondern maßgeblich davon, ob ich die Kinder mit einem solchen Material von Anfang an alleine lasse oder es mit ihnen erarbeite und bespreche.

Es gibt sehr viele, sehr gute Tabellen auf dem Markt. Ich habe mich entschlossen, eine eigene Tabelle zu gestalten, weil ich dann mehr Spielraum mit dem eigenen Bildmaterial habe und das Material entsprechend selber zusammenstellen und gestalten kann.
So möchte ich dringend eine flexible, magnetische Anlauttabelle für den Klassenraum gestalten - etwas, das ich so auf dem Markt noch nicht entdecken konnte.

Durch das Festlegen individueller Kriterien ist die entstandene Tabelle nur sehr bedingt für andere Lerngruppen nutzbar.
Ich denke, jeder Kollege stellt eigene Ansprüche an so eine Lauttabelle und Kriterien, die sich mir nicht erschlossen, mögen für andere sehr wichtig sein.

In den nächsten Tagen, nach einigen Überarbeitungen, wird die Tabelle fertig und ich freue mich schon darauf, dann Material erstellen zu können.


Nickname 05.08.2011, 19.56| (7/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Post

Heute fiel mir ein, dass die Briefe an die Kinder langsam abgeschickt werden müssen, damit die letzten 30 Tage vor der Einschulung auch durch Ausmalen kenntlich gemacht werden können.



Neben dem Brief für die Kinder habe ich noch einen Elternbrief sowie die Pinguin-Button mitgeschickt und bin nun gespannt, wie viele Briefe zurückkommen werden.
In meiner letzten ersten Klasse waren so viele Kinder umgezogen, dass sechs Briefe als unzustellbar zu mir zurück gekommen sind.
Das hätte ich durch das persönliche Vorbeibringen verhindern können, doch trotz Ferien mangelt es mir hierfür an Zeit.

In der Schule betreue ich zwei Baustellen und privat ebenso, so dass ich eigentlich nur noch von Baustelle zu Baustelle fahre.
In der Klasse bin ich aus diesem Grund auch noch nicht weiter gekommen. Immerhin habe ich gestern vier Regale gekauft, in die ich das Freiarbeitsmaterial stellen möchte.


Durch das heutige Schreiben der Briefe und einiger Klassenlisten konnte ich schon einmal die Namen der Kinder üben und versuchen, sie mir zu merken.
Ich habe das Gefühl, dass die Zeit bis zur Einschulung knapp wird und ich noch eine Menge zu tun habe.....

Nickname 05.08.2011, 19.37| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Türschild

Neben den Schildern für die Eigentumsfächer, Postmappen und Garderobenhaken, die ich gestern erstellt, gedruckt, laminiert und ausgeschnitten habe, muss es natürlich auch ein Türschild geben:



Da eine farbige und eine schwarz-weiße Version vorliegen (im Downloadbereich), kann man das Schild auch sehr schön durch die Kinder gestalten lassen.
Ich werde die farbige Variante nutzen, weil die Kinder genug damit zu haben werden, den Innenraum unseres Klassenraumes mit ihren Werken aufzuhübschen.

Die Türschilder stammen aus der Feder von Herrn Krahl, dem ich an dieser Stelle herzlich danken möchte.
Ich bin sehr froh, dass er unserem Pinguin so viel Leben einhaucht und meine Ideen so wunderbar zeichnerisch umsetzt!

Nickname 03.08.2011, 07.28| (5/4) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenraumveränderung III

Als ich heute mit vielen Büchern im Gepäck in die Schule kam, hingen die ersten Bücherregale schon an der Wand.
Natürlich ging das mit der ungestrichenen Wand doch nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte....



Um nicht zu sagen, auch mit Büchern in den Regalen kann man die hässliche Stelle nicht verdecken.
Also habe ich vorhin eine Rolle Filz gekauft und beim nächsten Schulbesuch wird die Wand aufgehübscht und zwar ohne zu streichen.

Dennoch habe ich heute schon die ersten Bücher eingeräumt, einfach um einen Überblick über das immense Chaos zu bekommen.



Noch einmal habe ich die Tische und Bänke verrückt, bin aber nach wie vor nicht wirklich zufrieden, so dass sich da letztlich noch eine Menge ändern wird.






Zwei Sitzsäcke sollen auch noch Platz finden, günstigerweise in unmittelbarer Nähe der Bücher.
In die oberen Regale habe ich die Bücher gestellt, die für das erste Schuljahr vielleicht noch nicht so aktuell sind. Ich denke, da gelangen die Kinder sehr schlecht ran und das ist ja auch nicht das Wahre.

Ich mache mir Sorgen um den Platz für das ganze Freiarbeitsmaterial. Die hinteren Regale werden nicht unbedingt ausreichen.
Aber auch das wird sich zeigen und finden müssen.

Immer, wenn ich inmitten des totalen Chaos stehe, frage ich mich, wie ich das bis zum Schulbeginn schön und ordentlich und strukturiert bekommen soll?

Aber ich hege die Hoffnung, wenn die letztliche Sitzordnung steht, dass sich dann alles andere rasch finden wird!

Nickname 01.08.2011, 16.23| (7/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Buchstabe des Tages

Anders als in den Vorjahren habe ich mich entschlossen, in diesem Jahr mit dem "Buchstaben des Tages" und nicht mehr mit dem "Buchstaben der Woche" zu arbeiten.

Das hat einen ganz pragmatischen Grund. Nicht immer benötigt man eine Woche Zeit für einen Buchstaben und mit dem "Buchstaben des Tages" ist man wesentlich flexibler und kann entscheiden, wie lange ein Buchstabe "Buchstabe des Tages" bleibt.




So kann ich spontan auf aktuelle Geschehnisse, Geburtstage oder neue Namen eingehen. Gerade in den ersten Wochen, bei Einführung der Anlauttabelle, hat ja jeder Buchstabe zunächst Aktualität und da ich auch mit dem Anlautschrank arbeiten werde, ist noch nicht abzusehen, wie viele Tage ein Buchstabe "Buchstabe des Tages" bleiben wird.
Das ergibt sich erst in der Lerngruppe und ist eine von den Planungen, bei denen man flexibel auf die Situation reagieren muss.

Das Plakat hat Herr Krahl gezeichnet und es befindet sich im Downloadbereich. Natürlich auch mit dem Zusatz "Buchstabe der Woche", da ich viele Kolleginnen und Kollegen kenne, die jedem Buchstaben eine Woche widmen.

Nickname 01.08.2011, 07.27| (15/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Das Tagebuch

In vielen meiner Klassen hat das Tagebuch einen hohen Stellenwert eingenommen. Regelmäßige zunächst kurze, später längere Einträge und Bilder haben wichtige Eckpunkte unseres gemeinsamen Lernens genauso festgehalten, wie den Kindern wichtige private Ereignisse und Erlebnisse.



Auch in diesem Jahr erhält jedes Kind eine DIN A4 Kladde von mir, in die es Bilder zeichnen oder einkleben kann. Erste Wörter, Sätze und Texte verschriftlichen oder mir durchaus auch einmal Texte für das Buch diktieren kann.

Da die Einschulung das wohl mit wichtigste Ereignis des kommenden Schuljahres sein wird, kommen die Bücher direkt am ersten Tag zum Einsatz bzw. bei der ersten Hausaufgabe.
Diese Idee habe ich mir bei einer sehr lieben Kollegin aus dem süddeutschen Raum abgeschaut.

Am ersten Schultag erhalten die Kinder mehrere farbige Papierstreifen, die sie mit nach Hause nehmen. Nun bitten die Kinder ihre Eltern oder ihnen nahestehende Personen einen netten Spruch oder Wunsch zur Einschulung auf den Streifen zu schreiben.

Am nächsten Tag bringen die Kinder die beschrifteten Streifen wieder mit in die Schule und das Tagebuch wird eingeführt, die guten Wünsche auf die erste Seite geklebt.

Auch von mir wird es dann für jedes Kind natürlich einen solchen Wunsch für das Tagebuch geben.

Zur Verschönerung des Tagebuchdeckblattes gibt es im Downloadbereich nun auch drei Schriftzüge, die Frau Wulf freundlicherweise gezeichnet hat.
Da ich weiß, dass in vielen Klassen solche oder ähnliche Tagebücher geführt werden, kann der ein oder andere vielleicht auch solche Schriftzüge gebrauchen.


Nickname 31.07.2011, 07.43| (10/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Kritisches zur Grundschrift

Die Grundschrift - momentan in aller Munde  und auch in unseren Kollegium durchaus ein Thema - wird vom Grundschulverband propagiert.
In der TAZ fand ich einen interessanten, kritischen Bericht von Ute Andresen dazu.

Eine letztendliche Meinung habe ich mir noch nicht bilden können, dazu ist das Thema einfach zu komplex.
Fest steht, die VA - das ist im Laufe der vergangenen Jahre zunehmend deutlicher geworden - ist für mich keine wirkliche Alternative mehr.

Wir brauchen dringend mehr Hintergrundwissen, um entscheiden zu können, welche Schrift wir der Druckschrift folgen lassen.

Nickname 29.07.2011, 14.00| (20/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Zeitlos gut

Eigentlich hatte ich gestern Abend vorgehabt, das mich begeisternde Buch "Lehrer der Zukunft" auszulesen.Seit zwei Tagen lese ich nun in diesem Buch und finde, es gehört in jede Lehrerbibliothek.
Doch auf dem Weg zu meiner abendlichen Lesestätte fiel mein Blick in ein sträflich vernachlässigtes Buchregal und ich zog Ute Andresens "Das erste Schuljahr" aus dem Regal.



Es ist ein altes Buch, das mich seit vielen Jahren begleitet. Schon als ich es vor zehn oder elf Jahren kaufte, war es veraltet im Sinne von: Vor langer Zeit geschrieben.
Ute Andresen schildert hier in Wort und Bild Unterrichtsmodelle in einem ersten Schuljahr.
Erstmalig erschienen ist das Buch 1973, zu einer Zeit, als ich selber lange noch nicht die Grundschule besuchte.

Schlägt man das Buch auf, fällt der Blick auf die Lerngruppe, das erste Schuljahr:



Und rechts unten am Rande kann man lesen: Diese Klasse hat 45 Kinder.

45 Kinder!

Ich entsinne mich, dass mich diese Zahl immer wieder beeindruckt und jedes Mal aufs Neue frage ich mich, wie es sein kann, dass wir bereits über Klassen mit 29 Kindern klagen oder nicht müde werden zu betonen, wie voll doch unsere Klasse ist oder wird.
Da schließe ich mich ausdrücklich ein und deshalb war ich froh, dass mir gestern dieses Buch wieder in die Hände fiel.

Dieses Buch war vor zehn Jahren der Auslöser dafür, dass ich erstmals ein Klassenblog führte.
Im Grunde ist das Buch nichts anderes und ich finde, es sollte viel mehr solcher Bücher, solcher Blogs und solcher Einblicke geben.

Ute Andresen schreibt:

"Dies ist darum und nicht zuletzt ein Buch für Eltern, damit sie die Schule verstehen, damit sie wissen, wie ihre Kinder dort leben. Denn die meisten Eltern interessieren sich dafür und erst die Undurchsichtigkeit der Schulmauern läßt ihr nie befriedigtes Interesse schließlich verkümmern." (S. 6)

Nicht nur für Eltern sind diese Einblicke interessant. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man die schönsten Ideen und Anregungen erhält, wenn man die Augen offen hält und Kolleginnen und Kollegen über die Schule schaut, in fremde Schulen und andere Klassenräume blickt.
Deshalb lese ich auch so gerne in Blogs wie dem der Froschklasse oder schaue mir die Internetseiten anderer Grundschulen an.

Was aber das Faszinierendste an dem Buch von Andresen ist, ist zum einen die grundlegend positive Einstellung der Autorin:

"Zunächst sah es schlimm aus: ein Raum in einem uralten Schulhaus, frontal ausgerichtete, zerkratzte Tische mit schrägen Platten, Garderobehaken im Zimmer, für mich ein Schreibtisch und ein Schrank, keine Arbeitsmittel, kein Verdunkelungsvorhang, keine Pinwand.
Umgekehrt heißt das aber: Alte Schulhäuser sind auch im Sommer kühl, Möbel und Wände müssen nicht sonderlich geschont werden, Arbeitsmittel können den Lernbedürfnissen der Kinder entsprechend entwickelt werden, also Freiheit im Mangel. Nur Geld müßte da sein!"
(S. 6)

Diese positive Grundeinstellung bewirkt viel mehr als man denken mag.
Zum einen geht es einem selber durchweg  besser, zum anderen benötige ich diese Einstellung dringend, um allen Kindern individuell gerecht werden zu können.

Und wir heute reden hier "nur" von 20 bis 30 Kindern, nicht von 45.

Es gibt ein weiteres faszinierendes Element in dem Buch, nämlich die Tatsache, dass Ute Andresen mit einem ganz großen Selbstverständnis von Differenzierung und individueller Förderung spricht.
Und zwar nicht mit dem wehleidend klagenden Ton, den man heute so oft in den Lehrerzimmern hört - ganz nach dem Motto: Was sollen wir denn sonst noch alles tun und leisten und schaffen? - sondern ohne Unterton als Selbstverständnis, als das, was jedes Kind erwarten darf.

Im Vordergrund, so betont Andresen immer wieder, hat stets das Kind zu stehen. Manchmal auch auf Kosten des Lehrplans.

All das, was sich in jedem neuen Werk, in jedem Lehrerband und in unseren Richtlinien und Lehrplänen findet, die Tatsache, dass jedes Kind anders lernt, in einem anderen Tempo und in anderen Schritten, all das berücksichtigte Ute Andresen damals schon.
Nun kann man meinen, sie war ihrer Zeit weit voraus.
Der andere Rückschluss wäre deprimierender:

In all den Jahren ist es immer noch nicht gelungen, das was Andresen beschreibt als Selbstverständlichkeiten in den Schulalltag zu integrieren.
Und dieser Rückschluss ist erschreckend.

Das Buch, in dem ich schon eifrig herumgekritzelt habe, zeigt vor allem eins. Man muss als Lehrer offenen Geistes sein, um sich den Kindern zuwenden zu können und mit ganzer Hingabe unterrichten zu können.








Ute Andresens Hingabe und Leidenschaft und auch ihr Mut, sich über Lehrwerke und Bestimmungen, Richtlinien und Pläne durchaus zugunsten der Kinder hinwegzusetzen wirken immer wieder ansteckend.
Viele ihrer Worte und Ideen sind heute mehr denn je gültig und auch nach so vielen Jahren, lese ich das Buch und nehme ganz viel daraus mit.
Für die Kinder, für mich, für mein Denken und Handeln.

Wie schreibt Frau Andresen so treffend:

"...sie selbst [die Lehrkräfte] und die Kinder hätten ein Recht darauf, Schulvormittage nicht nur zu überstehen, sondern auch zu genießen!"
(S. 4)

Nickname 29.07.2011, 09.54| (8/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenraumveränderung II

Endlich ist sie weg:



Die Fronttafel wurde gestern abmontiert und von der entsprechenden Firma direkt mitgenommen. Eingetreten ist genau das, was ich erhofft und natürlich erwartet hatte:
Ich habe eine ganze Wand gewonnen.



Über die nun sichtbare schäbige Stelle der Wand werden sechs quadratische Regale gehängt. (Drei davon sieht man bereits im Bild.)
Dort hinein stelle ich die Bücher der umfangreichen Klassenbibliothek, die sich im Laufe meines Lehrerdaseins angesammelt hat und nach wie vor beständig erweitert.

Ich hatte ursprünglich vorgehabt, die Wand neu zu streichen. Da aber ausreichend anderes zu tun bleibt, verzichte ich nun doch darauf und ziehe die Lösung mit den Regalen vor.
Wenn wir nicht zeitgleich alle Bücher aus dem Regal nehmen werden, wird die Stelle so unsichtbar werden.

Wo die Whiteboards hinkommen, das muss ich dann schauen, wenn die Bücher eingeräumt worden sind.

Da privat auch bald ein Umzug ansteht, konnte ich die Regale vom heimischen Mobiliar abknapsen und musste keine neuen kaufen.



Mein Pult, ein derzeitiges Schlachtfeld, musste ich nun doch von der Wand entfernen und in den Raum hinein stellen.
Der Raum, den viele her von den Fotos als sehr groß ansehen, hat dennoch wenig Raum für alles, was ich brauche und für nötig erachte.
Um mehr Platz für die Schülertische zu erhalten, habe ich hier  also noch einmal hermgerückt.
Leider auf Kosten eines Raumteilers, der nun nur noch einseitig nutzbar ist.

Alles geht halt nicht.

Je mehr ich verrücke und stelle, desto chaotischer wird es und ich räume Hefte und Material, Bücher und Schubladenboxen immer von hierhin nach dorthin.

Einzig und allein meine über die Jahre immens angewachsene Stempelsammlumg fristet bereits ein sehr ordentliches Dasein.






Mit der Sitzordnung bin ich natürlich lange noch nicht fertig.
Sobald die Wandgestaltung klar ist, kümmere ich mich um die endgültige Sitzordnung. Noch stehen erstens zu wenig Tische und Stühle im Raum und zweitens handelt es sich nach wie vor um die große Bestuhlung für Klasse 3 und 4.










Es ist ganz schön zu sehen, wie man mit sehr einfachen Mitteln Veränderungen bewirken kann.
Nächste Woche geht es weiter. Erst müssen die Regale hängen....

Nickname 28.07.2011, 17.16| (6/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

vorher - nachher

waschen2.jpg  
 

Nickname 28.07.2011, 16.39| (5/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Bildung braucht Persönlichkeit

Nun liegt Gerhard Roths Buch "Bildung braucht Persönlichkeit - Wie Lernen gelingt" schon eine geraume Weile hier bei mir und ich habe Wochen gebraucht, um mir die Zeit zu nehmen, dieses interessante Werk zu lesen.



Bestellt hatte ich es mir im Frühjahr, aus Interesse ebenso wie aus reinem Pflichtgefühl, weil mir bewusst ist, dass ich mich viel mehr mit der neurobiologischen Forschung auseinandersetzen müsste.

Häufig greife ich eher zu praxisorientierten Büchern, zu Ideen und Anregungen, die ich am nächsten Tag umsetzen und einführen kann.
Natürlich habe ich einige Bücher von Manfred Spitzer gelesen, der immer wieder auf die Zusammenhänge der aktuellen Gerhirnforschung und dem Lernen verweist, wie beispeilsweise hier bei "Geist und Gehirn".

Mir fehlte jedoch häufig der Ansatz vom Lehrenden aus zu  denken, bzw. zu berücksichtigen, in wie weit Lehrende in Systemzwängen stecken.

In seinem Buch schreibt Gerhard Roth (S.15), an einer Stelle, an der er auf die Zusammenarbeit der drei Bildungsinstitutionen in Deutschland - Bildungsbehörden, Professoren der Didaktik und Pädagogik sowie Lehrende - eingeht:

"Schließlich gibt es die große Gruppe der Lehrenden, die sich mehr oder weniger redlich abmühen. Ihre Situation ist widerum besonders bemerkenswert. Zum einen kennen sie die modernen pädagogisch-didaktischen Konzepte nicht bzw. haben das, was sie davon in der Hochschule einmal erfahren haben, längst vergessen, zum anderen halten sie solche Konzepte hinsichtlich ihres Berufsalltags für wertlos [...]"

Ich stimme Gerhard Roth zu, gehe aber weiter und frage: Warum ist dem so?
Kolleginnen und Kollegen, die sich interessieren, befassen sich sehr wohl mit modernen pädagogisch-didaktischen Konzepten, werden  aber häufig schulisch an ganz anderen, belastenden Fronten gefordert, so dass das Auffrischen von Kenntnissen oftmals anderen Problemen zum Opfer fällt.
Das soll keine Entschuldigung sein, lediglich der Versuch einer Erklärung.

Roth führt weiterhin aus, dass sich viele Lehrer ihr Unterrichtskonzept selbst erarbeitet haben und die Meinung vertreten, das sei gut so und ginge gar nicht anders. (S.15)
Als Ursachenerwägung  zieht Roth heran:

"Dieses Manko kann zweierlei Ursachen haben. Zum einen kann es sein, dass sich Pädagogen und Didaktiker - wie viele Experten ihnen vorwerfen - zu sehr um das Konzeptuelle und Prinzipielle kümmern und nicht um die Praxis.
Zum anderen kann es aber auch daran liegen, dass sie sich nicht genügend um Erkenntnisse der empirischen Wissenschaften wie der Psychologie oder - neuerdings - der Neurobiologie kümmern, sondern im eigenen Saft schmorgen." (S. 16)

Wenn ich mir anschaue, in wie vielen Themenfeldern und auf wie vielen Gebieten von Lehrenden gefordert wird, dass sie Experen seien, Fachleute, dann kann man Angst bekommen vor dem Wust und der Fülle an komplexen Themen und Bereichen und weiß im ersten Moment vielleicht gar nicht, wo man beginnen mag.

Nach dem Lesen des Buches, wäre ein erster und äußerst wichtiger Ansatz, bei jedweder Planung zu berücksichtigen, wie das Gehirn funktioniert. Lehren und Lernen gänzlich darauf einzustellen und dies als Basis zu nehmen.

Laut Roth können zwingend notwendige Verbesserungen des Schulwesens nur auf diese Art und Weise realisiert werden.

Roths Buch macht immer wieder darauf aufmerksam, wie entscheidend die Persönlichkeiten von Lehrendem und Lernenden auf das Lernen einwirken.
An manchen Stellen war es mir doch sehr fachspezifisch und theorielastig, aber insgesamt macht das Werk Lust darauf, sich näher mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Ganz offene Türen hat der Autor dann ja ziemlich am Ende seines Buches bei mir eingerannt.
Dort geht er auf Unterrichtsformen ein (S.296):

"Über die besten Unterrichtsformen wird zur Zeit viel gestritten, und vieles wird ausprobiert, ohne dass es irgendwelche empirischen Validierungen gibt. Man wird sich deshalb dem Abschied vom Traum der optimalen Unterrichtmethode anschließen müssen, wie Hilbert Meyer (2004) ihn  propagiert, und stattdessen eine gesunde Mischung der drei Grundformen, nämlich von Frontal - und Lehrgangsunterricht, Gruppen- und Projektunterricht und Frei- bzw. Einzelarbeit praktizieren."

Es lohnt sich also durchaus, sich die Zeit zu nehmen, auch einmal solche Bücher durchzulesen.

Nickname 26.07.2011, 08.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenraumveränderung Teil I

Dem Raum mangelt es an Farbe. Blaue Vorhänge sind das einzige Zugeständnis, das hier irgendwann einmal gemacht worden ist.
Ansonsten wirkt das helle Beige erschlaffend.
Nun werden die 29 Erstkläßler schon genug Leben und Energie in diesen Raum bringen.
Auch die Wände werden sicher recht schnell mit Kinderwerken oder Symbolen etc. gesschmückt sein - dennoch fehlt ein warmer Farbton, einer, der Energie versprüht und zu Aktivität einlädt.

Nachdem ich mich ein wenig eingelesen habe, habe ich mich relativ rasch für rote Akzente im Raum entschieden.

Die großen Pinwände an der Seiten- und Rückwand wurden somit heute rot gestrichen:

farbe2.jpg  

Das Töpfchen Farbe hat nicht die Welt gekostet und das erste Streichen hat nur 30 Minuten gedauert.







In den nächsten Tagen werde ich ein zweites Mal über die Wände streichen und mit überlegen, ob es sinnvoll ist, noch weitere Akzente zu setzen.

Momentan versinkt der Raum im Chaos, wie man unschwer erkennen kann und ich habe meine Zeitplanung - von fünf Tagen - direkt mal revidiert.
Alleine das Ordnen und Einräumen wird länger dauern, aber das macht auch nichts.

Ein wenig ärgerlich ist die Tatsache, dass der Tafelabbau noch nicht stattgefunden hat. Die entsprechende Firma wollte heute kommen, hat sich aber nicht mehr gemeldet.

Da muss ich morgen hinterhertelefonieren und einen neuen Termin ausmachen.
Es ist wichtig, dass die Tafel jetzt schnell abkommt.
Erstens gehe ich davon aus, dass die Wand dahinter auch gestrichen werden  muss, zweitens sollen eine Menge Regale und White Boards an diese Wand.

Mir ist lieber, dies geschieht zu Ferienbeginn, dann habe ich mir mehr Zeit für die Raumdetails und das Stellen und Einräumen der Möbel.

Jetzt habe ich mir allerdings fest vorgenommen erst am Donnerstag wieder zur Schule zu fahren.



Nickname 25.07.2011, 17.31| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Bewegung

Insbesondere im 1. Jahrgang lebt der Unterricht von gezielten und regelmäßigen Bewegungspausen.
In Jahrgang 4 ergibt sich das aus den Unterrichtssituationen schon von selbst, so dass ich mein Repertoire dringend auffrischen muss.
Immer wieder extrem hilfreich ist die Internetseite: Mehr Bewegung in die Schule.
Im Grunde finden sich dort wirklich fast alle brauchbaren Ideen, die ich schon einmal in den Vorjahren ausprobieren konnte und für gut befunden habe.
Eine sehr schöne Ergänzung und Sammlung findet sich aber auch in den Büchern von Stephan Zopfi "Bewegte Schule".

bewegung2.jpg   

Der erste Band beschäftigt sich mit Übungen für die Jahrgänge 1 und 2, der zweite Band gibt Hinweise auf Bewegungsspiele und -übungen für die Klassen 3 und 4.
Die Bücher sind sehr übersichtlich und praxisnah aufgebaut. Besonders gelungen ist die Übersicht am Ende jedes Bandes, anhand der man schnell erkennen kann, welche Bereiche das Spiel anspricht (Entspannung, Konzentration, Anregung, Geschicklichkeit) und welche Sozialform geboten ist (ganze Klasse, Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Einzelarbeit).

So kann man sehr schnell etwas Passendes heraussuchen.

Ich denke, ich werde mit vorweg schon eine Reihe von Spiel und Übungen aussuchen, kopieren und laminieren, so dass ich eine Kartei in der Klasse stehen haben werde, auf die ich jederzeit zurückgreifen kann.
Die Bücher kommen dann in die Lehrerbibiothek, da ich mir vorstellen kann, dass jeder Kollege einmal Bedarf an solchen Übungen und Spielen haben wird.

Nickname 25.07.2011, 10.40| (9/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenrauminvestitionen

Mit großem Interesse verfolge ich in den Lehrerforen die Diskussion "Zuständigkeit Neuanschaffungen".
Es kristallisieren sich, wie immer bei diesem Thema, deutlich zwei Positionen und Standpunkte heraus.
Da gibt es jene Lehrer, die Zeit und eigenes Geld in die Ausstattung eines Klassenraumes investieren und jene, die das niemals tun würden.
Beide Standpunkte sich für mich sehr gut nachvollziehbar.

Man setze ein falsches Zeichen, wenn man eigene Zeit und vor allem eigenes Geld in etwas investiere, was in den Bereich von Schulträger und Schule fällt, sagt die eine Seite.

Man kann lange warten, ehe Räume so ausgestattet werden, wie wir und die Kinder sie brauchen, erklärt die andere Seite.

Und natürlich fehlt auch nie das Argument, dass andere Berufszweige nicht einmal ihre Stifte selber kaufen, geschweige denn anderes berufliches Equipment.

Ich würde das nicht derart pauschalisieren.

Die Zusammenarbeit mit unserem Schulträger kann ich als vorbildlich bezeichnen. Das, was ich grundlegend benötige, steht den Schülern und mir dank enger Kooperation zwischen Schule, Schulträger und durchaus auch dem Förderverein unserer Schule zur Verfügung.

Ich habe einen hellen, geräumigen (na gut, das ist immer relativ) Klassenraum. In diesem Raum gibt es ausreichend Tische und Stühle für jedes Kind.
Eine Seitentafel, sowie eine Fronttafel sind fest installiert, ebenso wie zwei PC Schränke mit internetfähigen PCs.

Ein Waschbecken gibt es im Klassenraum, es stehen uns Seife und Papierhandtücher zur Verfügung und auch zwei Mülleimer, Besen und Handfeger haben wir in jedem Raum.
Desweiteren hängen Vorhänge an den Fenstern, es gibt zwei lange Pinwände, ein durch den Raum gespanntes Stahlseil zum Aufhängen von Bildern und einen großen Wandschrank.
Für mich als Lehrkraft steht ein Pult zur Verfügung und selbstverständlich ein Stuhl.

Die Kinder haben, von der Schule angeschaffte, Eigentumsfächer aus Holz und an der Rückseite des Raumes befindet sich ein zweibödiges, tiefes Wandregal.
Pro Etage steht uns ein OHP zur Verfügung, ein Fernseher befindet sich im Computerraum.

Jeweils vier Klassen teilen sich einen eigenen Instrumentenwagen und unsere Klassen verfügen über Pausenspielzeug.
Unsere Schule hat eine gut ausgestattet Schulbibliothek und auch Freiarbeitsmaterial steht in gewissem Umfang zur Verfügung.
Die Lehrerzimmerbibiothek ist reichhaltig und stets aktuell bestückt.

Sprich: Alles in allem sind wir mehr als ausreichend ausgestattet und es gibt nichts zu klagen.

Wenn mir dies als einzelne Lehrperson nicht reicht, aus welchen Gründen auch immer, und ich sehr spezielle weitere Wünsche habe, kann ich nicht davon ausgehen, dass Schule, Schulträger oder Förderverein mir diese Wünsche erfüllen.

Im Laufe der Jahre habe ich also immer wieder eigene Anschaffungen getätigt und nie bereut,.
Sei es der eigene CD-Player, der mit mir von Schule zu Schule gewandert ist oder die Sitzbänke.
Meine jetzige Schule ist die erste, an der ich unterrichte, die für jede Klasse einen CD-Player angeschafft hat. Mit Hilfe des Fördervereins natürlich.

Nun betrete ich also meinen neuen Klassenraum und es ist alles vorhanden, was ich minimal benötige. Und ich bin davon überzeugt, dass auch alles vorhanden ist, was die Kinder brauchen, um zu lernen.
Und dennoch wirkt dieser Raum unfreundlich auf mich und noch nicht lernattraktiv.

Nicht nur die Kinder, auch ich, wir alle gemeinsam werden viele viele Stunden in diesem Raum zusammen verbringen.
Und wenn es mir ein Herzensanliegen ist, den Raum noch zusätzlich zu verändern, auszustatten und zu verschönern, dann investiere ich gerne in die Zeit, die mich das kostet.

Das bedeutet aber nicht, dass ich das von jedem anderen Kollegen auch erwarte und das heißt auch nicht, dass Eltern das nun von jedem Kollegen erwarten können.
Die Lernqualität hängt sicher maßgeblich von anderen Faktoren ab.

Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass die Kinder diese kleinen Veränderungen und Verschönerungen gar nicht bewusst wahrnehmen oder zur Kenntnis nehmen werden.
Aber ein Raum kann in seiner Gänze eine gewisse Wirkung erzielen und eine bestimmte Atmosphäre ausstrahlen und darum geht es mir.

Und Möbelstücke, Anordnungen und vor allem Material kann den Unterricht sehr wohl beeinflussen.
Hinzu kommt, dass es einfach großen Spaß macht, die Veränderungen in einem Raum zu beobachten. Unterschiedliche Sitzordnungen zu stellen und zu schauen, welche am günstigsten erscheint usw.

Ich kenne keinen Lehrer im Primarbereich, der nicht ohnehin schon Geld in Material, Bücher und Ausstattung investiert.
Was nicht gleichbedeutend damit ist, dass man das gutheißen muss.

Veränderungen kosten ja auch nicht zwangsläufig viel Geld und was Schule kostenmäßig stemmen kann, sollte Schule auch stemmen und nicht an die Kolleginnen und Kollegen abtreten.

Ich habe mir für meinen neuen Klassenraum ein Limit gesetzt. Fünf Tage, ein gewisses Bugdet, viele Ideen.
Mit Kleinigkeiten Akzente setzen, das erscheint mir wichtig.
Material habe ich im Laufe meines bisherigen Lehrerlebens schon viel zusammentragen können, so viel, dass mir nun Schränke und Regale im Klassenraum fehlen, um das Material übersichtlich und strukturiert anbieten zu können.

Ich bin selber gespannt, wie der Klassenraum bis zur Einschulung aussehen wird!


Nickname 24.07.2011, 07.18| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenraum Prioritäten

Nachdem ich lange überlegt habe, habe ich versucht aufzuschreiben, was mir am Klassenraum warum wie wichtig ist.
So konnte ich meine Gedanken hierzu strukturieren und kann beim Umräumen und Gestalten immer wieder überprüfen, inwieweit ich meine Prioritäten auch berücksichtige und einhalte.

Mir war bei allen Überlegungen schnell klar, dass ich es für sehr wichtig halte, dass jedes Kind einen eigenen Arbeitsplatz an einem Tisch erhält.
Insbesondere zu Schulbeginn benötigen die Schülerinnen und Schüler meiner Meinung nach beruhigende Strukturen und Sicherheit.
Das heißt, ich habe mich bewusst gegen das Konzept entschieden, das nur bedingt Tischarbeitsplätze vorsieht.

Dennoch halte ich es für enorm wichtig, dass es im Klassenraum die Möglichkeit gibt, an unterschiedlichen Arbeitsplätzen zu arbeiten.
Dies kann also der Tischarbeitsplatz sein, dies können die Bänke sein oder aber Arbeitsteppiche, die ich ganz sicher noch anschaffen werde, da sie äußerst flexibel sind, einen überschaubar und abgrenzbaren Arbeitsbereich schaffen und sich einfach und schnell wieder weglegen lassen.

Der Bankkreis, das war ein sehr wichtiges Muss für mich, sollte fester Bestandteil des Raumes sein, da hier die meisten gemeinsamen Unterrichtsphasen stattfinden werden. Er bietet die Möglichkeit, schnell, unkompliziert und vor allem ruhig einen Kreis (oder ein Rechteck) zu bilden und gemeinsame Phasen immer wieder in den Unterricht zu integrieren.
Zudem bietet er die Möglichkeit, in der Mitte etwas zu präsentieren, auszulegen, darzustellen. Die Bänke werden auch gerne als zusätzliche Arbeitsplätze genutzt.
Die Sitzordnung muss also so geschaffen sein, dass die Bänke immer frei stehen können und nicht erst zusammengesucht werden müssen.

Zudem lege ich Wert darauf, dass die Sitzordnung so geschaffen ist, das Sozialformen wie Partner- Einzel- und Gruppenarbeit problemlos machbar und möglich sind.
 Mir ist die Gefahr bewusst, dass Gruppentische zu verstärkter Interaktion einladen und diese Interaktion nicht zwingend immer dem Thema angemessen ist.
Aber wie alles, ist auch das ein Lernprozess.
Sehr viel Raum benötige ich für die Klassenbibliothek.
Hier kann ich entweder auf das untere rückwärtige Regal zurückgreifen und die Bücher in Themenkisten anbieten oder aber weitere Regale an der Tafelseite platzieren.

Sämtliches Material muss sehr gut durchstrukturiert sein und für die Kinder gut sicht- und erreichbar.
Hohe Regale scheiden aus, es sei denn, ich würde dazu einen Tritt zur Verfügung stellen, aber darauf möchte ich verzichten.
Viel Ablagefläche benötige ich für Stationen oder Werkstätte bzw. für die ABC-Schubladen und den Anlautschrank.
Ich werde das Material nach einem Farbleitsystem anbieten und mit Symbolen versehen.

Jedes Kind erhält desweiteren ein Eigentumsfach. Darin lagern die Kunstmaterialien und Hefte, die nur sporadisch benötigt werden etc. Auf diese Fächer möchte ich im Sinne der Kinder nicht verzichten, auch wenn sie sehr viel Platz benötigen.
Ich bin froh, dass unsere Klassenräume mit stabilen Holzeigentumsfächern ausgestattet wurden.

Die zwei PC Schränke sind vorgegeben und haben den großen Vorteil, dass darin noch andere Materialien verschwinden können.
Ebenfalls nicht verzichten möchte ich auf einen Lehrerarbeitsplatz, wobei der nicht dominierend sein sollte.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einem seitlich gestellten Pult gemacht. An die Wand über das Pult hänge ich in jedem Fall ein Magnetboard oder eine Pinwand, damit ich wichtige Informationen dort immer im Blick habe.

An den übrigen Wänden müssen weitere Pinwände oder die Seitentafel nutzbar sein, um Plakate, Kinderarbeiten etc. aushängen zu können.
Man sollte von möglichst allen Ecken des Raumes einen guten Überblick über den Raum und das Lernangebot, die Materialien haben.
Aufgrund der Raumgröße und der Vielzahl an Prioritäten werde ich auf eine Leseecke verzichten.
Die Arbeitsteppiche und Bänke bieten da ausreichend Alternativen, wenn auch nicht so gemütliche, wie es zum Beispiel ein Sitzsack, eine Couch oder ähnliches sein würde. Zugunsten der anderen Faktoren muss dies außen vor bleiben.
Allerdings haben wir noch eine sehr gemütlich eingerichtete Schulbibliothek, die genutzt werden kann.

Die Seitentafel sowie drei magnetische Whiteboards geben ausreichend Fläche für die Tagestransparenz, den Buchstaben des Tages und andere wesentliche Unterrichtselemente.

Alles in allem möchte ich den Raum so gestalten, dass man ihn gerne betritt, sich in ihm wohlfühlt, aber schon deutlich ist, dass es sich um eine Lernumgebung handelt.
Und zwar eine herausfordernde Lernumgebung, die neugierig macht und motivierend wirkt.
 
Dazu gehört unbedingt eine ansprechende Farbgestaltung, über die ich mir noch weitere Gedanken machen muss.
Da ich vorhabe, den Raum solange zu nutzen, wie ich an dieser Schule, in diesem Gebäude, tätig sein werde, macht es Sinn, jetzt einmalig Zeit und Überlegungen zu investieren, um in den kommenden Jahren davon zu zehren.

Sicher wird sich die Raumgestaltung immer wieder den Bedürfnissen der Lerngruppe anpassen müssen.
Das wird die Zeit zeigen.

Nickname 18.07.2011, 16.55| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Umzugschaos

Heute wurde der neue Klassenraum mit Sack und Pack bezogen. Obwohl ich die vierte Klasse erst im Dezember übernommen habe, fand sich eine Menge, das eine Etage tiefer transportiert werden musste.
Dank der fleißigen Viertklässler war der Umzug aber in weniger als einer halben Stunde geschafft.
Allerdings herrschte im neuen Raum zunächst das totale Chaos.



Drei Schränke weniger hat dieser Raum und so wussten wir auch erstmal gar nicht, wohin mit all den Materialien und Sachen.





Das schlimmste Chaos habe ich erst gar nicht fotografiert, hier hat sich die Unordnung schon ein wenig gelichtet. Glücklicherweise gibt es einen sehr großen Wandschrank, in den ich nun erst einmal alles gepackt habe, was ich nicht unmittelbar benötige.
Beim Wechsel von der Vier zu einer Eins ist das eine ganze Menge.

Der neue Raum hat lange und vor allem tiefe Regale an der Rückwand. Ideal zum Aufbauen von Stationen und Werkstätten - oberes Regal - und Bücher und Materialien im unteren Regal.



Um die Bänke stellen zu können habe ich schon ein wenig mit der Sitzordnung jongliert und werde die Tische so oder sehr ähnlich stellen.
In der Mitte bleibt somit sehr viel Platz für den Bankkreis und an Rück- und Vorderwand - die Tafel wird in der ersten Ferienwoche entfernt - bleibt ausreichend Platz für Freiarbeitsregale, Eigentumsfächer und Bücher.



Das Pult habe ich, wie immer, seitlich gestellt, diesmal abgeteilt mit einem Raumteiler, so dass eine kleine Lehrernische entstanden ist mit Platz für meine Unterlagen und Bücher.



Die Tische der Kinder stehen in Vierergruppen an den Außenwänden. Mit ein wenig Abstand zur Wand, so dass die Tornister noch gut ihren Platz neben den Tischen finden können.

Die derzeitige Frontseite steht noch nicht so, wie sie später aussehen soll.
Im Grunde ist das erst ein Provisorium, denn in den Ferien müssen die Möbel ausgetauscht werden.
Dies ist das Vierermobiliar und wir benötigen ja das kleine Mobiliar in der Eins.



Meine Werkstätten habe ich in Archivkisten verpackt und auf den PC Schränken deponiert. Das gefällt mir zwar gar nicht, aber ehrlich gesagt weiß ich noch nicht so recht, wohin mit den Kisten....



Das Chaos in den hinteren Regalen muss beizeiten natürlich beseitigt werden.
Erst benötige ich einen Überblick, wo ich was verstauen kann.



Die Farbgestaltung ist wenig einladend. Ich frage mich immer, wer solche Farben aussucht? In den Ferien muss da einiges noch verschönt und attraktiver gestaltet werden.
Es ist noch ein langer Weg bis zu dem Klassenraum, den ich mir für die künftige Eins vorstelle.

Es fehlen Regale, es fehlt Farbe, es fehlt das Material, das sich noch in meinem Büro stapelt.
Ich habe mir vorgenommen, in den Ferien eine Woche lang Zeit in den Raum zu investieren.

Der Raum ist für mich für ganz viele Dinge mit entscheidend und ich habe mir gedanklich bereits eine Prioritätenliste erstellt.

Und wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, dann ist der Raum bis zur Einschulung einladend und lernattraktiv gestaltet.
Also nicht erschrecken. So bleibt es natürlich nicht.....

Nickname 18.07.2011, 15.15| (18/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Bis zum Schulanfang...

...dauert es nicht mehr so lange.



Wie ich heute hier las füllt Staples auch in diesem Jahr kostenlos die Schultüten von Schulanfängern.
In NRW vom 29.08.2011 bis 02.09.2011.
In Bochum, Gladbeck, Gelsenkirchen und Essen gibt es Filialen in unserer Nähe.
Vielleicht also ein Tipp für die zukünftigen "Pinguine".

Nickname 12.07.2011, 05.39| (7/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenbibliothek

Obwohl wir eine sehr schöne und gut ausgestattete Bibliothek in der Schule haben, möchte ich im Klassenraum eine umfangreiche Leseauswahl zur Verfügung stellen.
Das hat mehrere Gründe. Zum einen halte ich eine lesefreundliche Umgebung für wichtig, um die Neugierde auf das Lesen zu wecken und zu fördern.
Zum anderen sind Bücher der Schlüssel für ganze viele Themenwelten und bieten die natürlichste Differenzierung, die ein Klassenraum bieten kann.

In der neuen Rubrik "Klassenbibliothek" möchte ich die Bücher vorstellen, die meiner persönlichen Meinung nach ganz besonders herausragen und die nicht nur für die Klasse, auch für zu Hause bestens geeignet sind, um Kindern andere Welten, neue Themen und Sichtweisen nahe zu bringen.

Per Zufall stieß ich vor wenigen Tagen auf das Buch "Wollen wir Mathe spielen?". Ein Bilderbuch mit vielen hervorragenden Ideen und Anregungen, um die Welt mit mathematischen Augen zu sehen.



Vieles, was Kindern im Alltag begegnet hat mit Mathematik zu tun. Hierauf wird das Augenmerk auf sehr unaufdringliche und ansprechend illustrierte Weise gelenkt.
Neben ganz einfachen mathematischen Spielideen - für zu Hause genauso geeignet wie für die Schule - finden sich in dem Buch durchaus auch kniffligere Aufgaben und Denkrätsel.

So ist für jeden etwas dabei.
Ich hatte beim Durchblättern und Lesen schon Spaß und könnte mir vorstellen, dass das Buch unsere Klassenbibliothek bereichern wird!



Nickname 11.07.2011, 15.39| (6/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Klassenbibliothek

Faszinierendes Hintergrundwissen und neue Ideen

In der letzten Woche erhielt ich die neue "Grundschulzeitschrift" und fand wirklich alle Artikel - was ja ansonsten eher selten ist - interessant und aufschlussreich.



Angefangen von "Kindheiten heute - zur Soziologie einer modernen Kindheit" von Christian Alt bis hin zu einem sehr inspirierenden Bericht von Maike Gotta, "Das Kind im Mittelpunkt".

Maike Gotta beschreibt hier sehr anschaulich ihren eigenen Unterricht und besonders beeindruckt hat mich ihre Sitzordnung in der Klasse, denn sie hat für alle Kinder eigene kleine "Büros" abgeteilt.
Mittels Regalen wurde persönliche Arbeitsbereiche für alle Kinder geschaffen. Diesen Arbeitsplatz konnten sich die Kinder selber einrichten, wobei auf den Fotos zu sehen ist, dass einige Elemente bei allen Kindern vorhanden zu sein scheinen (Ablagefächer etc.).
Sehr schön herausgestellt hat Frau Gotta auch noch einmal die Diskrepanz zwischen individualisiertem Unterricht und standardisierten Überprüfungen.

Diesen Artikel, sowie die anderen Artikel sind wirklich außerordentlich empfehlenswert.

Während des Lesens wurde ich auf eine Werbeanzeige aufmerksam, die die Bücher der Reihe
"Was Erwachsene wissen sollten" anpries.

Die Inhaltsangaben lasen sich so gut, dass ich mir vier der sechs Exemplare bestellte.




Sofort gelesen habe ich das Buch von Mechthild Dehn "Kinder & Lesen und Schreiben".
Insbesondere, wenn man eine erste Klasse übernimmt findet man in diesem Buch sehr wertvolle Hinweise und Hintergrundwissen gebündelt.
Sehr schön auch noch einmal zusammengefasst, wie die Kinder lernen und welche Vorerfahrungen sie bereits mit in die Schule bringen.
Die Autorin verweist darauf, dass sich unser Blickwinkel ändern muss.
Nicht "Was können wir von Schulanfängern erwarten?" sollten wir fragen, sondern:

"Wie können wir bemerken, was die Schulanfänger schon können, was im Horizont ihres Interesses liegt und worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten?"
(S. 14)

Insgesamt eine Buch, das ich allen Erstklasslehrern wärmstens empfehlen kann.
Man findet auch sehr viele gelungene Anregungen in Bezug auf die Elternsicht und Elternarbeit darin bzw. Ideen und Anregungen, wie man Eltern über die Thematik sinnvoll informieren kann.

Als nächstes habe ich Rita Rohrbachs "Kinder & Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft" gelesen.
Dieses Buch gehört in die Hand aller Sachunterrichtslehrer. Es beschreibt sehr anschaulich, wie und wo Kinder im Alltag mit Geschichte konfrontiert werden, welche unbeantworteten Fragen sich ergeben und wie daraus auch häufig ein "stilles Wissen" entsteht.
Über den Umgang und die Gefahren dieses "stillen Wissens" findet man ebenso Abhandlungen wie darüber, wie man mit Kindern in Gespräche über Geschichte kommen kann und wie Verstehensprozesse angeleitet werden können.

Für Geschichtsunterricht in Grundschulen eine wahre Fundgrube und sehr gut recherchiertes Hintergrundwissen.

Noch nicht gelesen habe ich hingegen "Kinder & Religion". Da ich selber kein Religion unterrichte, wird diese Lektüre eher aus mütterlicher Sicht interessant für mich sein.

In den Ferien werde ich mich dann dem Buch "Kinder & Mathematik" zuwenden und erhoffe mir ganz ähnlich gut Anregungen wie in dem Buch von Mechthild Dehn.


Ebenfalls durch die Grundschulzeitschrift wurde ich aufmerksam auf den Sammelband Grundschule "Schulanfang in allen Fächern".



Hier hat mir insbesondere der Artikel von Edeltraut Röse "Von Anfang an das Chaos bannen" gefallen.  Sie beschreibt die ersten Schultage in einem ersten Schuljahr und viele Ideen und Anregungen fand ich sehr brauchbar und sinnvoll.
Auch die anderen Artikel in diesem Sammelband sind interessant und hilfreich und sehr praxisorientiert geschrieben.

Alles in allem konnte ich meinen Fundus mit diesen Werken stark bereichern und werde sicherlich immer wieder einen Blick in die einzelnen Hefte und Bücher werfen, um mir Ideen zu holen bzw. das theoretische Wissen aufzufrischen.



Nickname 09.07.2011, 08.03| (5/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Einige Entscheidungen

Nachdem ich nun wirklich ausreichend lange und intensiv über den möglichen Nutzen der Wandtafel nachgedacht habe, wurden die Überlegungen konkreter.
Ich fand kein überzeugendes Argument für den Erhalt der Tafel und so steht meine Entscheidung im Grunde fest.

Bleibt zu überlegen:
Wie einfach ist es, die Tafel abzubauen und mit welchen Kosten wäre das verbunden?

Derart ungewöhnliche Einzelwünsche können nicht zu Lasten des Schulkontos gehen und somit sind der Kosten-Nutzen-Aufwand mit das wesentlichste Element der Planungen und Überlegungen.
Die Idee, unser Hausmeister könne "mal eben" ganz einfach die Tafel abmontieren, schied nach mehreren Gesprächen und Telefonaten mit der Tafelfirma aus.

Der Abbau und Abtransport liegt bei ca. 170 Euro. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Raum höchstwahrscheinlich für sehr lange Zeit "mein" Klassenraum sein und bleiben wird, habe ich mich entschlossen, den Abbau für die erste Ferienwoche zu organisieren.

Es ist davon auszugehen, dass die Wand hinter dem Tafelaufbau katastrophal aussehen wird und einen neuen Anstrich benötigen wird.
Inwieweit das im Zuge von dringend nötigen Renovierungsarbeiten in unserer Schule geleistet werden kann, bleibt abzuwarten.

Anstelle der Tafel werde ich drei große magnetische Whiteboards hängen und zwar in kindgerechter Höhe.
Diese Whiteboards gibt es bereits recht kostengünstig und sie haben im Vergleich zur Tafel einfach den Vorteil, dass sie immens flach an der Wand hängen und weder viel Raum einnehmen, noch zum automatischen Blickfang werden.

Da ich häufig mit magnetischen Material arbeite, können die Boards vielfältig genutzt werden und natürlich sind sie auch beschriftbar.

Mir ist bewusst, dass die Fachlehrer der Klasse diese Raumänderung nicht unbedingt und zwangläufig positiv finden werden, aber ich gehe davon aus, dass flexibel genug reagiert werden kann.

Die seitliche Wandtafel bleibt in jedem Fall bestehen. In erster Linie geht es mir darum, Wandraum zu schaffen, so dass die Wand für das Stellen von Regalen und/oder Tischen nicht so verloren ist, wie das zur Zeit in unseren Räumen der Fall ist.

Letztlich kann ich mich erst in den Ferien näher mit der Raumplanung befassen, wenn ich in aller Ruhe schieben, stellen und ausprobieren kann.

Neben der Entscheidung gegen die Wandtafel, einer sehr individuellen Entscheidung, haben wir als zukünftige Parallelkolleginnen zusammengesessen und uns für ein neues Mathelehrwerk entschieden.
Nach der Durchsicht mehrerer Werke fiel unsere Wahl auf "Flex und Floh".

Interessanterweise führte ich nach unserer Entscheidung ein Gespräch mit einer Fachleiterin für das Fach Mathematik, die dem Konzept von "Flex und Floh" skeptisch gegenüberstand und das zu große und ausschließliche Individualisieren zu Lasten der mathematischen Sprachentwicklung sah.
Das war ein wichtiger Hinweis, den ich in die weiteren Planungen und Überlegungen aufnehmen werde.

Am kommenden Mittwoch nun findet der erste Elternabend für die zukünftigen Erstkläßler in den Klassen statt.
An diesem Abend wird mir meine Doppelfunktion noch einmal sehr genau bewusst.

Nachdem Allgemeines im großen Plenum besprochen wird, gehen die Eltern mit den einzelnen Klassenlehrerinnen in die Klassen und klären dort klassenspezifische Inhalte.

Ich bin gespannt, wie viele Eltern die Gelegenheit wahrnehmen und an diesem Abend kommen werden!

Nickname 03.07.2011, 10.20| (13/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

noch einmal der Klassenraum

Ich werde nicht in meinem jetzigen Raum bleiben, sondern zum Sommer hin eine Etage tiefer ziehen.
Das hat nur den einen Grund, dass mein Büro und der Klassenraum so sehr nah beieinander liegen, Wege kürzer werden und ich mir so ein wenig Zeitersparnis und weniger Organisationsaufwand erhoffe.

Seit Tagen versuche, interessante Seiten und Fotos im Netz zu finden, die mir weitere Ideen geben und mein Sachwissen auffrischen.
Dabei bin ich auch auf Axel Menikheim und seine Arbeit über "Aspekte lernfördernder Klassenraumgestaltung" aufmerksam geworden.
Obwohl diese Arbeit bereits elf Jahre alt ist, fand ich einige Aspekte darin sehr interessant, schlüssig und nützlich.

Aus Interesse habe ich weitergesucht und bin auf der Seite "Bauen für Geborgenheit" gelandet.
Dort kann man einen nach dem Würzburger Modell eingerichtetes und gestaltetes Klassenzimmer anschauen.

Irgendwie habe ich dann weiter gesucht und mit einem Male entdeckte ich die Landauer Möbel.
Genial. Ich bin begeistert.
Ein Blick auf den Preis hat meine Begeisterung dann zunächst einmal wieder gedämpft.

Einen ganzen Raum werden wir kaum mit diesen Möbeln bestücken können. Rein finanziell, aber auch platzmäßig. Allerdings kann ich mir diese Möbel sehr gut als Ergänzung im Klassenraum vorstellen.

Mich überzeugt die Flexibilität und Vielseitigkeit dieser Möbel. Verglichen mit den schweren Standardtischen in unserer Schule lassen sich Räume so sicherlich viel schneller den aktuellen Lernsituationen anpassen.

Hier gibt es einen Zwischenbericht aus der Praxis zu lesen.

Ich halte die Klassenraumgestaltung für ein ganz wesentliches Element von Unterricht und Lernen und finde es spannend, zu sehen, was es an Möglichkeiten gibt!



Nickname 13.06.2011, 15.09| (8/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Gedankenstau

Ich merke, dass nun die Phase beginnt, in der es schwierig für mich wird, das aktuelle emsige und teilweise hektische Geschehen auf ein ruhiges Level zu bringen und gleichzeitig der vierten Klasse einen schönen Abschluss zu bereiten und in den Startlöchern für Klasse 1 zu stehen.

Meinem Arbeitsplan hinke ich teilweise hinterher. Die Anlauttabelle ist noch nicht fertig, aber in Arbeit. Damit kann ich gut leben, denn ich werde mich erst in den Sommerferien ausführlich mit der Materialerstellung befassen.

Der erste Elternabend für die Eltern der zukünftigen Erstklässler naht und da drängt es aktuell, sich doch im Klaren darüber zu werden, welches Material die Eltern anschaffen sollen und auf welches wir bewusst verzichten möchten.

Fest steht, wir benötigen:

* die Postmappe (um die ich mich selber kümmere)
* einen Schnellhefter für Liedblätter, so dass eine Sammlung entstehen kann
* ein Hausaufgabenheft

* einen Wasserfarbkasten und Pinsel
* ein Etui mit dem üblichen Schreibzeug
* einen Zeichenblock DIN A4
* einen Zeichenblock DIN A5
* Wachsmalstifte

* Karteikarten (für unser Rechtschreibkonzept)
* Karteikasten (den ich per Sammelbestellung ordern werde, sofern die Eltern einverstanden sind)

* Sportzeug

Fest steht nach wie vor noch nicht, wie ich mit dem Mappenproblem umgehen werde.
Nutze ich gar keine Mappen mehr? Gelingt es mir, auf sämtliche Kopien zu vezichten?
Beginne ich von Anfang an mit Epochenheften? Oder setze ich zwei Schnellhefter auf die Liste?
Einen für angefangene und einen für beendete Arbeitsblätter?

Was benötigt die Religionfachlehrerin, was die Englischlehrerin im zweiten Halbjahr?

Das sind ganz praxisnahe Überlegungen, die ich immer wieder diskutiere. Ebenso stecke ich nach wie vor in dem Überlegungsprozess zum Mathelehrwerk, wobei man hier ganz klar sehen muss, dass man eben nicht alleine im System steckt, sondern es verbindliche Absprachen im Kollegium und an der Schule gibt.
Nichts, was man nicht ändern könnte, aber um Teamarbeit zu etablieren, muss man selber Teamspieler sein.

Parallel zu diesen ganz konkreten Überlegungen habe ich mich in letzter Zeit noch einmal vermehrt mit unterschiedlichen Unterrichtsformen, Ideen und Möglichkeiten auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass ich zwischen allen Theorien und Welten hänge und - das halte ich für entscheidend - dort sehr wohl fühle.

Ich bin doch recht weit entfernt von dem Weg einer Grundschule Harmonie und entferne mich immer weiter, je mehr Artikel ich von Herrn Hövel lese. Wobei wir da auch unmittelbar wieder in dem Bereich der Absolutismen wären. Da möchte ich mich nicht wiederholen.
Meine Grundüberzeugung ist in Bezug auf unsere Schule auch eine eindeutig andere.

Wertvolle und anregende Ideen erhalte ich zunehmend  aus der Montessoripädagogik, obwohl mich vor Jahren eben auch dort das Einseitige störte.

Mittlerweile nehme ich keine Rücksicht mehr auf jene Menschen, die meinen, ihr Weg sei der alleingültige für alle.

Die Elemente der Montessoripädogik, die ich für meine Lerngruppe als passend und bereichernd empfinde nutze ich gerne und mit Begeisterung, ohne der Montessoripädagogik in seiner Gänze zu verfallen.

Und so wird mein Unterricht auch weiterhin geprägt sein von vielen sehr unterschiedlichen Elementen, Methoden und Materialien, ohne dass ich mich in eine dieser furchtbaren Skalen drängen und pressen lassen möchte, die einige selbsternannte Reformpädagogen nutzen, um den Unterricht anderer Kollegen zu klassifizieren.

Was für ein Widerspruch!
Während im Unterricht jedes Kind möglichst individuell wahrgenommen werden soll und muss, werden Lehrer plakativ in Schubladen gesteckt und oder gar in schwarz-weiß gezeichnet, überzeichnet, angeprangert.

Was wir den Schülern zugestehen, gar als unumwundenes MUSS empfinden, wird den Lehrern andererseits keinesfalls zugestanden.

Dem möchte ich ganz bewusst entgegentreten. Ich glaube nicht daran, dass es nur einen Weg, nur eine Möglichkeit gibt, Kindern in der Schule gerecht zu werden.
Vielfalt als Chance darf als Schlachtruf keine Einbahnstraße sein.

Und so bin ich mir zumindest über eines ganz deutlich im Klaren:
Ich werde die Vielfalt in beiden Richtungen nutzen. Und das bewusst und gerne und auf eine Art und Weise, die sich nicht klassifizieren lässt!

Nickname 11.06.2011, 09.28| (32/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Führerscheine


Mittlerweile kommt man - bei der Durchsicht aktueller Literatur und Kopiervorlagen rund um den Primarbereich - gar nicht mehr um sie herum, um all die Führerscheine und Diplome. Die inflationäre Verwendung des Begriffs "Führerschein" im Bereich von praxisnahen Unterrichtsmaterial, lässt selbigen im Primarbereich zu Gewöhnlichem degradieren.

Fand ich den Scherenführerschein noch richtig witzig und nützlich, so wunderte ich mich bereits im vergangenen Jahr auf der Didacta, wie viele weitere "Führerscheine" der Verlag direkt anschließend auf den Markt warf.
Da gibt es nun also den Bleistiftführerschein und natürlich den  Füllerführerschein (ich denke, dies ist der Ursprungsführerschein im Primarbereich), den Ranzenführerschein, sowie aus einem anderen Verlag den Flüsterführerschein.

Auch einen Zeichengeräteführerschein gibt es.

Ach ja, nicht zu vergessen den Leseführerschein. Angesichts all dieser Führerscheine schäme ich mich ja schon fast, seinerzeit selber ein Füller-Diplom entworfen zu haben.
Das Besondere ist längst verloren gegangen und man muss in dem Wust von Kopiervorlagen ganz genau schauen, um wertvolle Einzelmaterialien zu entdecken.

Es erstaunt mich, wie schnell sich so ein zunächst ja durchaus motivierend gemeinter Begriff abnutzen kann.

Als absolutes Negativbeispiel möchte ich jedoch den Erstklässlerführerschein anführen.





Als zukünftige wieder Erstklasslehrerin bin ich natürlich sofort auf den Zug aufgesprungen, in der Hoffnung für den stolzen Preis (26,80 Euro) brauchbares und praxisnahes Unterrichtsmaterial zu finden. Obwohl zum Beispiel Amazon meldet, das Buch sei noch nicht verfügbar, liegt es seit einigen Tagen hier bei mir herum und ich bin mehr als enttäuscht.
Leider kann man bei Amazon noch keine Rezension schreiben, darum muss ich meinem Ärger an dieser Stelle Luft machen.

(Apropos Amazon  Rezensionen. Schaut man sich einmal den Autor vieler dieser Führerscheine an und die entsprechenden Rezensionen und klickt man anschließend mal das Rezensionsprofil von "Brainstorm" an, so entdeckt man dass es durchaus auch Menschen mit mir gegensätzlicher Meinung gibt.)

Was da für 26.80 Euro verkauft wird ist meiner subjektiven und sehr persönlichen Meinung nach eine Frechheit.

Die Ideen an sich sind gar nicht einmal schlecht. In vielen kleinen Heften können/sollen die Kinder an Basiskompetenzen in den unterschiedlichen Bereichen arbeiten.
Jedem Heft voran steht ein immer gleicher Hinweis für Lehrer und Eltern, wie man das Heft einsetzen kann.

Leider ist das Material absolut wenig ansprechend, da es mit einer gängigen Schulschrift gestaltet wurde, die viele Kolleginnen und Kollegen sicher auf dem heimischen Rechner selber zur Verfügung haben.
Veenpikto nennt sich die Schrift, manchmal auch ein klein wenig anders.

Die Schrift an sich halte ich für sehr hilfreich, wenn man sich rasch selber mal ein Arbeitsblatt erstellen möchte. Von einem professionellen und teuren Verlagswerk ewarte ich hingegen ansprechenderes und individuelleres Bildmaterial.

Es mag aber durchaus sein, dass ich diebszüglich weitaus kritischer bin als andere Kolleginnen und Kollegen. Jedenfalls ärgere ich mich maßlos über diesen gänzlich überteuerten Kauf.
Keine einzige Seite dieses Buches werde ich nutzen oder einsetzen.

Ein Gutes hat der Kauf jedoch, ich muss mein Kaufverhalten wirklich kritisch überdenken. Immer wieder neige ich dazu, viel zu schnell etwas zu bestellen, immer in der Hoffnung, dass es meinen Unterricht bereichern wird.
Die wahren Perlen der Literatur findet man meistens jedoch ganz unerwartet und erhofft.

Sollte irgendwer nun dennoch Interesse an dem Erstklässlerführerschein haben - ich verkaufe mein Exemplar herzlich gerne.
;-)

Ist auch nur zweimal durchgeblättert, also absolut neuwertig.



Nickname 05.06.2011, 08.01| (11/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die Tafel

Das Raum- bzw. Platzproblem habe ich ja bereits mehrfach erwähnt und meine diesbezüglichen Überlegungen beschäftigen mich tagtäglich.
Dominierend ist die aufklappbare Schultafel, die an der Frontwand des Raumes befestigt ist.



Eltern verbinden mit dieser Tafel nach wie vor ein "Vorne", so als würde sich der Unterricht tatsächlich nur auf diese Tafel konzentrieren.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die zahlreichen Situationen, in denen mir Eltern zu verstehen gaben, ihr Kind müssen weiter vorne sitzen, weil es ADHS hat oder ADS, schlecht sieht, schlecht hört, eine Wahrnehmungsschwäche hat, sich nicht umdrehen soll, schräg sitzen darf und überhaupt vorne mehr mitbekommt.

Faktisch ist es so, dass die Tafel in meinem Unterricht schon jetzt keine große Rolle mehr spielt.
Ich nutze lediglich die magnetische Fläche, um den Tagesablauf mit Schildern zu symbolisieren.
Ansonsten ist die Tafel eher bedeutungslos.
Ein "Vorne" im ursprünglichen Sinne gibt es in meinem Unterricht nicht.

Von daher stellt sich mir seit wenigen Wochen die Frage, ob der Platz , den diese Tafel einnimmt, nicht sinnvoller genutzt werden kann.
An der Tafelwand kann kaum ein Regal gestellt werden, von Tischen ganz zu schweigen.
Sprich, die Tafel nimmt eine ganze Wandseite "weg" und macht diese Wand für andere Möbel nutzlos.
Das stört mich.

Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sehr viele Schüler in die neue Klasse gehen werden und ich um jeden Zentimeter Raum ringen muss.

Nun ist es aber so, dass ich ja nicht auf einer einsamen Insel unterrichte, sondern in einem System, in dem von einem Tafelabbau ja nun auch jene Kolleginnen und Kollegen betroffen wären, die in meiner Klasse Fachunterricht geben werden.
Und wenn man innerhalb eines Systems arbeitet, kann man nicht auf Biegen und Brechen eigene Ideen umsetzen und das womöglich moch auf Kosten anderer.
Es gilt also abzuwägen.

Ich habe versucht, mir klarzumachen, für was die Tafel genutzt werden könnte.
Schwungübungen fallen einem da in Klasse 1 sofort ein. Das Anschreiben der Buchstaben mit Schreibrichtung.
Die Zeiten, in denen ich Buchstaben groß an die Tafel schreibe - in der Hoffnung 30 Kinder schauen mir konzentriert zu - sind vorbei.
Da gibt es individuellere Mittel und Wege. Schwungübungen im Großformat kann man auf Tapete, Papierbögen etc. malen und schreiben lassen.
Die Organisationsform ist eine andere, der Effekt meines Erachtens derselbe.

Die magnetischen Schilder kann ich an eine kleine, platzsparende Magnettafel hängen, das wäre nicht das Problem.
Hausaufgaben kann ich an der ebenfalls vorhandenen Seitentafel notieren.

Mir fällt partout gar nichts ein, wofür ich diese Tafel bräuchte.
In Klasse 3 und 4 gab es schon einmal Texte, die von den Kindern abgeschrieben werden sollten, aber diese Situationen kann ich an einer Hand abzählen. Dafür ein Monstrum von Tafel hängen zu lassen erscheint mir übertrieben.

Zentrale Unterrichtsform ist der Kreis, dabei ist weder der Blick auf die Tafel noch die Tafel an sich zwingend notwendig.

Beispielaufgaben in Mathematik?
Hm, fällt mir keine ein, für die ich eine Tafel bräuchte, wenn ich einen Sitzkreis habe.

Bleibt im Grunde zu überlegen, inwiefern das Kollegium vom Abbau der Tafel betroffen wäre.
Fachunterricht wird stattfinden in Englisch, Sport und Religion.
Man könnte natürlich organisieren, dass die Fachlehrer, sofern sie zwingend eine Tafel benötigen, in einen anderen Raum gehen.

Ich muss das weiter überdenken. Tendiere aber sehr zum Abbau.

Die Dominanz der Tafel in diesem Klassenraum spiegelt nicht das wieder, was Unterrichten ausmacht.

Das "Vorne" ist längst kein "Vorne" mehr, warum also länger daran festhalten?

Nickname 02.06.2011, 07.37| (14/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die Schnupperstunde

Heute war es so weit. Ganz ganz viele zukünftige Schulkinder standen aufgeregt vor unserer Turnhalle. Manche hielten Mama oder Papa fest an der Hand, andere fühlten sich schon ohne diesen Rückhalt sichtlich wohl.
In der Turnhalle hatten wir zwanzig Stationen aufgebaut, betreut von den ruhigen und selbstbewussten Viertkläßlern, die sich rührend um die "Kleinen" kümmerten und denen die Verantwortung sichtlich gut tat.

Nicht alle zukünftigen Schüler waren gekommen, wohl aber die meisten, so dass ich einen wunderbaren ersten Eindruck vom zukünftigen Klassengefüge erhalten habe.

Zwanzig Stationen, um die fünfzig Kinder in der Halle, ich hatte ehrlicherweise mit einer immensen Lautstärke und viel Trubel gerechnet und war angenehm überrascht, wie leise, konzentriert und unproblematisch die Stunde herum ging.

Nach dem Austeilen der Namenskärtchen rannten wir bei einer Kleiderstaffel um die Wette, ehe die Kinder sich an die einzelnen Stationen begaben und dort sehr motiviert spielten, tobten, fuhren, stiegen, liefen, sprangen, erzählten, hörten, kegelten......

An jeder Station gab es einen netten Stempel in den Schulkindpass, den einige Kinder wie einen kleinen Schatz hüteten, andere ihn eher unwesentlich fanden.

Am Ende gab es noch ein Getränk für jedes Kind und schon hieß es wieder Abschied nehmen. Die Namen auf dem Papier haben nun bereits Gesichter für mich und selbst in der Kürze der Zeit habe ich zahlreiche Beobachtungen machen können und viele winzig kleine, aber wunderbare Gespräche geführt.

Die Idee, die Kinder bereits in den vorläufig zusammengestellten Klassen einzuladen hat sich bewährt. Auch der Parcours in der Halle kam bestens an.
Optimiert werden muss in jedem Fall noch die Einweisung der "Großen", die sich im Schulkindpass aufgrund fehlender Nummerierung nicht immer gut zurecht fanden.

Während die Kinder sich in der Halle austobten, hatten die Eltern die Gelegenheit sich im Konferenzzimmer bei Kaffee, Wasser und Keksen näher kennenzulernen.
In der Zeit, in der nicht meine zukünftige Klasse, sondern jeweils eine der anderen beiden Klassen in der Halle waren, konnte ich Fragen der Eltern beantworten und nette Gespräche führen.

Ohne die Viertkläßler hätte das Ganze jedoch sicherlich nicht funktioniert. Ihre liebevolle und geduldige Hilfestellung lockte auch die schüchternsten Kinder und Ängste konnten so auf sehr natürlichem Wege abgebaut werden.

Ich freue mich nun noch mehr auf das neue Schuljahr. Auch wenn es vorher heißt, Abschied zu nehmen....

Nickname 23.05.2011, 16.46| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Absolutismen

Gestern habe ich mit Freude und Genuss das Buch von Ulrike Kegler ausgelesen und mir viele neue Denkanstöße und Anregungen holen können.
Mit Freude und Genuss aus dem Grunde, dass endlich mal jemand, der andere, neue Wege geht, dies nicht mit dem Anspruch des Absolutismus beschreibt, sondern sachlich argumentiert, Fehler eingesteht und dem Leser niemals das Gefühl gibt, wenn Du es nicht so machst wie wir, machst Du es falsch.

Bereits vor vielen Jahren, als ich das Montessori-Diplom machte, fand ich die Einstellung meiner Mitstreiter: "Du sollst keine andere Göttin neben Maria Montessori haben!" grauenhaft.
Grauenhaft falsch, grauenhaft einengend, grauenhaft intolerant.

Immer wieder findet man Bücher, Artikel, Videos und Filme - das Netz selber ist ja voll davon - von namenhaften Pädagogen, Lehrern, Didaktikern, die interessante Wege gehen, auf neue Fährten verlocken wollen, dies aber mit dem Anspruch der Allgemeingültigkeit verbinden und verächtlich auf all jene schauen, die nicht sofort das propagierte Denken und Handeln übernehmen.

Und immer wieder bin ich erstaunt, ob der maßlosen Geringschätzigkeit mit der solche Menschen Andersdenkenden begegnen.
Und was zum Werbefeldzug für die eigene Pädagogik, den eigenen Weg werden soll, bewirkt das Gegenteil.
Einem Menschen, der mich gering achtet, weil ich andere pädagogische Prämissen habe als er selber, dem möchte ich ganz sicher nicht unreflektiert folgen und wenn ich ehrlich bin, stelle ich auch infrage, wie jene Menschen unseren Kindern Tolerenz vorleben.

Dieses: "Mein Weg ist der richtige, denn seht Ihr nicht, wie Ihr mit Euren Wegen den Kindern schadet?" ist geprägt von einer Anmaßung und Selbstüberschätzung, der ich persönlich nichts abgewinnen kann.

Erfrischend anders ist Frau Keglers Buch. Man legt es nach dem Lesen aus der Hand, hat viel zu Reflektieren und Nachzudenken, aber dennoch nicht das Gefühl, all die Jahre lang furchtbar schlechten Unterricht gemacht zu haben.

Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Menschen und mehr solcher Bücher.
Ohne missionarischen Eifer gelingt es viel eher, Leute zum Mitreißen und Umdenken zu bewegen.

So vielfältig wie Schulen, Schüler und Lehrer sind, so vielfältig wird Unterricht immer sein.
Das Laufen in den Fußstapfen anderen mag eine Weile angehen, wird aber schnell langweilig und vor allem mühsam.
Da gehe ich lieber eigene Wege, manchmal verschlungene Pfade, aus denen ich mich mühsam wieder herauswinden muss, um den Hauptweg wiederzufinden.
Aber immer im Bewusstsein, selber gegangen zu sein, nicht bloß gezogen zu werden.......

Nickname 22.05.2011, 07.51| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Pinguin-Dienste-Schilder

Neben der gedanklichen Vorbereitung darf natürlich auch die ganz praktische Vorbereitung nicht fehlen. Aus diesem Grunde gibt es nun im Downloadbereich die ersten Pinguin-Dienste-Schilder.
Angelehnt an sämtliche Schilder aus dem Zaubereinmaleins. Diese entstanden aufgrund einer Forumsdiskussion.
Natürlich benötigt niemand dreißig oder mehr Schilder. Aber so kann man sich die Schilder aussuchen, die man nutzen möchte.



Sämtliche Illustrationen stammen erneut von Herrn Krahl.

Nickname 21.05.2011, 16.32| (10/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Vier wahre Schätze

Ganz häufig passiert es mir, dass ich Bücher bestelle, die auf den ersten Blick vielversprechend, interessant und weiterbringend klingen, sich dann aber nach dem Lesen als nichtssagend und praxisuntauglich erweisen.

Aus diesem Grunde freue ich mich immer immens, wenn ich auf die wenigen wahren Schätze stoße, die die Literatur in Bezug auf Schule und Unterricht zu bieten hat.
Erstaunlicherweise sind das ganz häufig ältere Bücher.




Ute Andresen kann ich mit Sicherheit als Vorbild bezeichnen. Einige ihrer Bücher sind nichts anderes als Weblogs in Buchform und sie brachten mich seinerzeit erst auf die Idee, unseren Schulalltag in Worte und Bilder zu kleiden und in Form eines Blogs öffentlich zu machen.

Nun stieß ich in der letzten Woche auf "Ausflüge in die Wirklichkeit" , ein Buch aus dem Jahre 2000., das ich unmittelbar "verschlungen" habe und das wieder einmal auf unnachahmliche Weise Praxis und Theorie vereint und verbindet. In vielen Gedanken finde ich mich wieder, andere bringen mich auf neue Ideen und meine Wahrnehmung wird auch einmal in andere Richtungen verschoben.
Ein wunderbares Buch.

Noch ein paar Jahre älter, nämlich aus dem Jahre 1997, stammt das Buch "Offener Unterricht zum Schulanfang" von Bärbel Nicolas.
Die vielen Ideen darin sind selbstredend nun nicht mehr neu, aber gerade wenn man eine neue Eins übernimmt, kann man sich damit viele Anregungen in Erinnerung rufen oder überdenken.

Ganz und gar praxisorientiert ist dann "Hilfreiche Rituale im Grundschulalltag" , aus dem Jahre 2007.
Nicht nur für Klasse 1, sondern für alle Jahrgänge der Grundschule werden hier kurz und knapp Ideen und Anregungen für die Praxis gegeben.

Ganz besonders gefreut habe ich mich über das Buch "In Zukunft lernen wir anders" von Ulrike Kegler.
Es gibt sie also doch: Die Visionäre und Idealisten, die ohne missionarischen Eifer, aber dennoch voller Inbrunst und Feuereifer, getrieben von Visionen und Idealen ihren Weg beschreiten und denen es gelingt, andere Menschen mitzureißen.

Unbeschönigt kann man hier einen steinigen Weg verfolgen, der letztlich zu einer wunderbaren Schule führt.
Ein Buch, das Mut macht und motiviert - gäbe es nur mehr solcher Menschen und Bücher!

Interessanterweise fanden sich in all jenen Bücher Überlegungen zur Sitzordnung. Noch interessanter war die Tatsache, dass der Grundtenor letztlich fortführte von einer festen Sitzordnung und hin zu einer flexiblen, beweglichen Klasse.
Nicht jedes Kind hat einen festen Sitzplatz am Tisch, aber es stehen viele Alternativen zur Verfügung.

So bin ich wieder bei der Sitzordnung angelangt. Ein Thema, das mich bis zum Tag der Einschulung nicht loslassen wird.




Nickname 21.05.2011, 13.48| (4/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die Anlauttabelle

Ich hinke meinem eigenen Arbeitsplan hinterher. Das liegt daran, dass ich gedanklich immer noch um die Anlauttabelle kreise.
Die Anregung, die ich hier in mehreren Kommentaren fand, jedes Kind möge sich doch eine eigene Anlauttabelle erstellen, habe ich lange für mich und mit mir alleine diskutiert.

Neben aller wichtigen und dringend nötigen Individualisierung, stehen für mich immer auch zwei weitere Frage im Raum:

1. In welchem Zusammenhang stehen Aufwand und Nutzen?

2. Was ist für mich persönlich leistbar, machbar, schaffbar?

Diese beiden Fragen habe ich mir somit auch im Zusammenhang mit der Anlauttabelle gestellt und bin zu folgenden Gedanken gekommen.

Der Aufwand, individuelle Anlauttabellen zu erstellen steht - und das ist selbstverständlich wie alle Gedankengänge hier im Blog nur meine persönliche Meinung - in keiner vernünftigen Relation zum Nutzen.

Mir hat sich der Vorteil der Methode, abgesehen von der Individualisierung, nicht erschlossen. Ich stelle mir also vor, wie jedes der 30 Kinder sich nun eigene Bildchen malt.
Ich habe am Ende 30 unterschiedliche und individuelle Anlauttabellen, kann aber mein Material nicht auf jede einzelne Tabelle abstimmen.
Mal abgesehen davon, dass ich jede Tabelle ja auch auf Richtigkeit nachschauen muss, einige Bilder wahrscheinlich kaum erkennbar sein werden und der Zeitfaktor ein so immenser sein wird, dass er die Vorteile der Indiviualisierung gleich wieder nichtig macht.

Brauchen die Kinder an dieser Stelle diese Individualisierung? Bringt es sie weiter? Oder ist es Individualisierung zum reinen Selbstzweck?

Und überleitend zu meiner zweiten Frage: Ist das für mich als Lehrerin leistbar?
Ist der Nutzen so hoch, dass ich mir die Zeit nehmen muss oder ist er das eher nicht?

Gehört eine individuelle Anlauttabelle zum absoluten MUSS in einem neu strukturierten Unterricht?
Oder ist es eine jener individuellen Neuerungen, die nach außen gut ausschauen, aber vom Ursprung her unnötig sind?

Wie in allen Bereichen der Pädagogik muss da wahrscheinlich jeder seinen eigen Weg finden und gehen.
Vor einigen Jahren hätte ich mich mit Sicherheit auf diese Idee gestürzt und sie umgesetzt.
Unreflektiert. Neu und innovativ und individuell - das war ein MUSS.

Heute gibt es keine MUSS mehr für mich, nur noch KANN.

Für mich war schnell klar, dass das nicht mein Weg sein wird.
Andererseits habe ich ein Problem mit den bestehenden Anlauttabellen.
Arbeiten kann ich mit jeder. Das Problem liegt darin, dass ich das meiste Material selber erstelle und wenn ich eine fertige Anlauttabelle nutze bin ich eingeschränkt.

Aus diesem Grunde werde ich eine eigene Anlauttabelle erstellen, orientiert an jenen Tabellen, die ich aus verschiedenen Gründen selber favorisiere.
Dazu kann ich dann beliebig Material erstellen und verlagsunabhängig agieren.
Das ist mir wichtig.

Man muss nicht das Rad neu erfinden - zumindest nicht immer - aber man kann jedem Rad eine neue Richtung geben.


Nickname 21.05.2011, 12.57| (5/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Schnupperstunde

Bislang habe ich alle neuen Erstkläßler ein- bis zweimal kurz in kleinen Gruppen erleben dürfen. Im unteren Flur unserer Schule hingen bis vor kurzem die Fotos aller zukünftigen Schüler und Schülerinnen oder ihre gemalten Portraits, so dass für jeden sichtbar war, wer bald zu uns in die Schule kommen wird.

Im Zuge der vorläufigen Klasseneinteilung haben wir diese Bilder erst vor wenigen Tagen abgenommen.

In den vergangenen Jahren konnten die zukünftigen Schulkinder immer in Kleingruppen zwei Stunden lang am Unterricht der 2. Klassen teilnehmen.
Warum das ausgerechnet die zweiten Schuljahre waren, kann ich nicht sagen, da das festgelegt wurde bevor ich an die Schule kam.
Als Zweitklasslehrerin fand ich extrem anstrengend und aufwendig, dass fünfmal je eine Gruppe von bis zu sieben Kindern für zwei Stunden in meinen Unterricht kam.
Der organisatorische Aufwand war sehr hoch, so dass wir uns in diesem Jahr erstmalig für eine andere Vorgehensweise entschieden haben.

Eingeschult werden im Sommer nahezu neunzig Kinder an unserer Schule.
Wir werden drei Klassen bilden, eine davon wird eben die "Pinguin-Klasse" sein.

Am Montag haben nun alle zukünftigen Schulkinder die Möglichkeit für eine Zeitstunde zu uns zu kommen.
Eigens dafür angeschafft haben wir die Schulkindpässe aus dem ALS Verlag. Jedes Kind wird am Montag einen solchen Pass erhalten und in der Turnhalle bauen wir 20 interessante Stationen auf, die von unseren Viertkläßlern und uns betreut werden.



Die Stationen lehnen sich inhalt an den Schulkindpass an und für alle erfolgreich absolvierten Stationen gibt es selbstverständlich einen Stempel in den Pass.
Die Pässe nehmen die Kinder anschließend mit nach Hause und können sie dort bis zur Einschulung gegebebenfalls vervollständigen.

Organisatorisch wird es so ablaufen, dass die zukünftigen Erstkläßler in den voraussichtlichen neuen Lerngruppen hier eintreffen. Während die Eltern in unserem Konferenzraum nett bewirtet werden, hier geht der Dank an unseren Förderverein, verbleiben die Kinder in der Turnhalle und werden je von einem vierten Schuljahr und zwei Kolleginnen betreut.

Das heißt, es kommen drei Gruppen zu uns und die Turnhalle bleibt an diesem Vormittag den neuen Schülern vorbehalten.

Spannend ist dies aus vielerlei Gründen. Zum einen treffen die Großen, die, die bald unsere Schule verlassen auf jene Kinder, die nachfolgen.
Als Lehrerin sehe ich so ganz unmittelbar den deutlichen Unterschied zwischen beiden Lerngruppen und Abschied und Neuanfang werden so zu einem großen Ganzen.

Die Viertkläßler übernehmen an diesem Tag anleitende Verantwortung, die Erstkläßler erfahren persönliche Zuwendung und Hilfestellung.

Zum anderen erlebe ich erstmalig meine voraussichtliche zukünftige Klasse gemeinsam als Gruppe und freue mich darauf.
Natürlich wird das wuselig werden.
Vielleicht mag der ein oder andere sich noch nicht von Mama oder Papa trennen, vielleicht gibt es Tränen oder erste kleine Machtkämpfe.
Es wird stille Kinder geben, die abwartend beobachten und jene, die sofort agieren und mitmachen.

Vor allem wird es aber eine Feuertaufe für meine Geduld. Jetzt, bei den Viertkläßlern ist Untericht ein Selbstläufer. Auch, wenn ich die Klasse erst im Dezember übernommen habe, agiere ich nur am Rande, begleite lediglich, muss nicht viel erklären und kann mich sehr zurücknehmen.

Mir ist bewusst, dass es mit den Erstkläßlern wieder ganz anders sein wird.
Sprache und Gestik muss sich meinerseits ändern und auf das jüngere Alter einstellen.
Ich muss reduzieren und darf nicht all das voraussetzen, was in Klasse 4 zur Sebstverständlichkeit geworden ist.

Vor allem aber muss ich jedes einzelne Kind erst kennenlernen, wahrnehmen und mir bewusst machen, dass jedes Kind anders ist, denn anders sein ist normal.
Ich freue mich auf Montag, auf jedes einzelne Kind, auf das Lebendige und Neue, gepaart mit dem Altem und Vertrauten.

Ob sich die neue Organisationsform bewährt kann ich erst Montag sagen.
Spannend bleibt es allemal.

Nickname 21.05.2011, 12.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Der erste Brief

Dreißig Tage vor der Einschulung soll er bei den neuen I-Männchen ankommen. Geschrieben habe ich ihn schon einnmal in einer ersten Rohfassung.



Die Pinguinspuren können ausgemalt werden, so können die Kinder sehen, wieviel Tage es noch bis zur Einschulung sind.

Der Brief kann hier in einer docx Version heruntergeladen und modifiziert werden. Ich habe in den Rahmen von Herrn Krahl zwei einfache Textfelder gelegt.
Die Schriftart ändere ich in jedem Fall noch in eine gut lesbare Schuldruckschrift um.

Nickname 15.05.2011, 19.04| (5/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die Postmappe

Während ich mit meinen Mappenplänen noch nicht im Reinen bin, steht jedoch fest, dass es eine Mappe in jedem Fall geben wird:

Unsere Postmappe
.

Ohne diese kann ich mir unser Schulleben gar nicht mehr vorstellen. Und so freue ich mich über Herrn Krahls Pinguin Postboten, der die Mappe zieren wird:



Unter "Downloads" findet man  zwei Versionen, die sich per rechter Maustaste herunterladen lassen.
Bitte daran denken, dass das Urheberrecht bei Herrn Krahl liegt und die Grafiken nur für die eigene Lerngruppe gedacht sind.

Nickname 15.05.2011, 18.22| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Bücherstapel

Obwohl die vergangene Woche ganz im Zeichen meiner Schulleiterprüfung stand, vermehrten sich die Bücher auf meinen Erstklaßbücherstapel und hin und wieder gelang es mir, in einigen Büchern bereits querzulesen.
Gestern und heute nutzte ich nun das Regenwetter und las mich fest.

"Unterrichten im ersten Schuljahr" ist ein Buch mit zahlreichen fachdidaktischen Aspekten unterschiedlicher Bereiche.
Es liest sich nicht mal eben locker und leicht nebenher, da neben den praxisbezogenen Hinweisen eben viel Theorie und trockene Fachdidaktik zu lesen ist.
Aber es stehen einige sehr interessante Artikel in dem Buch. Beispielsweise der von Hanna Kiper "Der Klassenrat in Klasse 1 - die ersten sieben Wochen".

Dieser Artikel hat mich in dem Wunsch bestärkt, diesesmal direkt in Klasse 1 mit dem Klassenrat zu beginnen.

Weitaus weniger theoretisch und tausendmal charismatischer ist natürlich das Büchlein "Die zehn Wünsche der Kinder" von Claus-Dieter Kaul.

Ein Buch, aus dem man viel mitnehmen kann und das einfach schön zu lesen ist.

Claus-Dieter Kaul benennt zehn Wünsche, die Kinder an uns Erziehende haben:

  1. Schenkt uns Liebe!
  2. Achtet auf uns!
  3. Macht uns nicht, sondern lasst uns werden!
  4. Begleitet uns!
  5. Lasst uns Fehler machen!
  6. Gebt uns Orientierung!
  7. Setzt uns klare Grenzen!
  8. Seid zuverlässig!
  9. Zeigt eure Gefühle!
10. Lasst uns die Freude leben!

Wunderbar auf den Punkt gebracht, mit Praxisbeispielen belegt, macht es einfach Freude, dieses Büchlein zu lesen.
Natürlich kam ich nicht umhin, an einigen Stellen zweifelnd innzuhalten und mir die Frage zu stellen, an welcher "Bullerbü-Schule" denn die Fotos entstanden und die beschriebene Praxis umgesetzt worden ist.
Obwohl ich mich von genau diesen Gedanken frei machen wollte, überfallen sie mich manchmal noch und ich muss mir in solchen Augenblicken bewusst machen, dass ich zu viele Vorurteile in meinen Lehrerjahren manifestiert habe, die wenig konstruktiv sind und Weiterentwicklung ausbremsen.
Bullerbü steckt in jeder Schule, man muss nur die Augen offen halten und den Kindern vertrauen.

Gut gefallen hat mir "1,2,3....." von Franziska Püller.
Das Heft enthält sehr gut strukturiertes Material, das ich sicher gerne im Fach Mathematik nutzen  und einsetzen werde.

Nur ganz kurz habe ich bislang in "KlassenKlima" geschaut und gesehen, dass darin viele gute Ideen stecken, auf die ich beizeiten zurückkommen werde.

Momentan laufen zwei Vorbereitungsebenen parallel.
Zum einen habe ich ja bereits begonnen, ganz pragmatisch, Material für Klasse 1 zu erstellen.
Auf der anderen Seite lese ich mich ein in unterschiedliche Fachdidaktiken, neue Anregungen, Wege andere Lehrer.
Ich finde beide Parallelvorbereitungen sehr wichtig und hoffe, es wird mir gelingen, sie zum rechten Zeitpunkt miteinander in Berührung zu bringen!

Nickname 15.05.2011, 18.10| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Geburtstagskalender

Insbesondere in Klasse 1 spielt der Geburtstagskalender immer noch eine wichtige Rolle. In diesem Jahr wird es dann einen Pinguin-Kalender geben:



Die Pinguine werden natürlich noch gefüllt mit je einem Foto, dem Namen und dem Geburtsdatum des Kindes.
Ich bin noch unschlüssig, ob die Kinder den Pinguin vorab zum Gestalten erhalten oder wir dies gemeinsam in der Schule erledigen werden.
Ich tendiere zu Letzterem, da kann ich selber für die Fotos sorgen und wir haben eine erste schöne Gemeinschaftsarbeit.

Die Vorlage für den Kalender hat freundlicherweise Herr Krahl erstellt.

Download Vorlage

Nickname 24.04.2011, 11.47| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Montessori Links

Auf der Seite des Montessori-Shops gibt es zahlreiche Downloads von Arbeitskarten, Anleitungen und Zusatzmaterial.
Viele kostenlose Downloads hält auch die englischsprachige Seite Montessori for Everyone bereit.

Auf der Seite von Angelika und Walter Radda gibt es viele interessante Montessori Materialien zu sehen und natürlich zu kaufen. Viele Dinge, so zum Beispiel die Übungen des täglichen Lebens lassen sich leicht nachbauen bzw. zusammenstellen.

Interessant, wie man die Übungen des täglichen Lebens auch umsetzen kann.

Spannend finde ich auch den Montessori-Blog. Dort habe ich direkt mal eine tolle Pinguin Lesekartei für Leseanfänger entdeckt. So etwas schwebt mir mit Fotos von Paul und Bildern von Herrn Krahl auch in änhlich vor.

Lernmaterial zu den Grammtikkästen findet man hier, wenn man ein wenig nach unten scrollt.

Auch bei Wolfgang Schmidt gibt es einige kostenlose Downloads.
Ebenso hält MontessoriMom einige Downloads bereit.

Nickname 22.04.2011, 17.59| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Linktipps

Gustav Schlüter schrieb einst...

".... Er ist sieben. In der Schule nährt ihn Gemeinschaft.
In ihrer Sonne wächst er.
Er dehnt sich.
Das Leben ist eitel Freude. Noch hat keines Schulmeisters täppische Hand ihm in die Saiten gegriffen, die Harmonie gestört, die Entfaltung seiner Kräfte gehemmt ...
Noch jauchzt das Leben ...
Aber eines Tages – wie mir davor graut – wird nicht eines Tages doch der Schulmeister kommen und mit rauher Hand die Harmonie zerreißen, den Strich durch die Rechnung machen? Vielleicht so ein ausgekochter Fachmensch, der seine Seele gegen Zahlen, Daten, Striche, Farben, oder was weiß ich, vertauschte? Wird er ... nicht kommen und sagen:
Das kannst du noch nicht; du kannst überhaupt noch nichts ...?"




Schlüter, Gustav: Vom Kinde aus. In: Jürgen Oelkers und Christine Hofer: Schule als Erlebnis. Braunschweig 1998, S. 59

Nickname 22.04.2011, 17.06| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Im Fokus der Erwartungen

Wie jeder andere Berufstätige auch, so befindet man sich auch als Lehrer im Fokus unzähliger, sehr unterschiedlicher Erwartungen und Erwartungshaltungen.
Insbesondere mit der Übernahme eines ersten Schuljahres steht man den Erwartungen vieler junger Menschen gegenüber, denen der zukünftigen Erstkläßler, den Menschen also, um die es letztlich bei aller Planung und Vorbereitung geht.
Dreißig Individuen werden am ersten Schultag zwischen hoffnungsfroh, neugierig und ängstlich in der Klasse beisammen sein und jedes einzelne Individuum wird konkrete Erwartungen mit dem Schulbeginn verbinden.

Da sind vielleicht die äußerlich coolen Kinder, die schon ältere Geschwister haben und schon ein wenig vom Schulbetrieb mitbekommen haben.
Aber auch jene, die noch scheu und zurückhaltend ganz fest die Hand der Eltern halten und das Neue und Fremde zaghaft und ein klein wenig ängstlich angehen.
Die Aufgeweckten, die unbedingt direkt und sofort loswerden möchten, was sie schon alles kennen und können und die leisen Beobachter, die still in sich aufsaugen, was Schule mit sich bringt.
Letztlich treffen dreißig Menschen zusammen, die Schule alle ganz anders belegen und werten. Die schon eine Lebensbeiographie von fünf bis sechs Jahren mit sich bringen und sich neu zu einer Gruppe zusammenfinden müssen.
Die Erwartungen dieser Kinder kann man im Vorfeld erahnen, bei ersten Vortreffen vorsichtig nachfragen und versuchen, in den ersten Schulwochen herauszufinden, welches Kind eigentlich mit welchen Erwartungen in unserer Runde sitzt.

Und das ist ganz klar (m)eine Aufgabe.

Doch wie sieht es mit all den anderen Erwartungen aus?
Die der Eltern? Mütter, Väter, Zweitmütter und Zweitväter, Omas, Opas, Erziehungsberechtigten?
Da sind ist die Schulaufsicht, das Ministerium, die rechtlichen Vorgaben.
Da sind die Kolleginnen und Kollegen, die Kirche, die Kindergärten, das Jugendamt, die OGS (=Offener Ganztag).
Nicht zu vergessen, die anderen Institutionen, wie die Schulpsychologische Beratungsstelle, diverse Logopäden, Ergotherapeuten und Ärzte.
Da ist das Haus der Kulturen, da sind die unterschiedlichen Religionen und mittendrin bin ja auch noch ich.
Ich, mit meinen eigenen Erwartungen, Ansprüchen und Ideen.
Und meine eigene Familie, mit der berechtigten Erwartung, dass Schule nicht mein ausschließlicher Lebensmittelpunkt sein kann.

Von welchen Erwartungen kann man sich frei machen, welche gehören dringend in die eigenen Planungen und Überlegungen?
Und vor allem, wer verbalisiert die Erwartungen?
Wie werden Erwartungen kommuniziert?
Um Erwartungen ernst nehmen zu können, muss man sie kennen. Nicht nur erahnen, mutmaßen, spekulieren.

Erwartungen lassen sich nicht pauschalisieren, nicht transferieren und müssen dennoch Raum einnehmen im eigenen Denken und Handeln.

Wo ist die Grenze zwischen elterlichen Erwartungen, die berücksichtigt werden müssen und jenen, die überzogen sind?
Und vor allem, wer entscheidet dies?

Ich werde nie vergessen, wie mich viele Eltern am Tag der Einschulung eines ersten Schuljahres mit der Erwartung überfielen, ihr Kind müsse vorne sitzen.
Das sei wichtig, weil das Kind wahlweise schlecht hörte oder sah, Ad(H)S hatte oder eine Wahrnehmungsstörung, Abitur machen sollte und das nur mit einem Platz in der ersten Reihe geht... usw.

Damals war ich schlicht überfordert mit diesen Erwartungen. Nun gibt es schon seit vielen Jahren kein VORNE mehr in meinen Klassen.
:-)

Man schleust sich so durch, durch all diese Erwartungen.
Im Laufe der Jahre lernt man, zu unterscheiden, zu ignorieren und zu staunen.
Wobei das Ignorieren sich auf Erwartungen bezieht, die schlicht nicht erfüllbar sind.
Was ich aber auch bemerke ist, dass ich dazu neige, meine eigenen Erwartungen zu sehr in den Fokus zu stellen und die der anderen Menschen und Institutionen viel zu wenig bewusst wahrzunehmen.
Oder sie am Rande wahr- und nicht mehr ernst genug zu nehmen.

Das geht nicht, weil der Umgang mit Erwartungen einfach zu meinem Beruf gehört. Das Ernstnehmen, Wahrnehmen und Differenzieren. Das Abwägen und Entscheiden und letztlich und vor allen Dingen das Kommunizieren.

Ein weites Feld, ein nie enden wollendes Thema.
Ein wichtiges Element meines Berufes.


Nickname 22.04.2011, 17.02| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Material von Schülerfirmen

Nachdem die Schülerfirma Stöckchen mir in diesem Schuljahr wunderbare neue Holzbänke für die Klasse geschreinert hat, war ich neugierig, als ich gerade in den Lehrerforen von einer weiteren Schülerfirma las.



In der Schülerfirma H.O.L.Z gibt es ganz wunderbare Holzmaterialien, bei denen ich nicht widerstehen konnte.

Diese "Sandmaler" finde ich genial und so wanderten sie und einige weitere Dinge in den Warenkorb:




Ich bin gespannt, ob die Abwicklung genauso problemlos und professionell wie in der Schülerfirma Stöckchen geschieht,

Nickname 22.04.2011, 07.52| (8/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Keine Aktenordner mehr

Als ich 1997 zum ersten Mal, nach diversen Vertretungsstellen, eine erste Klasse begleiten durfte, war es an der damaligen Schule üblich, dass die Kinder zu Schuljahresbeginn einen breiten Aktenordner mit in die Schule brachten.
Ab und an wurden dann gemeinsam die Schnellhefter und Mappen geleert und alle angesammelten Arbeitsblätter mehr oder weniger ordentlich in den Ordner geheftet.

Am Ende des Schuljahres nahmen die Kinder diesen Ordner mit nach Hause und so hatten Kind und Eltern eine Sammlung all des "Gelernten und Erarbeiteten" eines Jahres zu Hause.


An allen Schulen, an denen ich bislang unterrichtet habe, war und ist das eine gängige Praxis, deren Sinn und Nutzen ich erst in Zweifel gezogen habe, als meine eigenen Kinder am Ende des Schuljahres mit solchen Aktenordnern nach Hause kamen.

Voller Arbeitsblätter, weit über hundert, an keinem hing das Herz meiner Kinder und meines schon gar nicht.
Wir blätterten die Ordner durch, auf der Suche nach wertvollen Blättern, Schätzen, die man aufbewahren möchte, fanden aber nicht einmal einen solchen Schatz.
Der Inhalt der Ordner wanderte komplett ins Altpapier.
Nach dem ersten Schuljahr noch mit zögerlichem Mutterherzen und der Frage danach, ob man als Mutter die Werke der Kinder wirklich derart sträflich behandeln darf? In den weiteren Jahren stellte sich diese Frage dann aber nicht mehr.

Einzelne Hefte fanden den Weg in unsere Erinnerungskiste, einzelne Arbeitsblätter niemals.

Manchmal ändert sich die Lehrersicht, wenn man etwas aus Elternsicht betrachten kann.

Überlege ich nun, wie viel Nerven und Zeit es mich als Lehrerin kostet, Arbeitsblattsammlungen gemeinsam mit den Kindern aus ihren Mappen und Schnellheftern in diese Ordner zu heften und überlege ich weiterhin, dass mich diese Ordner immensen Regalplatz kosten, dann bleibt nur die logische Konsequenz, auf diese Ordner in Zukunft zu verzichten.

Und ich wäre wieder bei der Überlegung, welche Arbeitsblätter müssen sein, auf welche kann man verzichten?
Aber das kann ich erst in der Praxis entscheiden und nicht vorweg.
Der Verzicht auf die Aktenordner jedoch steht fest. Das sind einige Regalmeter, die ich anderweitig nutzen und verwenden kann.

Nickname 21.04.2011, 09.02| (9/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Anlautschrank

Mein Büro füllt sich zunehmend.
Kurz vor den Osterferien habe ich noch den Anlautschrank fertiggestellt, jedoch noch nicht gefüllt. Das muss noch ein bisschen warten.



Jetzt hätte ich ja zu gerne noch einen  Schubladenschrank, mit DIN A4 Laden. Für jeden Buchstaben eine Lade.
Leider kosten solche Schränke locker mal eben 700 Euro.
:-(
Ich muss mir noch etwas einfallen lassen - oder im Lotto gewinnen.

Nickname 15.04.2011, 19.33| (12/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Atlas Mathematik

Vor wenigen Tagen traf der "Atlas Mathematik" bei mir ein:





Zunächst fällt sofort das Überformat ins Auge.
Ehrlich, ich bin nicht sicher, was Schulbuchmacher dazu animiert, ein Schulbuch in dieser Größe zu erstellen.
Es passt kaum unter den Tisch, steht ein wenig hervor. Man kann es mit einiger Mühe im Tornister platzieren, das haben wir gerade getestet.
In die gängigen Stehordner passt es aufgrund der Übergröße auch schon einmal nicht.

Der Schulbuchmarkt ist heftigst umkämpft und wahrscheinlich muss man sich jetzt schon mit Sonderformaten von allem Herkömmlichen abgrenzen.
Unabhängig vom Inhalt fällt das Buch diesbezüglich schon einmal durch.

Die Übergröße ist auch für die Kinder auf dem Tisch ganz schlecht handhabbar.
Augeschlagen nimmt es mehr als eine Tischhälfte Platz weg.
Man kann, aufgrund der Spiralbindung, natürlich eine Seite ganz umschlagen, aber das ist der Sauberkeit des Buches auch wieder wenig förderlich.

Organisatorisch ist das Buch also direkt durchgefallen.

Preislich liegt es im Rahmen der gängigen Mathelehrwerkpreise.

Beim ersten Durchblättern fällt direkt eines auf:

Das Buch ist extrem textlastig. Noch ein Ausschlusskriterium. Ein Mathebuch für Erstkläßler mit zwei DIN A4 Seiten Text zur Erklärung der Handhabung des Buches ist an der Praxis vorbei entwickelt worden. Oder expliziter: An meiner Unterrichtspraxis vorbei.
Ich kann hier selbstverständlich immer nur für mich und niemals für andere sprechen bzw. schreiben.

Untergliedert ist das Buch in die Bereiche:

* Spiele und Aktivitäten (67 Seiten)
* Er- zählheft (22 Seiten)
* Zahlenalbum
* Ziffernschreibkurs

Dabei muss man das Buch umdrehen, um im Ziffernschreibkurs und Zahlenalbum richtig herum blättern zu können.
Wahrscheinlich soll das das System "Buch im Buch" darstellen.

Man spürt den Müller/Wittmann Einfluss auf vielen Seiten. Knobeldreiecke, Zahlenmauern, Platz für entdeckendes Lernen.......

mathe2.JPG

Illustriert mit vielen Kinderzeichnungen und vielen leeren Seiten für Verschriftlichungen der Kinder.
Die einzelnen Kapitel sind mit blauen Blättern voneinander getrennt worden. Eine Orientierung im Buch fällt mangels Inhaltsverzeichnis schwer.
Ich halte sehr viel davon, dass Kreativität und entdeckendes Lernen auch im Fach Mathematik oder gerade in diesem Fach praktiziert werden, aber mit diesem Lehrwerk kann ich mich dennoch gar nicht anfreunden.
Ich werde mir aber auf jeden Fall noch das dünne, beiliegende Lehrerheftchen durchlesen, da ich sicherlich den tieferen Sinn des Buches noch nicht verstanden habe, aber für die Kinder, die in meine Klasse kommen ist das Buch - aus den genannten Gründen - eher nicht geeignet.
Da ich es jetzt nun einmal besitze, werde ich allerdings schauen, ob nicht doch irgendein "Pinguin-Kind" genau mit diesem Buch ganz toll arbeiten  kann.


Mag auch sein, dass das Buch gar nicht als Standardlehrwerk, sondern als Zusatzwerk konzipiert wurde.
Dazu kann ich noch nichts sagen, erst, nachdem ich die Handreichung gelesen habe.
Aber darin kann im Grunde nichts mehr stehen, was die offensichtlichen Mängel ins Positive wenden wird.

Ich lese gerade im Intro der Handreichung:

"Unterricht mit dem Atlas Mathematik erlaubt den Kindern eigene Wege zu gehen. Der Lehrperson stellt der Atlas Mathematik organisatorische Hilfsmittel zur Verfügung, die ihr den Überblick verschaffen, wo sich die Kinder auf ihren individuellen Wegen befinden."

Ich muss wahrscheinlich einfach innovativer Denken!







Nickname 08.04.2011, 17.20| (6/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Druckschriftlehrgang

Derzeit sichte ich, unter anderem, diverse Druckschriftlehrgänge, denn auch wenn ich ohne Fibel arbeiten möchte, so werde ich auf jeden Fall einen Druckschriftlehrgang einsetzen.

Während mir der Druckschriftlehrgang des Jandorf Verlages sowohl von der Struktur, als auch vom Gesamteindruck her sehr gut gefällt, frage ich mich bei diesem Lehrgang hier, wer auf die Idee kommt, so ein Heft in einem schreiend quietschenden PINK zu gestalten:



Das Foto trügt, man kann nicht zwei Sekunden auf die Seiten schauen, ohne dass einem die Augen weh tun.
Wobei auch die Struktur und die Aufgaben nicht mit dem Heft des Jandorf Verlages konkurrieren können.
Mit 4 Euro liegt das pinke Heft jedoch klar an der preislichen Unterkante, aber selbst die vier Euro ist es meiner Meinung nach nicht wert.

Ebenfalls in die engere Wahl kommt das vpm Buchstabenheft.
Auch hier wurde das Heft nicht in der Farbe meiner persönlichen Wahl gestaltet, aber da die Farbgebung wesentlich dezenter ausfällt, als bei dem pinken Heft, ist sie den Augen durchaus zuzumuten.

Mal sehen, wozu ich das pinke Heft nutze. Selbst als Kartei ist es ja ob der schrillen Farbgebung kaum zu gebrauchen.
Obwohl ich mir sicher bin, es gäbe Kinder, die genau diese Farbe lieben würden.

Zumuten kann man sie den Augen dauerhaft trotzdem nicht.

Nickname 06.04.2011, 15.19| (7/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die Buttons sind da!

Ich habe diesmal Stoffdruckbuttons gewählt und sie sind sehr schön geworden:



Ich schicke sie den Kindern mit dem Abzählbrief, den ich zu Beginn der Sommerferien schreiben werde.
Ist also noch eine Weile hin.

Bis dahin lagere ich sie, wie viele neue Materialien, im Büro.

Nickname 06.04.2011, 14.59| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Vom Aktivsein zum Passivsein

Ich hatte heute das große Glück, einem Vortrag von Prof. Dr.Dr.Dr. Wassilios E. Fthenakis beiwohnen zu dürfen.
Als ich im Programm las, dass der Mann eine gute Stunde reden würde, stieg bereits ein innerliches Gähnen in mir auf.
Das war jedoch vergessen, nachdem der charismatische Mann die Bühne betreten hatte und anfing über unser Bildungssystem und frühkindliche Bildung zu reden.

Ich muss gestehen, ich konnte Herrn Fthenakis in so ziemlichen allen Punkten zustimmen und vieles von dem, was er anschaulich erklärte und sagte, war mir nicht fremd.

Es gab einige Stellen, an denen ich innerlich zusammenzuckte, weil ich mich betroffen und getroffen sah.

Und letztlich hängen geblieben ist mir dies:

Während die Kinder im Kindergarten aktiv sind, sich selber Wissen aneignen in einer passiven Umgebung, gelangen sie mit dem ersten Schuljahr in eine aktive Umgebung, die sie passiv werden lässt.

Natürlich konnte Herr Fthenakis das sehr viel gewählter ausdrücken und mit den Theorien bekannter Entwicklungspsychologen verknüpfen.

Stülpt Schule den Kinder Wissen über?
Ich bin geneigt, das zu bejahen und ich sehe die Problematik sehr wohl:

Wir machen die Kinder viel zu oft zu passiven Akteuren ihrer eigenen Bildung. Da muss ich mich einschließen.
Momentan habe ich das Gefühl, ich muss über sehr viele Dinge nachdenken!

Nickname 05.04.2011, 17.56| (4/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Wie viele Hefter braucht ein Mensch?

Als Mutter staune ich ja immer wieder, wie schnell die einzelnen Schnellhefter meiner Töchter richtig übel aussehen.
Die Blätter darin werden übrigens nur eines: abgeheftet.
Es hängen weder mein noch die Herzen meiner Töchter an diesen Blättern und so wandern sie in der Tat hier zu Hause spätestens am Ende des Schuljahres in den Müll.
Sie haben ihren Zweck schließlich in dem Augenblick erfüllt, in dem das Blatt vollständig bearbeitet wurde.

Aufbewahrt werden nur Themenhefte und Portfolios, hier steckt Herzblut drin, hier blättert man noch einmal durch, liest sich fest, interessiert sich.

Aus diesem Grunde überlege ich, wie viele Schnellhefter braucht ein Mensch?
In all den Jahren habe ich immer mit einem blauen (Mathe-)schnellhefter, einem roten (Deutsch-)schnellhefter, einem grünen (Sachunterricht-)schnellhefter und diversen anderen Schnellheftern gearbeitet.

Das erschien mir bislang immer logisch strukturiert und sinnvoll.

Die Idee einer Kollegin, nur zwei Schnellhefter anzuschaffen - einen für fertige und einen für unvollständige Arbeitsblätter - fand ich reizvoll.
Mittlerweile frage ich mich, ob wir überhaupt noch Schnellhefter benötigen?

Die Arbeit mit Epochenheften erscheint mir wesentlich sinnvoller.
Andererseits bin ich noch unsicher, ob ich die Disziplin besäße, nicht irgendwann erneut dem Kopierwahn zu verfallen.
So ein Arbeitsblatt ist halt rasch kopiert und man hat es dann schnell in der Hinterhand.

Und ich kenne mich. Wie oft halte ich anderes Material allein für unzureichend und greife auf Kopien zurück?
Insbesondere in Klasse 1.
Hier noch eine Wahrnehmungsübung, dort noch eine graphomotorische Übung.
Ist es sinnvoll, all das zu bündeln?

Nehme ich den Kindern nicht auch etwas?
Müssen sie nicht lernen, zu strukturieren, abzuheften, zu ordnen?

Überlasse ich das allein den Religion- und Englischfachkollegen?

Die Papierflut einzudämmen ist nur eines meiner Ziele. Ordnen und strukturieren kann man auch auf andere Weise.
Momenten geht die Tendenz hin zu Themenheften, Portfolios und Epochenheften.

Es stellt sich aber auch immer die Frage danach, wie sehr ich aus dem schulinternen Muster ausbrechen und ausscheren kann und sollte.
Wobei das "Kann" das kleinere Problem sein dürfte, aber das "Sollte" muss einer Überlegung wert sein.

Glücklichweise bleiben mir noch einige Woche, bis ich die Materialliste erstellen werde. So lange kann ich darüber nachdenken und versuchen, eine ideale Lösung zu finden.
Wobei, "ideal", gibt es das?




Nickname 04.04.2011, 19.29| (8/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Quergelesen

Wann immer es geht, schaue ich in Bücher von denen ich mir Anregungen und Hilfen oder neue Ideen erhoffe.
Häufig blättere ich zunächst in ihnen, lese quer und wenn ich mich festlese, weiß ich, dass das Buch mich interessiert.
Vor einigen Tagen hatte ich mir "Individuelle Förderung im Anfangsunterricht - Grundlegende Fähigkeiten" bestellt.
Als das Buch ankam, ärgerte ich mich zunächst ganz furchtbar über meine Dummheit, denn auf dem Titel prangt ein dickes Logo: FÖRDERSCHULE.
Nun ja, das Buch war einmal da, also habe ich hineingeschaut und wider Erwarten hat es mich von Anfang an begeistert.

Die Autorin, Ramona Wolff, beginnt jedes Kapitel damit, dass man sich als Lehrer eine bestimmte Situation vorstellen soll, die es einem erleichtert, Dinge und Situationen aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen, um so die Schüler und Eltern und deren spezifische Probleme besser zu verstehen.

Viele der angesprochenen Situationen, Verhaltensweisen und Schwierigkeiten kenne ich auch aus unserem Grundschulunterricht und so war das Buch ganz sicher kein Fehlkauf.

Besonders interessant fand ich diese beiden Briefe, den Hefteintrag einer Lehrerin und eine fiktive Antwort einer Mutter:









Obwohl ich zum Schmunzeln neigte, musste ich mich hinterfragen und ehrlicherweise gestehen, dass ich ganz sicher schon einmal ähnliche Hefteinträge geschrieben habe.
Und darum tat es sehr gut, den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

Alles in allem finden sich in dem Buch doch einige sehr nützliche Tipps.
Hätte ich vorher das Förderschullogo gesehen, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht gekauft.
In diesem Fall war es also sehr gut, dass ich unachtsam geschaut habe.

Ich werde also weiterhin querlesen und schauen, was ich noch so alles entdecke!




Nickname 03.04.2011, 08.05| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Strukturierter Arbeitsplan

Da ich dazu neige, alle möglichen Dinge gleichzeitig anzugehen, hilft es mir, wenn ich mein Vorgehen strukturiere.
Schon gleich sieht es viel übersichtlicher und ganz leicht zu bewältigen aus:



Das ist jedoch nur der vorläufige Arbeitsplan.
Sicherlich wird dieser hin und wieder ergänzt werden müssen.

Nickname 02.04.2011, 15.47| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Anlauttabelle

Ich werde ohne Fibel arbeiten, weil das einfach meiner Art zu unterrichten mehr entgegen kommt und ich freier in meiner Themenwahl bin.
Die meisten Fibeltexte finde ich erschütternd schauderhaft und ich habe noch keine Fibel gefunden, die wirklich allen Kindern gerecht wird.
Viele Lehrwerke geben insbesondere auch sachunterrichtliche Themen zu bestimmten Zeitpunkten vor und das empfinde ich als sehr beengend und wenig fruchtbar.

Fest steht, dass ich wieder mit einer Anlauttabelle arbeiten werde.
Der Markt ist überhäuft mit diesen Tabellen. Gibt man bei der Google Bildersuche "Anlauttabelle" ein, erhält man rasch einen Überblick über all die vielen, farbenfrohen Tabellen.




Jedes Lehrwerk hat mittlerweile eine eigene Anlauttabelle und jede Anlauttabelle hat eine andere Anordnung als die anderen Tabellen.
Obwohl ich dem Rechtschreibkonzept von Herrn Sommer-Stumpenhorst nichts abgewinnen kann, habe ich seine Übersicht und die Kriterien zu den Anlauttabellen gerne gelesen.

Das Anlautlineal von der Rechtschreibwerkstatt kann man hier einsehen.

Das für mich wichtigste Kriterium ist die Schlichtheit. Der Blick des Kindes muss auf das Wesentliche gelenkt werden und darf nicht abgelenkt werden von knalligen Farben und Formen, die mit der eigentlichen Thematik nichts zu tun haben.
Die Orientierung in einer solchen Tabelle ist zunächst schwierig und alles schmückende Beiwerk trägt nur zur Desorientierung bei.

Mir gefällt momentan die Tabelle des Jandorfverlages sehr gut.
Eine weitere Überlegung wäre, eine eigene Tabelle zu erstellen. Der Vorteil läge hier nur darin, passende Materialien selbstständig anfertigen zu können und nicht nur auf passendes Verlagsmaterial angewiesen zu sein.

Ob der Aufwand lohnt? Ich bin noch unschlüssig.



Nickname 02.04.2011, 14.41| (13/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die unsortierte Arbeitsliste

Eigentlich fallen mir täglich wieder andere und neue Dinge ein, die ich noch erledigen muss oder erledigen möchte und grundsätzlich entfallen mir dann wieder Dinge, die tags zuvor noch sonnenklar waren.
Im Grunde bleiben gute fünf Monate Zeit, so dass alles gut machbar und zu schaffen ist.

Hier ist meine Planungsliste - zunächst nochmal ganz strubbelig und mit Sicherheit unvollständig:


* Anlauttabellen sichten, bewerten, vergleichen und sich für eine entscheiden
* Material für die ersten Schulwochen vorbereiten
* Mathelehrwerke sichten, vergleichen und mit der Parallelkollegin abstimmen, womit wir arbeiten werden
* Arbeitspläne für die einzelnen Fächer und Sequenzen schreiben
* Materialliste erstellen
* ersten Elternabend planen
* Hospitationstag vorbereiten
* Brief an die Kinder schreiben
* Garderobenschilder anfertigen
* Namensschilder anfertigen
* Schilder für die Eigentumsfächer anfertigen
* Methodentrainung für die ersten Schulwochen planen
* Klassenraum einrichten
* Bewegungsspiele und -liederrepertoire auffrischen und ergänzen
* Druckschriftlehrgang auswählen
* Themenschwerpunkte festlegen
* Sachunterrichtsmaterial ohne Schriftlichkeit erstellen und/oder heraussuchen
* etliche bereitliegende Bücher lesen
* Geburtstagskalender vorbereiten
* Brief von Paul an die Kinder schreiben
* Freiarbeitsmaterial sichten, vervollständigen, erweitern, erstellen
* sich über mögliche Sitzordnungen Gedanken machen
* Entscheidungen bezüglich des Montessorischwerpunktes treffen und überlegen, welche Montessorimaterialien ich benötigen und einsetzen werde
* innere Ruhe finden und beibehalten
* Konzept entwickeln, wie mit solch großer heterogener Lerngruppe optimal gearbeitet werden kann

......

Und vor allem:

Immer wieder klarmachen, dass es sowieso ganz anders kommen wird als vorher geplant.
Und dass ANDERS nicht immer gleichbedeutend ist mit "schlechter"!

Nickname 01.04.2011, 18.33| (3/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Paul!

Paul ist seit einigen Tagen da und fristet momentan noch ein langweiliges Dasein in meinem Büro:


Nickname 01.04.2011, 14.41| (5/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Buttons

Irgendwer sagte mir neulich, ich sei aber früh dran mit meinen Planungen für die zukünftige Klasse.
Das brachte mich auf die Idee, mal eine unsortierte Liste zu erstellen mit all jenen Dingen, die noch erledigt werden müssen, bevor die Kinder dann wirklich eingeschult werden.
Und diese Liste war bereits unvollständig wahnsinnig lang.
Drum bin ich froh um alles, was ich schon jetzt sozusagen nebenher planen und organisieren kann.

Gerade bei www.buttonorder.de bestellt:



Wie alle Pinguin Bilder hat auch diese Bild Hans-Jürgen Krahl gezeichnet.

Das Problem, das sich mir  bald stellt, ist: Wo lagere ich die ganzen Sachen für die zukünftige Klasse?

Nickname 30.03.2011, 17.01| (8/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Anregungen holen

Ich bin voyeuristisch veranlagt - in schulischen Belangen - und schaue liebend gerne in fremde Schulen, Klassenräume und den Unterricht anderer Kollegen, um mir Ideen abzuschauen, auf neue Ideen zu kommen und das eigene Lehrerdasein zu überdenken.

Aus diesem Grunde liebe ich auch die Bücher von Ute Andresen, insbesondere ihre unterrichtspraktischen Bände "Das erste Schuljahr" und "Das zweite Schuljahr".
Ähnlichen Enthusiasmus und konkrete Einblicke in anderen Unterricht erhoffte ich mir von Sabine Czernys Buch "Was wir unseren Kindern in der Schule antun" und wurde bitter enttäuscht.

Nicht eine neue Idee bot mir das langatmige und langweilige Buch und vor allem aber, war es ein seelenloses Buch ohne Feuer, Liebe und Begeisterung.
Unzufriedenheit mit dem System zu empfinden halte ich für legitim, aber mich hat dieses Buch so kein Stück in meinem Lehrerdasein weitergebracht.
Es erschien mir auch eher geschrieben, um Heldin einer ehrgeizigen Elternschaft zu werden.

Ganz anders nun aber "Mein erstes Schuljahr" von Tanja Kühn.




Hier schreibt eine junge Lehrerin Briefe an ihren ehemaligen Professor und berichtet anschaulich und vor allem sehr sehr wertschätzend von ihrer ersten eigenen Klasse an einer Montessorischule.
Ein Buch voller Seele, das mitnimmt und vor allen Dingen Briefe, aus und von denen ich noch eine Menge lernen kann.

Mir imponiert die Geduld, die sie "ihren" Kindern gibt und die Struktur.
In vielen Dingen erkenne ich mich wieder, andere gefallen mir so gut, dass ich sie gerne in modifizierter Form übernehmen möchte.
Das einzelne Vorstellen neuer Freiarbeitsmaterialien in der großen Runde beispielsweise, das grundsätzlich nach der täglichen Freiarbeit geschieht, damit kein sofortiger Kampf um das neue Material beginnt.

Auch der "Draußentag" imponiert mir und ich kann die Idee dahinter "um so viel Drinnen ertragen zu müssen, muss das Draußen sein" sehr gut nachvollziehen.

Die Briefe zeigen mir auch, woran ich dringend wieder arbeiten muss: An dem Annehmen jedes einzelnen Kindes, genauso wie es ist.
An dem Zeitgeben und Zeitlassen, sich nicht hetzen und drängen lassen und einen echten Blick für jedes einzelne Kind und seine aktuellen Bedürfnisse entwickeln.

Natürlich finden sich auch hier Unterrichtssituationen, von denen ich denke, das könnte ich selber so niemals durchführen und gestalten.
Das tägliche Abfragen der Kinder nach der Freiarbeit beispielsweise, um sich notieren zu können, was welches Kind getan hat.
Im Grunde ein MUSS, aber meine neue Lerngruppe wird aus minimal 29 Kindern bestehen und wenn ich mir da eine Nacheinanderabfrage vorstelle, stelle ich mir zunächst einmal Kinder vor, die nach dem vierten Kind, das ich gefragt habe, unruhig werden und nicht mehr zuhören können.

Mal schauen, welche Alternativen mir einfallen werden.
Ich wünsche mir mehr solcher Bücher.
Es ist so bereichernd zu lesen, welche Gedanken sich andere Kolleginnen machen, wie sie sich selber und ihren Unterricht kritisch hinterfragen, um sich zugunsten der Kinder weiterzuentwickeln.

Wie schön, von anderen mitgerissen zu werden und lernen zu können!

Mich hat das Buch in meiner Überzeugung bestärkt, vermehrt und sehr verstärkt mit Montessorimaterial zu arbeiten.

Es war gut, dass ich es habe lesen können!




Nickname 30.03.2011, 16.41| (3/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Kleiner Downloadbereich

Da Pinguinklassen sehr verbreitet zu sein scheinen, so jedenfalls der Eindruck, wenn man eine Suchmaschine bemüht, habe ich mich entschlossen, die entstandenen Alltagsmaterialien für meine zukünftige Pinguinklasse in einem kleinen Downloadbereich anderen Pinguinklassen zur Verfügung zu stellen.
Es könnte ja sein, dass sich auch andere "kleine Pinguine" daran erfreuen.


Nickname 28.03.2011, 15.16| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Raumkonzept

Die Ausgangssituation wird die sein, dass mir ein rechteckiger, nahezu quadratischer Raum zur Verfügung stehen wird, in dem gerade mal die 14 bis 15 Tische Platz finden werden, an denen die Kinder sitzen können.
Zwei PC Schränke stehen an einer Wand, ein Pult und Eigentumsfächer der Kinder runden das Gesamtbild ab.
An der hinteren Wand befinden sich zwei doppelbödige lange Wandregale.

Desweiteren gibt es ein Waschbecken im Raum, eine Fronttafel sowie eine Seitentafel und einen in die Wand eingelassenen großen Schrank.

Darin akzeptabel und anregend unterbringen möchte ich:

* einen festen Bänkesitzkreis
* eine Matheecke
* die Klassenbibliothek
* eine Forscherecke
* die Buchstaben(schub)laden
* eine gemischte Freiarbeitsecke
* die "Haltestelle" (ein Stehpult)
* einen Jahreszeitentisch

Das sind die absoluten nötigen Dinge. Bei mindestens 28 Kindern in diesem Raum wird die räumliche Umsetzung schwierig sein und wir werden sicherlich Kompromisse eingehen müssen.

Letztlich zeigen wird sich das in den Sommerferien, aber es spricht ja nichts dagegen, sich schon vorab Gedanken zu machen.

Aus diesem Grunde bemühte ich gerade eine Suchmaschine und geriet u.a. auf diese interessanten Seiten:


Quelle: http://laube-konzept.de

Auf Anhieb gefällt das Raumkonzept. Der Klassenraum wird unterteilt in unterschiedliche Lernbereiche, Lernumgebungen.
Alles ist hell und ansprechend gestaltet, verlockt zum selbstständigen Lernen.
Das Konzept wurde für die Sekundarstufe 1 entwickelt und beim genauen Blick, fallen die Defizite ins Auge, die eine Übernahme für den Primarbereich so zunächst einmal nicht in Gänze zulassen.

Mit persönlich fehlt der Ort, an dem sich die komplette Lerngruppe zusammensetzen und treffen kann.
Hinzu kommt, dass die Auslegung des Raumes nicht für eine große Lerngruppe geschaffen ist.
Bei 28 bis 30 Kindern würde es in einigen Lernbereichen grundsätzlich eng werden.
Beengtheit aber führt zu Unwohlsein und wer sich unwohl führt, kann nicht konstruktiv lernen.

Die Möglichkeit aus dem Raum hinaus nach draußen zu gelangen ist fantastisch.
Da mein Klassenraum sich in der 1. Etage befindet, scheidet die Möglichkeit gänzlich aus.
Mit würde auf Anhieb auch kein Konzept einfallen, dass es mir ermöglicht innen und außen eine Gruppe von Erstkläßlern gleichzeitig zu beaufsichtigen bzw. zu betreuen.

Dennoch finde ich viele Elemente so gelungen, dass ich die Idee an sich nicht aus den Augen verlieren möchte und schauen will, welche Anordnungen ich später übernehmen kann.

Gut gefallen hat mir auch ein Raumkonzept aus Skandinavien:


Quelle: http://www.bildung-plus.de

Insbesondere die Dreieckstische sind vielseitig einsetzbar und die Möglichkeiten sie zu stellen sind zahlreicher als bei den üblichen Rechtecktischen.

Ganz faszinierend fand ich dann dieses Klassenzimmer:


Quelle: http://www.waldorfschule-nienstedten.de

Hier wurde bewusst auf die ansonsten üblichen Tische verzichtet. Entstanden ist ein sehr flexibles Klassenzimmer, das so Möglichkeiten und Raum für weitere Lernecken schafft.
Die Idee, nur auf Bänke zurückzugreifen finde ich außerordentlich reizvoll.
Leider fehlt mir die medizinische Sachverstand, um beurteilen zu können, wie es mit der Sitzhaltung beim Schreiben aussieht.
Mit diesem Thema muss ich mich erst noch einmal intensiv auseinandersetzen und befassen.

Sehr gut gefallen hat mir dann dieses Raumkonzept, das allerdings keine Klassenräume, sondern OGS Räume zeigt:


Quelle: http://www.jks-hagen.de/?q=ogs/raumkonzept

Aber auch hier lässt sich einiges eventuell "abschauen" und im eigenen Bereich umsetzen.

Von Kolleginnen anderer Schulen erfuhr ich, dass sie dazu übergangen sind, nur noch wenige Tische in der Klasse zu haben und diese auch an die Wände zu stellen.
So schafft man einen immensen Innraum und fühlt sich weitaus befreiter und wohler.

Es gibt also zahlreiche neue und andere Konzepte, deren Vorteile mit den Realbedingungen vor Ort abgeglichen werden müssen, um sie dann puzzleartig zu einem neuen Konzept für die eigene Lerngruppe zusammenzustellen.


Nickname 27.03.2011, 07.01| (8/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenmaskottchen

Natürlich werden wir ein Klassenmaskottchen brauchen.




Das ist Paul.

Aus Erfahrung spielt das Klassenmaskottchen zumindest in den ersten zwei Schuljahren eine große Rolle.
In Klasse 3 und 4 wird es dann zwar immer noch geliebt, aber ist längst nicht mehr so wichtig, wie in den ersten Jahren.

Ich habe mich bewusst für eine Handpuppe entschieden, die nicht ganz so realistisch ausschaut.
Denn es ist und bleibt ja eine Puppe.
Paul eben.

Und nun bald: Unser Paul!

Nickname 26.03.2011, 06.24| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Paralleldenken

Im letzten Halbjahr eines vierten Schuljahres, in der Gewissheit im Sommer wieder eine Eins zu übernehmen, beginnt das parallele Denken, Planen und Überlegen.
Man nimmt langsam aber sicher Abschied von den Großen, steckt aber noch mitten in wichtigen Inhalten, Ausflügen, Projekten, beginnt aber parallel schon, den Raum neu einzurichten und mit den Augen von Erstkläßlern zu sehen.

Zu Hause stapeln sich Bücher für "die Großen" neben neuen Werken für die "Kleinen".

Sind die Unterrichtsvorbereitungen für die Vier am Tage abgeschlossen, gehen die Gedanken Richtung neuer Eins und hin zu Überlegungen, was sich deutlich ändern muss im Unterricht.

Der diesjährige Wechsel beinhaltet nicht nur einen Wechsel von "groß und verständig" hin zu klein und "quirlig und lebendig", sondern auch ein Wechsel von einer recht kleinen zu einer immens großen Lerngruppe, was die Schülerzahlen angeht.
Minimal 28 Kinder werden in der neuen Lerngruppe sein, die genauen Zahlen sind noch nicht bekannt, da häufig Familien zuziehen und sich noch im weiteren Halbjahr anmelden.

Es werden viel mehr Tische im Klassenraum stehen, so dass zuallererst ein neues Raumkonzept geschaffen werden muss.

Da ich dringend die Nähe zum Büro benötige, ziehe ich vor den Sommerferien mit all den Materialien eine ganze Etage tiefer in einen anderen Klassenraum.

Moment versuche ich herauszufinden, wie das Mobiliar so optimal gestellt werden kann, das ausreichend Platz für den Bänkekreis bleibt und für die vielen Materialecken.

Neben den räumlichen Planungen überlegen wir an der Schule gemeinsam, welche Bücher für die neuen Lerngruppen ideal sein könnten.

Ich bin sehr froh, dass ich in diesem Jahr nicht dem Zwang unerliege mit einem Lehrwerk arbeiten zu müssen, das ich aus verschiedenen Gründen für nicht sinnvoll erachte und nehme mir die Freiheit zumindest in Deutsch ohne Lehrwerk zu arbeiten.

Im Fach Mathematik bleibt zu überlegen, welches Lehrwerk genutzt wird. Es muss eines sein, das in sich differenziert ist und so gestaltet ist, das Kinder durchaus selbstständig damit arbeiten können.

Glücklicherweise bleiben noch ein paar Monate Zeit, Werke durchzusehen und zu schauen, was dem Ideal am nächsten kommt.

Währenddessen genieße ich die Zeit mit den Vierern. Es bedarf keiner ausschweifenden Erkärungen mehr, die Kinder arbeiten selbstständig und wissen, was wann zu tun ist.
Es herrscht eine wunderbare Arbeitsatmosphäre, Methoden und Rituale werden ganz automatisch und ohne zusätzliche Erklärungen eingesetzt und genutzt. Die Handlungsabläufe sind klar und strukturiert und immer wenn ich in dieser Klasse stehe, die ich erst Anfang Dezember übernommen habe, denke ich, wie traurig es ist, dass uns nur so wenig Zeit miteinander geblieben ist.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit den Kindern weiterzuarbeiten.

Mir ist durchaus klar, dass es mir gelingen muss, mich innerhalb ganz kurzer Zeit von den Viertkläßlern auf die neuen Erstkläßler umzustellen und einzustellen.
Das beginnt bei der Sprache und bringt viele Situationen mit sich, die ich mir momentan noch gar nicht alle recht vorstellen kann.

Ich bin gespannt!

Nickname 26.03.2011, 06.04| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Weblog

Die Domain Pinguin.de ist leider bereits belegt, was mich kurzzeitig überlegen ließ, ob ich doch auf einen anderen Namen ausweichen soll.
Andererseits ist ein Domainname nicht wirklich wichtig für die Entscheidungsfindung einer "Identifikationsfigur" und so wurde es nun also www.pinguin-klasse.de.

Die Entscheidung für ein neues Weblog fiel schnell und geschah vor allem aus dem Grunde heraus, dass sowohl der Unterricht, als auch der Umgang mit Medien einem Wandel unterliegt, den ich festhalten möchte.

Zum ersten Mal bin ich in der glücklichen Lage, meine Vorüberlegungen, Planungen und Gedanken festzuhalten und in das Weblog zu integrieren.

Dies geschah sowohl bei den Piraten als auch bei den Elefanten nicht und gibt dem Weblog noch einmal eine deutliche erweiterte und andere Richtung.

Unterricht muss sich ändern, um auf neue Gegebenheiten einzugehen und allen Kindern gerecht zu werden.

Moment ist Schule generell im Umbruch, was natürlich meine eigenen Planungen und Entscheidungen und Vorüberlegungen entscheidend mitbestimmt und diesen Umbruch zu dokumentieren erscheint mir aus vielerlei Gründen als sinnvoll.

Zum einen erlebten Eltern es bislang als sehr positiv, Einblick in den Schulalltag ihres Kindes zu bekommen, zum anderen fällt es selbst leichter, zu evaluieren, wenn man nachlesen kann, welche Gedanken und Vorüberlegungen stattgefunden haben und wie man zu dieser oder jener Entscheidung gekommen ist.

Hierbei geht es selbstverständlich nur um allgemeine Unterrichtsplanungen, niemals um das Wirken mit und rund um einzelne Kinder.

Der Vorsatz ist also vielmehr der, bereits im Vorfeld das eigene Umdenken zu dokumentieren und vor allem durch die schriftliche Form zu dokumentieren.

Sprich, der Ansatzpunkt dieses Weblog ist noch einmal ein deutlich anderer als der bei den früheren Klassen.

Von daher muss ich bei meiner Projektbeschreibung auch noch genau überdenken, wohin soll dieses Weblog führen, welche Ziele verbinde ich damit, wie werde ich es sinnvoll in den Unterricht einbinden?

Nickname 02.03.2011, 05.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Klassenname

Schon ganz früh gehen die eigenen Planungen für die Übernahme einer neuen Klasse in Richtung eines Klassennamens.
In den vergangenen Jahren bin ich dazu übergegangen, den Lerngruppen einen Namen zu geben, da ich gemerkt habe, dass die Kinder eine "Identifikationsfigur" gerne annehmen und organisatorische Planungen so wesentlich einfacher zu gestalten sind.
Nach den Elefanten und den Piraten folgen nun also die Pinguine.
Der Grund, dass ich mich für Pinguine entschieden habe ist ein einfacher.
Im Feld "Lieblingstier" trage ich in allen Freundschaftsbüchern, die mir so gereicht werden, immer Pinguin ein, weil mich diese Tiere faszinieren.

So wird das neue erste Schuljahr also die Pinguin-Klasse sein und die Vorbereitungen können beginnen.

Nickname 10.02.2011, 05.22| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

Die Entscheidung

Nach fünf Monaten ohne Klassenführung, in denen ich Fachunterricht in den unterschiedlichsten Klassen unserer Schule erteilte, merkte ich mit der spontanen Übernahme eines viertes Schuljahres im Dezember, wie sehr mir das Wirken mit einer "eigenen" Klasse gefehlt hat.

Die personelle Situation, sowie meine persönliche Einstellung ließen sich mich nun zu der Überzeugung kommen, im Sommer 2011 wieder eine erste Klasse zu übernehmen.

Nachdem ich diese Entscheidung einmal gefällt hatte, begann das parallel Denken und Planen.
Denn auch wenn der Sommer noch weit entfernt scheint, steckt man als Übergangslehrer von der Vier zu einer Eins gedanklich bereits immer auch im neuen ersten Schuljahr.

Entscheidend jedoch ist, dass die Motivation eine immens große ist und ich mich auf die neue Klasse freue.

Nickname 01.01.2011, 05.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: vor der Einschulung

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Termine:
  
 
Montag, 03.09.2012
Klassenpflegschaft
19.30 Uhr
im Klassenraum